Bezirksregierung ist eingebunden Deichbau in Himmelgeist verzögert sich

Düsseldorf · Die Stadt hatte die Ausschreibung gestoppt, weil es zu viele technische Nachfragen gegeben hatte. Der zeitliche Verzug für den Baustart im Herzen von Himmelgeist verzögert sich mindestens um ein Jahr.

 Im Februar 2023 wurden Bäume und Sträucher rund um die Himmelgeister Kirche St. Nikolaus gerodet. Dort läuft dann später die Deichlinie.

Im Februar 2023 wurden Bäume und Sträucher rund um die Himmelgeister Kirche St. Nikolaus gerodet. Dort läuft dann später die Deichlinie.

Foto: Andrea Röhrig

Dort, wo seit einigen Monaten schon emsiges Bautreiben herrschen sollte, gibt es die übliche Winterruhe. Doch hätten nicht schon Ende vergangenen Jahres die Arbeiten für die Deichsanierung zwischen Schloss Meierhof und der Nikolausstraße beginnen sollen? Stattdessen wachsen die im November 2022 und Februar 2023 zwischen Schloss Meierhof und der Kirche St. Nikolaus gerodeten Büsche und Sträucher für den geplanten Baustart wieder munter vor sich hin. Und das können sie auch noch das gesamte Jahr 2024 über tun. Denn ob die Arbeiten für den Deichschutz der Himmelgeister noch in diesem Jahr werden starten können, ist fraglich. Bei der Rodungsaktion mussten zudem rund 200 Bäume gefällt werden.

Eine erste Anfrage an die Verwaltung zu den Gründen blieb mit dem Hinweis unbeantwortet, dass man erst die Mitglieder des zuständigen Bauausschusses Anfang März informieren wolle. Eine Nachfrage bei der zuständigen Bezirksregierung sorgte hingegen für ein wenig mehr Hintergrund: Es hakte bei der Vergabe. Daraufhin angesprochen gab dann auch der Stadtentwässerungsbetrieb (SEB) Auskunft.

Bei der Ausschreibung habe es „viele Nachfragen technischer Art von interessierten Bietern gegeben“, sodass der SEB dann Mitte November lieber die Reißleine gezogen hat und die Ausschreibung stoppte. „Wir wollten nicht, dass solche Fragen dann in der Bauphase auftauchen und die Umsetzung dann unnötig komplizieren“, berichtete ein Mitarbeiter. Stattdessen werde die Ausschreibung nun noch einmal vom SEB aufgearbeitet. Dazu steht der städtische Eigenbetrieb im engen Austausch mit der Bezirksregierung.

Die Behörde hatte in einer Antwort auf die Anfrage zunächst von einer „Rüge“ eines bei der Vergabe unterlegenen Bieters gesprochen, woraufhin die Stadt das Vergabeverfahren aufgehoben habe. Das weist der SEB aber zurück: Es sei nie zu einer Rüge gekommen.

Die Überarbeitung der Ausschreibungsunterlagen würden laut SEB aber nicht dazu führen, dass der von der Bezirksregierung erlassene Planfeststellungsbeschluss, der die Stadt Düsseldorf zum Baustart ermächtigt, überarbeitet werden muss. Die Bezirksregierung führte in ihrer Stellungnahme aus: „Gegebenenfalls sind Anpassungen der Ausführungsplanungen erforderlich. Diese müsste dann erneut durch die Bezirksregierung freigegeben werden.“

Angenommen wird ein Verzug
von mindestens einem Jahr

Einen neuen Termin für den Start der Neu-Ausschreibung gibt es aktuell noch nicht. Sowohl der SEB als auch die Bezirksregierung gehen von einem zeitlichen Verzug von mindestens einem Jahr aus. Und dann muss aufs Neue geschaut werden, ob die im Vorfeld entfernte Vegetation erneut durchforstet werden muss. In dem Bereich um die geplante neue Deichmauer sind landschaftsprägend Bäume stehen geblieben, wie die Buchen neben der Kirche St. Nikolaus sowie weitere große Bäume neben Schloss Meierhof. Um diese zu erhalten, wurde durch den SEB die Linienführung der Spundwand verändert. Die große, jetzt von Bäumen und Sträuchern freigeräumte Fläche soll bis auf die Höhe der Kirche aufgeschüttet werden. An das untere Ende dieses Abschnittes wird dann die Mauer und landeinwärts davor der Deich-Verteidigungsweg gebaut. Die Bauzeit für diese erste Himmelgeister Deichmaßnahme - zwei fehlen dann noch - ist mit zwei Jahren angegeben. Für den Deichschutz im Bereich zwischen Schloss Meierhof bis Ende Bebauung an der Nikolausstraße besteht der Schutz künftig aus einem Deich und/oder einer Hochwasserschutzwand. Diese weist landseitig eine sichtbare Höhe von rund 1,2 Meter auf, die verklinkert wird. Im Bedarfsfall werden mobile Elemente aufgesetzt. Für beide Bauprojekte zusammen rechnete die Stadt im März 2023 mit Bruttokosten von rund 40 Millionen Euro. Während für die Umsetzung der beiden Deichabschnitte jeweils extra Ausführungs- und Finanzierungsbeschlüsse gefasst werden, soll die Ausschreibung für die Durchführung der Arbeiten zusammengefasst werden, hatte die Stadt damals mitgeteilt. Insgesamt werden in diesen beiden Abschnitten 1500 Meter Deichschutz her gestellt.

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