1. NRW
  2. Düsseldorf

Düsseldorf: Der Hoppeditz eröffnet die Karnevalszeit ungewohnt zahm

Karneval : Der Hoppeditz eröffnet die Karnevalszeit ungewohnt zahm - Die komplette Rede im Wortlaut

Die Abteilung Attacke hatte bei der Sessionseröffnung in Düsseldorf geschlossen. Die Politiker und auch der Oberbürgermeister fühlten sich pfleglich behandelt. Die Meinung der Karnevalisten war gespalten.

Wenn alle Politiker nach der Rede des Hoppeditz zufrieden und mit einem Lächeln im Gesicht nach Hause gehen, dann ist bei dem Vortrag irgendetwas schief gelaufen. Eigentlich hat Tom Bauer, der die Hoppeditz-Rolle nun schon zum zwölften Malt spielt, reichlich Erfahrung damit, wie man den Verantwortlichen des Politgeschehens in der Landeshauptstadt und dem Rest der Welt verbale Ohrfeigen verpasst, wenn er am 11.11 die Session eröffnet.

Während er sich in den vergangenen Jahren das Prädikat „Raubkatze“ verdiente, glich Bauer diesmal vor etwa 6000 Jecken vor dem Rathaus mehr einer dressierten Hauskatze. Bei vielen Themen kratzte er nur an der Oberfläche. Und persönlich wiedererkannt hat sich kaum jemand der Politiker im Rathaus. Außer vielleicht OB Thomas Geisel, der einmal ein bisschen angegangen wurde. Ihn bezeichnete der Hoppeditz als Philosoph Thomasus Geiselus, der inhaltsschwer sprach: „Scheiße bleibt Scheiße“. Erklärung: Die Fraktion Tierschutz/Freie Wähler hatte in einer Ratssitzung gefragt, ob man auch in Düsseldorf mit Hundekot Laternen leuchten lassen könnte. Worauf sich Geisel zu besagter Bemerkung hinreißen ließ.

Viele fanden den Hoppeditz viel zu harmlos

Natürlich kam das abgesagte Ed-Sheeran-Konzert zur Sprache. Doch anstatt auf das erbärmliche Bild draufzuhauen, das der Rat abgegeben hat, sowie Ross und Reiter zu benennen, blieb er allgemein. Am Schluss kam lediglich raus, dass Düsseldorf ein Dorf am Rhein sei und sich besser doch in Schilda umbenennen solle.

Beim Thema Rheinbahn und den zu breiten Straßenbahnen, die nicht in eine Duisburger Haltestelle passen, schlug der Hoppeditz vor, mit diesen falsch bestellten Bahnen als neue Linie 11 nach Köln zu fahren.

Kein Grund für den OB sich aufzuregen: „Ich wurde heute schon pfleglich behandelt. Man zittert ja vorher schon immer ein bisschen. Die Selbstzerlegung der SPD hat er allerdings vortrefflich kommentiert“, so Geisel. Milde fiel auch seine Gegenrede aus: „Mein Satz war eigentlich auf das Thema Hundekot bezogen. Man kann ihn aber auch verallgemeinern. Wenn zum Beispiel jemand auf die Idee kommt, Düsseldorf in Schilda umzubenennen.“

Stefan Engstfeld von den Grünen meinte: „Die Themenauswahl war ja okay. Doch man kann das alles viel schärfer sagen. Man muss ja nicht gleich mitten ins Gesicht hauen, aber ein bisschen weh tun darf es.“