1. NRW
  2. Düsseldorf

Düsseldorf: Die Tonnengarde im Jubiläumsfieber

Oberkassel : Die Tonnengarde im Jubiläumsfieber

Die Tonnengarde ist nach dem AVDK der älteste Karnevalsverein in Düsseldorf. Ihr Schlachtfest mit den Bands Brings und Druckluft eröffnet das närrische Veranstaltungsprogramm.

Vor 132 Jahren berichtete das Neußer „Kreis – Handels – und Intelligenzblatt“ von einer Rotte junger Leute aus den weniger feinen Schichten der Bevölkerung, die in wilden Kostümen durch das Dorf (Niederkassel) zog, auf allerlei primitiven Instrumenten eine fürchterliche Katzenmusik machte und auch noch Wurst, Eier oder Geld forderte, um diese Gaben zu verjubeln. Heute gehört das „Dorf“ zu den bevorzugten Stadtteilen Düsseldorfs. In dunkelblauen Anzügen mit Krawatte und Jacketttuch verkündete die Spitze der Tonnengarde mit Präsident Karl Hans Danzeglocke, Geschäftsführer Dino Conti Mica und dem Vorsitzenden Heinz Schmalbach im Brauhaus Johann Albrecht ein perfektes Programm zum 12 x 11-jährigen Bestehen.

Die „wilde Rotte“ ist den Kinderschuhen entwachsen. Heute ist die Tonnengarde nach dem AVDK der älteste Karnevalsverein in Düsseldorf. Mit 380 Mitgliedern, darunter viele Frauen und Kinder, füllen die jecken Mitglieder mit ihrer immer größer werdenden Schar von Freunden jeden Saal im Karneval. Sicherheitshalber findet der Start am 2. November sogar im Kesselhaus der Böhlerwerke an der Hansaallee statt. Anlass ist das Schlachtfest. Das Schwein haben bis dahin die diesjährigen Tonnenbauern Christoph Gollak und Anne Erning gut gemästet, so dass es für all die hungrigen Mäuler reicht. Bei diesem Fest verabschieden sich die Bauern wie die Kindertonnenbauern Orfeo Partenzi und Faust Conti Mica. Dann wird auch das Geheimnis gelüftet, werden die Buren der neuen Session bekanntgegeben.

 Erstmals hat dieses Schlachtfest auch ein besonderes Programm. Über Stefan Kleinehr als Manager konnte die bekannte Kölner Mundart-Rockband Brings gewonnen werden. Dazu die Brass- und Performance-Band Druckluft aus Bonn mit 30 Musikern (Eintritt 11 Euro, Beginn 19.30 Uhr, Reservierung unter mail@frankenhauser-fotografie.de).

Im weiteren Programm geht es Schlag auf Schlag mit dem Neujahrsempfang (6. Januar, 18 Uhr, im Brauhaus Johann Albrecht), der Tonnenbauernkürung (12. Januar, 18.44 Uhr, Aula Comenius-Gymnasium, Eintritt 25 Euro), mit „Wiewerkram“ (1. Februar, 19.30 Uhr, „Comenius“) und der Dorfsitzung (10. Februar, 14.11 Uhr, Altes Kornhaus). Am 16. Februar gibt es ein Jubiläums-Biwak (12 Uhr, Barbarossaplatz), wobei alle befreundeten Vereine und Musikgruppen eingeladen sind.

Der Umzug mit Tonnenrennen am 3. März ab 12.30 Uhr ist längst gebucht. Rund 900 Narren einschließlich der japanischen Kolonie werden durch die „Dorfstraße“ ziehen.