Düsseldorf: Ein Multi-Talent auf verschiedenen Bühnen

Multitalent : Sein nächstes Ziel: Ein Buch schreiben

Bernard Hoffmeister ist vielseitig. Als Poetry Slammer, Autor von Quizfragen für bekannte deutsche Sendungen und Moderator hat er viele Wege gefunden, sich auszudrücken.

Er ist einer, der den Leuten gerne etwas zu denken gibt. Und das in ganz unterschiedlicher Weise. Als Poetry Slammer verfasst Bernard Hoffmeister gerne mal kritische Texte, als Autor von Quizfragen regt er vielleicht im wörtlicheren Sinn zum Denken an. Dass er beides heute hauptberuflich macht, war so ursprünglich nicht geplant. Und doch genießt der 30-Jährige seine Selbstständigkeit.

Nach Düsseldorf kam er 2011. Das war auch etwa die Zeit, als er mit Poetry Slam angefangen hat. Vorher studierte der Hannoveraner Philosophie und Medienwissenschaften in Hildesheim. Mit den Quizfragen begann er während des Masters an der Heinrich-Heine-Universität. Sein Bruder hatte ihm den Tipp gegeben, dass jemand gesucht werde.

Nach „Wer wird Millionär?“ und „Rette die Million“, wo er noch als Hilfskraft tätig war, arbeitet er seit 2015 für die beliebte ARD-Sendung „Gefragt – gejagt“. „Ich habe auch immer gerne selber gequizzt“, sagt Hoffmeister. Das beizubehalten sei für seine Arbeit wichtig. Es helfe, auf Themengebiete und neue Fragestellungen zu kommen.

Denn er schreibt für alle Themengebiete, es sind 20. Dabei kenne er sich nicht mit allen gut aus. Das sei aber manchmal die besondere Herausforderung. Wenn man dann selbst weiter quizzt, komme es auch vor, dass man die Fragen anderer Schreiber durchschaue.

Etwa welche Antwortmöglichkeit sich wohl eher kein Fragenschreiber ausdenken würde – die dann mutmaßlich auch die richtige sein muss.

Wie er denn auf die Fragen komme, das werde er immer wieder gefragt, wenn er Leuten von seiner Arbeit erzählt. „Das ist nicht immer so einfach“, sagt er. Mal falle es einem eben leichter, kreativ zu sein, manchmal nicht. Es komme vor, dass ihm Themen im Alltag begegnen, bei Gesprächen mit Freunden oder Familie. Oft gehöre auch etwas mehr Recherche dazu.

Aber was ist denn nun eine gute Frage? „Ich finde die gut, bei denen man ein bisschen um die Ecke denken muss“, sagt der Autor. Welche, die nicht zu schwierig seien, die man mit etwas nachdenken beantworten könne.

Eine gute Mischung aus Unterhaltung und Wissen eben. Wie die Fragen bei den Zuschauern ankommen, das sieht er sich auch gerne selbst im Fernsehen an.

Das sei irgendwie auch eine Art Bühne. Immerhin gebe es eine große Menge Zuschauer, die an vielen Abenden auch seine Fragen zu hören bekommen. Die andere Bühne, die er bespielt, ist dann aber eine, bei der man ihn auch sehen kann. Ob er die Bühnen schon immer gesucht habe? „Schwer zu sagen. Ich glaube nicht“, sagt er. Angst davor habe er zwar nie gehabt, schon als Viertklässler das Sommerfest seiner Schule moderiert, aber die Bühnen gesucht – eher nicht.

Mittlerweile trägt er beim Poetry Slam nicht nur seine eigenen Texte vor, sondern tritt auch als Moderator und Organisator von Wettbewerben in Erscheinung. Etwa den Poetry Slam, der regelmäßig im Düsseldorfer Pitcher stattfindet. Anfangs noch mit Kollegen, steht er mittlerweile alleine hinter der Organisation. Besonders ist für ihn auch die deutschsprachige Meisterschaft im Poetry Slam. Das größte Live-Literaturevent mit knapp 10 000 Zuschauern holt er gemeinsam mit dem Zakk 2020 nach Düsseldorf, das Finale soll in der Tonhalle stattfinden.

Poetry Slammer und Organisator, Quizfragenschreiber – vielleicht nicht gerade eine gewöhnliche Kombination, das merkt er in Gesprächen auch immer wieder. Dabei sei das Fragenschreiben oft auch nur wie ein normaler Bürojob. Ob er diese Kombi ewig beibehalten wird, weiß er jetzt noch nicht. Auch wenn sie eine angenehme Abwechslung sei, ein gutes Gleichgewicht zwischen Bühne und Recherche zu Hause am Schreibtisch. „Ich will auf jeden Fall noch einen Roman schreiben“, sagt er. Er ist literaturinteressiert, liest viel. Der Poetry Slam mache zwar Spaß, sei aber künstlerisch nicht so anspruchsvoll, wie Bernard Hoffmeister manchmal gerne schreiben würde. Ein eigenes Buch wäre also das große Ziel. Ansonsten legt er sich nicht fest. Auch nicht auf seine Selbstständigkeit.

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