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Düsseldorf: Der Umbau der Schadowstraße zur Flaniermeile läuft

Düsseldorfer Einkaufsstraße : Die neue Schadowstraße wird zur ersten Fußgängerzone mit Radverkehr

In einem Jahr soll die Einkaufsstraße weitgehend umgebaut sein, schneller fertig wird der Gustaf-Gründgens-Platz. Für das gewisse Extra sollen Wasserfrische und gelbe Kugeln sorgen.

Sollte es in einem Jahr wieder so heiß sein, kann man es an der Schadowstraße und am Gustaf-Gründgens-Platz vielleicht ein bisschen besser aushalten. Die sind dann weitgehend neu gestaltet und hier wartet Erfrischung: Sowohl vor Karstadt, als auch vor dem Schauspielhaus, dessen Fassade jetzt zur Schadowstraße hin fertig restauriert ist, entstehen Wasserfontänenfelder samt Brumisateuren, den Wasserzerstäubern, die Flaneure sanft besprenkeln.

Verkehrs- und Planungsdezernentin Cornelia Zuschke stellt am Dienstagmittag in sengender Hitze den Stand der Bauarbeiten auf der Einkaufsstraße vor. Sichtbar vorangekommen ist man schon auf dem westlichen Teilstück von den Bahngleisen /Berliner Allee bis zur Ecke Bleich-/ Wagnerstraße, es gehört zum Teil noch zum Projekt Kö-Bogen II. Der Straßenraum wird künftig hier wie im weiteren Verlauf bis zur Tonhallenstraße/ Karstadt neu verteilt: An den Fassaden der Einkaufshäuser auf beiden Seiten entstehen reine Flanierzonen auf dem gleichen Pflaster wie im Kö-Bogen. Gleich daneben schließt sich beidseitig eine Aufenthalts- und Funktionszone mit etwas dunklerem Terrazzoasphalt für Gastronomie und Stadtmobiliar an; der breite Mittelstreifen ist für Radfahrer und den Lieferverkehr da. Die Stadt betont freilich, dass die Radfahrer dort immer Rücksicht auf Fußgänger nehmen müssen, wenn die zum Beispiel von einer auf die andere Seite der Schadowstraße gehen. Das Resultat ist eine Fußgängerzone, in der auch Radfahren erlaubt ist. „Das heißt langsam fahren und im Zweifel absteigen“, stellt Zuschke klar.

Damit wird im Radwegenetz die wichtige West-Ost-Achse vom Rhein  zum Wehrhahn (fast) komplettiert. Prinzipiell bleiben Radler auch weiter westlich geduldet, wenn sie über die Bahngleise zum Kö-Bogen I kommen. Ursprünglich sollten die Wege am Libeskind-Bau nur den Fußgängern gehören. Doch hier gilt erst recht: Radfahrer müssen immer Rücksicht auf Fußgänger nehmen und sehr orsichtig fahren.

In alter Pracht erstrahlt die Fassade des Schauspielhauses an der Vorderseite. Die Bauarbeiter teeren in sengender Hitze den Vorplatz. Foto: Schaller,Bernd (bs)

Zurück zur Schadowstraße: Sie wird in Abschnitten bis Höhe Oststraße umgebaut, 2023 soll alles fertig sein. Dafür werden insgesamt gut 15 Millionen Euro investiert. Von der Bleichstraße bis zu Karstadt (so es das Kaufhaus dann noch gibt) will man im Sommer 2021 fertig sein. Vor vier Jahren endete der Wettbewerb mit dem Sieg des Hamburger Teams „Bruun&Möllers“, deren Pläne nun leicht modifiziert umgesetzt werden. Blickfang sind die gelben, kugeligen Lounge-Sessel, von denen 17 bis 20 auf der Schadowstraße eingestreut werden. Weil man sie aber nur schwer erklimmen kann, kommen acht „normale“ Sitzbänke hinzu. Wenige Bäume verschiedener Sorten werden gepflanzt, die robust, aber filigran sind, so Zuschke, um Schaufenster nicht zu verdecken und die Feuerwehr im Notfall nicht zu behindern.

Voran geht es auch auf dem Gründgens-Platz. Hier werden gerade der Fuß- und Radweg zwischen Bahngleisen und Dreischeibenhaus gepflastert, eine Bauminsel zur Bleichstraße sowie das Fontänenfeld angelegt. Bis Ende Oktober soll der Platz vor dem Schauspielhaus weitgehend fertig sein. Als Cornelia Zuschke die Fortschritte sah, geriet sie vor dem Ingenhoven-Tal ins Schwärmen: „Das ganze Ensemble ist städtebaulich einzigartig, es vereint die Moderne der Wirtschaftswunderzeit mit der ökologischen Moderne.“