Düsseldorf: Das Maxhaus und „Antonius mit den Schweinen“

Führung : Das Maxhaus und „Antonius mit den Schweinen“

Bei einer Führung wurde erklärt, wie Klöster entstanden und welche Geschichten dahinter stecken.

Wie entstanden Klöster? Wer war „Antonius mit den Schweinen“ und welche Ordensgeschichte verbirgt sich hinter dem Düsseldorfer Maxhaus? Diese und andere Fragen beantwortete Christel Johannhörster bei einem Rundgang im Maxhaus. Die ehrenamtliche Mitarbeiterin gab detaillierte Auskunft auf alle Fragen der Besucher.

Öffentliche Veranstaltungen fanden dort aber nicht immer statt. Im 16. Jahrhundert war das Maxhaus vielmehr ein Franziskanerkloster, welches Anfang des 19. Jahrhunderts als Schule genutzt wurde und ebenfalls seine Funktion als Kloster verlor.

Vom zweiten Weltkrieg blieb in späteren Jahren auch das Maxhaus nicht gänzlich verschont. 1942 fielen Bomben auf das Dach des Hauses. Es war jedoch Glück im Unglück, denn die Flugkörper schlugen nicht durch, sondern verbrannten lediglich das Obergeschoss. So blieb die Decke des Antoniussaals intakt und Besucher können noch heute die prunkvollen italienischen Verzierungen bewundern. Diese zeigen Szenen aus dem Leben des heiligen Antonius von Padua. Genutzt wurde der Saal bereits auf vielfältige Weise. So war der Antoniussaal zu Zeiten Heinrich Heines beispielsweise eine Turnhalle. Heute finden dort Lesungen, Konzerte und Chorproben statt. Für die Nacht der Museen wird der Saal ebenfalls genutzt.

Beeindruckend ist auch der Innenhof des Maxhauses. Im Zuge der Umbauten im Jahr 2003, wurde der ehemalige Klosterinnenhof mit einer Glasstahlkonstruktion abgedeckt und erweckt nun die Illusion, sich im Freien aufzuhalten. Ob für Weihnachts-, Firmen-, oder Hochzeitsfeiern – der Raum kann angemietet werden. Manchmal finden dort auch Jazzkonzerte statt. Das Stadthaus versteht sich als ein offener Raum. Eine Nutzung ist konfessionsunabhängig möglich, dasselbe gilt für den Raum der Stille. Auch dieser werde gut angenommen, so Johannhörster.

Informationen über den Vater des christlichen Mönchtums

Doch warum gibt es nun Klöster? Christel Johannhörster beantwortet die Frage mit historischem Fachwissen. Man habe 300 n. Chr. noch auf die Auferstehung Christus‘ gewartet und gehofft, durch Frömmigkeit diesen Prozess zu beschleunigen. „Antonius mit den Schweinen“ galt als Vater des christlichen Mönchtums. Seine Anhänger gründeten schließlich 361 n. Chr. in Ägypten auf der Ruhestätte des Mönchvaters das erste Kloster der Welt, das noch heute als „Kloster des Heiligen Antonius“ in Ägypten besucht werden kann.

Das Maxhaus bietet weitere Themenführungen rund um sein Haus an.

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