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Düsseldorf: Die Kinderzeltstadt geht auf Zeitreise

Stadtteile : „Superbilk“: Die Kinderzeltstadt geht auf Zeitreise

Oberbilk Im Volksgarten verbringen auch in diesem Jahr wieder 150 Kinder zwei erschwingliche und doch vollgepackte Wochen ihrer Sommerferien. Dabei werden sie auch sozial aktiv.

Wenn das Wetter schlecht ist, kommt einem die Kinderzeltstadt ganz ruhig vor. Der Platz, um den sich die Zelte reihen, ist fast leer. In der Lagerküche wird noch gewerkelt, ansonsten muss man schon genauer hinsehen. Wenn dann aber erste Sonnenstrahlen herauskommen, dann verlassen die Kinder ihre Basteltische in den Zelten. 150 sind das, wenn keine Gruppe ausgeflogen ist, die hier zwei Wochen ihrer Sommerferien verbringen.

Die Kinderzeltstadt „Superbilk“ gibt es schon im 23. Jahr. 1996 wurde sie vom Oberbilker Pfarrer Ansgar Puff ins Leben gerufen. „Die Idee war, Kindern, die nicht mit ihren Eltern in den großen Sommerurlaub fahren können - vielleicht, weil die arbeiten müssen oder einfach das Geld fehlt - trotzdem spannende, schöne und ereignisreiche Ferien zu ermöglichen“, sagt Tim Schlotmann, Pastoralassistent der Katholischen Kirche Düsseldorf, der hauptamtlich in der Kinderzeltstadt beschäftigt ist. Denn die zwei Wochen Kinderzeltstadt kosten nur 70 Euro.

Am Anfang der beiden Wochen werden die Kinder in zehn Gruppen eingeteilt. Meist geht es nach Alter, wer aber mit der Schwester oder dem besten Freund zusammenbleiben will, darf das. Die Betreuer jeder Gruppe haben sich schon im Voraus ein Programm überlegt. Von Aquazoo über Lagerolympiade bis Kino ist hier einiges geboten. Immer wieder sind Gruppen unterwegs, aber auch auf dem Zeltstadt-Gelände ist immer was los.

In einem der Zelte wird gebastelt. Ufos - passend zum Thema der Freizeit. Das ist in diesem Jahr „Ein Superbilker auf Zeitreise“. Bei der alltäglichen Morgenbühne steigen Tim Schlotmann und sein Kollege in die Zeitmaschine und starten in der Steinzeit – ein paar Tage später sind sie schon im alten Ägypten angekommen. Bei der Ufo-Bastelaktion darf jeder wie er will. Bei Viktoria glitzert alles. Einer ihrer Sitznachbarn ist Dortmund-Fan - klar, dass auch sein Alien im BVB-Ufo losfliegt.

Anna und Sarita kleben fleißig. Die beiden sind 13 schon zum vierten Mal dabei. Und können sich gut vorstellen, später auch selbst als Betreuer in „Superbilk“ zu arbeiten. Denn die Gruppenleiter sind ehrenamtlich dabei. Und der Weg geht oft vom Teilnehmer zum Betreuer.

So auch bei Eva Kleemann. Mit 14 war sie noch schon dabei, heute, mit 35 ist sie hauptamtlich im Team. Man wolle den Kindern schöne Erlebnisse ermöglichen, sagt sie. „Wir wählen deshalb oft auch Ausflüge aus, die sie sonst vielleicht nicht unbedingt machen würden.“ Ein Kind sei einmal ganz erstaunt gewesen - es war zum ersten Mal im Zoo, hat zum ersten Mal einen echten Löwen gesehen. Doch die Kinderzeltstadt entlastet auch viele Eltern, die arbeiten müssen. Die Kinder sind dort versorgt, bekommen ein frisches Mittagessen und dazu auch noch schöne Erinnerungen. Hauptsächlich getragen von Ehrenamtlichen – etwa 80 bis 100 davon sind auf dem ehemaligen Buga-Gelände im Volksgarten im Einsatz.

Neben Ausflügen und Spiel und Spaß in der Zeltstadt haben die Betreuer außerdem die Aktion „Heart Attack“ ins Leben gerufen. Schon zum dritten Mal sollen sich die Teilnehmer eine soziale Aktion überlegen. Etwas, womit sie selbst ganz einfach etwas Gutes tun können. Da werden Insektentränken gebaut, im Altenheim vorgesungen oder Zettel mit netten Worten an andere Menschen verteilt. Eine Gruppe sammelt auch die Deckel von Trinkflaschen. Eine Initiative gegen Polio sammelt die Deckel, verkauft sie und generiert so Spenden. Die Superbilker Kinder helfen mit. „Da ist richtig was los“, sagt Eva Kleemann. In diesem Jahr bewegten viele der Kinder auch die Themen Klimawandel und Kinderrechte. „Es ist bemerkenswert, welche Gedanken die sich schon machen“.