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Düsseldorf: „Die Jecken sind ausgehungert“

Karneval : „Die Jecken sind ausgehungert“

Langsam aber sicher fahren die Karnevalsvereine das Vereinsleben wieder hoch. Am Wochenende feierten die Prinzengarde Rot-Weiss und die Rheinische Garde gemeinsam ein Sommerfest.

Seit fast anderthalb Jahren haben Karnevalisten schon nicht mehr den Ausruf „Darauf ein dreifach kräftiges Helau“ gehört, denn so lange liegt auch schon das Vereinsleben der Gesellschaften wegen der Corona-Pandemie brach. Zwar gab es die Möglichkeit, sich online auszutauschen, aber ein Karnevalsverein lebt davon, sich persönlich zu treffen. Diese traurige Zeit ohne persönliche Kontakte ist für die Prinzengarde Rot-Weiss und die Rheinische Garde endlich vorbei, denn so langsam, aber sicher nutzen die Vereine die neuen Freiheiten, um wieder gemeinsam zu feiern. So traf man sich am Samstagabend zum Sommerfest im Biergarten Heimatland in der Flehe. 

Eigentlich ist ein Treffen der beiden Vereine auch irgendwie immer ein Familientreffen. Dirk Kemmer ist Präsident von Rot-Weiss und Ehefrau Janine ist die Präsidentin der Rheinischen Garde. Beide vertraten als Prinzenpaar vor elf Jahren die Farben der Landeshauptstadt auf den Bühnen dieser Stadt. „Seitdem haben wir aber nicht mehr gemeinsam auf der Bühne gestanden, um zu moderieren“, blickt Dirk Kemmer zurück. Dass sie es aber immer noch perfekt verstehen, sich gegenseitig die Bälle humorvoll zuzuspielen, bewiesen sie jetzt eindrucksvoll. 

Für ein Musikprogramm war natürlich gesorgt. Zu Beginn kreierten die Rot-Weiss-Kehlchen mit Karnevalsliedern die richtige Schunkelstimmung im Publikum. Außerdem präsentierte Nicole Lindecke ihren neuen Sessionsschlager „Barfuß durch den Regen“. Auch die Swinging Funfares performten mit „Allez Allez (Stadt mit D)“ ihren neuen Hit. Natürlich kamen sie ohne Zugabe nicht von der Bühne. Highlight war dann am späten Abend der Auftritt der Cover-Band Big Maggas aus Hamburg. Da gab es dann kein Halten mehr und die Jecken mussten daran erinnert werden, die Corona-Regeln einzuhalten. „Die Leute sind einfach ausgehungert und wollen endlich wieder feiern“, freute sich Dirk Kemmer über die gute Stimmung im Heimatland. 

Die kommende Session hat Rot-Weiss ganz normal geplant, sagt Kemmer: „Wir starten am 5. November mit unserem Aufnahme- und Ehrenabend und küren am 7. November das Kinderprinzenpaar.“ Ganz spurlos ist die Corona-Zeit an vielen Mitgliedern übrigens nicht vorbeigegangen. „Wir hatten vor kurzem einen Uniform-Appell und haben festgestellt, dass es bei einigen Mitgliedern körperliche Veränderungen gab. Daran gilt es nun zu arbeiten oder die Uniformen müssen zum Schneider“, frotzelte Kemmer.