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Düsseldorf: Ein Blick hinter die Kulissen der Hörfunksitzung vom WDR

Karneval : Ohren auf bei der Hörfunksitzung

Der WDR war bei der Rheinischen Garde zu Gast. Ein Blick hinter die Kulissen und in den Übertragungswagen.

Bei einer TV-Sitzung kommt es auch auf bunte Kostüme und tolle Tanzeinlagen an. Also genau dass, was im Hörfunk so ziemlich überhaupt keinen Sinn ergibt, denn wie will man diese visuellen Eindrucke über das Radio transportieren? „Das geht gar nicht, deshalb werden solche Programmpunkte später auch rausgeschnitten“, sagt Reinhard Kröhnert, der verantwortliche Redakteur der Sendung.

Der 53-Jährige ist seit über 20 Jahren beim WDR für den Karneval zuständig. Die Hörfunk-Sitzung aus Düsseldorf gibt es nun zum sechsten Mal und war auch die Idee von Kröhnert: „In Köln machen wir das schon seit vielen Jahren. Dann haben wir beim Comitee Carneval gefragt, bei welchem Verein wir das hier am Besten auf die Beine stellen können.“ CC-Vize Stefan Kleinehr hat dann die Rheinische Garde von Präsidentin Janine Kemmer empfohlen. „Sie macht das herausragend. Sie kann super sprechen ohne sich zu verhaspeln und macht die Pausen an den richtigen Stellen, an denen man später gut schneiden kann“, lobt Kröhnert.

Die Crew von WDR 4 fühlt sich in Düsseldorf pudelwohl

Der Sound hat eine besondere Bedeutung, daher  müssen die Bands am Nachmittag alle zum Soundcheck in die Rheinterrasse kommen. „Die Herausforderung ist, dass man Stimmung ohne Bilder transportiert.“ Deshalb sind im Saal auch viele Mikrofone verteilt, um die Stimmung gleichmäßig aufzunehmen. Das geschieht im Mehrspurverfahren. Dabei kann man jedes Instrument und jede Stimme einzeln regulieren, wenn es sein muss. Darauf achten im Übertragungswagen Tonmeister Hans-Günter Kasper und die Toningenieurin Katharina Kiefer. Insgesamt sind fünf WDR-Mitarbeiter vor Ort. Der Aufwand ist also wesentlich geringer als bei der TV-Sitzung.

Der Redakteur fühlt sich in Düsseldorf übrigens wesentlich wohler als in Köln. „Bei Janine und ihrer Garde spürt man richtig, dass wir hier willkommen sind. Das Gefühl hat man in Köln nicht immer.“ Zudem findet er die Preise bei den Veranstaltungen in Düsseldorf viel günstiger. „Außerdem gibt es hier fast immer Bier im Saal. In Köln auch oft nur Wein.“

Seit dem frühen Morgen am Samstag bereitet ein etwa 25-köpfiges Team der Garde die Sitzung vor. Am Abend zuvor hat die Bürgerwehr bis in den frühen Morgen gefeiert und am Sonntagmorgen feiert die Kakaju im Saal. „Wir haben ein Auf- und Abbauteam, eins für die Orden, die Blumen und ein Team muss auf unseren Nachwuchs aufpassen“, erklärt Kemmer. Und davon hat die Garde reichlich. Denn seit einigen Jahren trainiert sie mit Michelle Schummers, Tanzmarie der Prinzengarde Rot-Weiss, die Grundschüler der Paulusschule.

Anheizen braucht an diesem Abend das Publikum niemand mehr. Die Stimmung ist klasse. Nach dem Auftakt mit dem Prinzenpaar sorgt Christian Pape für die ersten Lacher. Aber vor allem die Big Maggas aus Hamburg bringen den Saal zum kochen. Die sind gar keine Karnevalsband sondern eine reine Cover-Band und singen Lieder wie „Que será, será“, „Chöre“ oder „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“. Außerdem zeigen sie eine tolle Show.

Die Tanzgarde der Kakaju zeigt  ihren Showtanz. Das können sie richtig gut und auch ihre bunten Kostüme sind sehr kreativ. Doch leider haben sie keine Chance, um in die Ausstrahlung zu kommen. Das wird aber Brings schaffen, die zu später Stunde noch die Bühne enterten. Kröhnert macht einen zufriedenen Eindruck.

Was am Ende herausgekommen ist, können die Jecken dann am Karnevalssonntag, 3. März, zwischen 19 und 22 Uhr im Radio auf WDR 4 hören.