Bürgerschaftsinitiative in Düsseldorf Gemeinsam soll Gerresheim nachhaltiger werden

Düsseldorf · Die Initiative Gerresheim nachhaltig bietet seit 2019 eine große Bandbreite an Veranstaltungen an und möchte so den Stadtteil grüner und nachhaltiger machen.

 Eine Gruppe ist gerade dabei mit vielen Setzlingen die neue Gartensaison vorzubereiten.

Eine Gruppe ist gerade dabei mit vielen Setzlingen die neue Gartensaison vorzubereiten.

Foto: Nina Spiegel

Seit 2019 treffen sich einmal im Monat, üblicherweise am jeweils ersten Donnerstag, einige engagierte Menschen, die gemeinsam die Initiative Gerresheim nachhaltig bilden. Im Zentrum Plus wird dann über Nachhaltigkeit gesprochen, über Vortrags- und Workshopideen, Arbeitsgruppen und Möglichkeiten, direkt vor der eigenen Haustür etwas zu bewegen.

Marianne Gecke-Düll hat lange Jahre die Verantwortung für Gerresheim nachhaltig getragen, jetzt ist sie froh, dass weitere Menschen sie tatkräftig unterstützen. Dabei gehört die Initiative formal zu den NaturFreunden Düsseldorf, deren Vereinshaus ebenfalls in Gerresheim liegt. „Wir bieten all unsere Veranstaltungen kostenfrei an und blicken inzwischen auf viele Vorträge zurück.“ Finanziert werden sie mit Spenden und Preisgeldern, wie etwa den 500 Euro, die es im Rahmen des Düsseldorfer Umweltpreises 2023 gab.

Auf dem Themenplan stehen Abfallvermeidung, Energiesparen oder Kompostierung. Aber auch Workshops für Upcycling, also aus alten Sachen Neues schaffen, werden angeboten. Außerdem werden Angebote geschaffen, bei denen es um bestimmte Fragestellungen geht, etwa ob es in Düsseldorf möglich ist, bezahlbar und ökologisch zu leben, wie Deutschland klimaneutral werden kann, und auch nachhaltige Ernährung spielt eine Rolle. „Die Menschen müssen mit vielen kleinen, positiven Schritten vorangebracht werden. Man darf sich nicht anklagend hinstellen und die Leute nur negativ hinstellen, sondern muss gute Informationen liefern und darüber mehr Menschen erreichen“, erklärt Marianne Gecke-Düll ihre Herangehensweise.

Neben den Vortragsveranstaltungen gibt es daher auch Exkursionen, Rundgänge oder aktivere Angebote von Gerresheim nachhaltig. Nina Spiegel bietet seit 2022 in Gerresheim die Gartengruppe.D an. Alle zwei Wochen trifft sich die Gruppe am frühen Freitagabend, um gemeinsam klimafreundlich zu gärtnern und voneinander zu lernen.

Außerdem biete man auch Aktivitäten abseits des gemeinsamen Gärtnerns an, in der Vergangenheit es wurde schon gemeinsam gekocht, es gab ein Gartenfest und zusammen kümmert man sich auch um das Hochbeet vor dem Zentrum Plus.

Thomas Jaik (Warnweste) führte bei der Wassertour Interessierte mit dem Fahrrad durch Gerresheim. Eingeladen hatte die Initiative Gerresheim nachhaltig.

Thomas Jaik (Warnweste) führte bei der Wassertour Interessierte mit dem Fahrrad durch Gerresheim. Eingeladen hatte die Initiative Gerresheim nachhaltig.

Foto: Julia Nemesheimer

Dort ist Petra Wienss beschäftigt, die sich auch bei Gerresheim nachhaltig engagiert . „Ein wichtiger Baustein innerhalb der Nachhaltigkeit sind auch Soziales und das Miteinander“, sagt Wienss. Deshalb sei es ihr wichtig, bei der Initiative mitzumachen und zu helfen, in der Gemeinschaft einen Informationsaustausch und eine gemeinsame Basis zu schaffen. „Die Sache allein hält die Menschen nicht – es ist immer die Gemeinschaft“, ist sie sicher. Deshalb freut sie sich immer, wenn neue Gesichter dabei sind, aber auch, wenn Menschen langfristig am Ball bleiben. Gerade das Hochbeet sei ein gutes Beispiel: „Bislang konnte ich noch keinen Vandalismus daran feststellen. Vielmehr überzeugt es mich, dass wir in einer lebendigen und blühenden Nachbarschaft leben.“

Für das kommende Jahr sind bereits viele Sachen geplant, die Ideen der Gruppe sind vielfältig. Karsten Kunert wird im Juni ein Kochprojekt mit Foodsharern anbieten, bei der Kleinen Gartenpforte kann ein Blick in Privatgärten in Gerresheim geworfen werden. „Außerdem machen wir im Mai eine Pflanzen- und Saatguttauschbörse, die im vergangenen Jahr bei bestem Wetter wirklich sehr gut besucht war“, freut sich Spiegel schon. „Man muss einfach anfangen. Von heute auf Morgen geht die Umstellung auf Nachhaltigkeit nicht. Aber ich möchte über die Zukunft nicht nur lesen, ich möchte sie selbst gestalten“, fasst Marianne Gecke-Düll ihre Motivation für Gerresheim nachhaltig zusammen.

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