Düsseldorf: Das Geschäft, das wie ein Spielplatz für Fantasy-Freunde ist

Düsseldorf: Das Geschäft, das wie ein Spielplatz für Fantasy-Freunde ist

Christoph Kossendey ist Zauberer und Zocker. In seinem „Mage Store“ an der Graf-Adolf-Straße gibt es alles für Rollen- und Abenteuerspiele. Hier kann man auch an Turnieren teilnehmen. Wir haben ihn in seinem Laden besucht.

Düsseldorf. Sein Beruf ist außergewöhnlich, sein Laden auch. Christoph Kossendey ist Zauberer. Denken Sie jetzt an Harry Potter oder Gandalf aus „Herr der Ringe“? Die können Sie zumindest in seinem Geschäft bewundern, denn sie sind nur zwei von unzähligen Figuren im „Mage Store“ an der Graf-Adolf-Straße. Ganz so klischeemäßig sieht Kossendey dann doch nicht aus, man könnte ihn sich auch in einer Agentur vorstellen oder Bank.

Seit 2000 ist Christoph „Kossy“ Kossendey der Inhaber des „Mage Store“. Klingt magisch und anders, ist es auch. Wer dieses Paralleluniversum und Nerd-Paradies betritt, der weiß nicht, wohin er zuerst schauen soll. Karten, Figuren, Puppen, Brettspiele türmen sich in den Regalen. Alles sieht sehr bunt und sehr comicmäßig aus. Wer gerne Computer spielt und etwas Fantasie besitzt, der könnte sich vorstellen, wie sein Spiel in Realität aussehen würde. Larp (Live-Action-Role-Play) im wahrsten Wortsinn.

Der Laden hat eine lange Geschichte: 1977 gegründet, gehörte das einst „Fantastic Shop“ genannte Geschäft zu den ersten seiner Art für Rollen- und Abenteuerspiele in Deutschland. Die Tradition wird fortgeführt.

Kossendey selbst ist auch ein Zocker und teilt die Leidenschaft seiner Kunden. „Ich spiele und spiele und spiele“, sagt er und sortiert dabei seine Magic-Karten. Das strategische Kartenspiel ist nicht nur das erste, sondern auch das erfolgreichste seiner Art. Stundenlang könnte Kossendey dieses Spiel spielen. Abends müsse ihn dann seine Frau zu Hause mal bremsen, schließlich gebe es ja auch ein Leben neben Zocken und Zaubern.

Sein Geschäft ist für ihn ein „riesiger Spielplatz“. Seine Kunden sind eine „große Community“ mit vielen Freunden und Bekannten. Wer hier hinkommt, der kennt sich. Und wer sich hierhin verirrt, der wird auch schnell aufgenommen. Spielen kann man alles: vom Rollenspiel zu „Mein kleines Pony“ (ja, wirklich!) bis hin zur Konfliktsimulation, zu echten Schlachten wie Stalingrad. Am liebsten spielt der Chef Brettspiele mit Miniaturfiguren. „Das geht weit über die Siedler von Catan heraus“, erklärt Kossendy. Sein derzeitiger Favorit ist „Lords of Hellas“, hier können die Figuren auch noch angemalt werden.

Wer sich für „Das Schwarze Auge“, „Warhammer“, „Magic“ oder „Yu-Gi-Oh“ interessiert, kann im Store nicht nur kaufen und arm — sondern auch aktiv werden.

Im hinteren Ladenteil werden regelmäßig Turniere ausgetragen. So wie jeden Freitagabend das Magic-Turnier, das pünktlich um 17 Uhr startet. Ab 15 Uhr sitzen die ersten Gamer konzentriert vor ihren Karten und bauen ihre „Decks“ für den Wettkampf vor. Wie auch bei allen anderen Spielen gibt es bei Magic, einem strategischen Kartenspiel, ein komplexes Regelwerk, daher werden die Turniere von Schiedsrichtern begleitet.

Gewinnen kann man sogenannte Magic-Booster. Ein Tütchen mit 15 zufällig zusammengestellten Karten, das manchmal auch ein Schätzchen bereit hält. Die teuerste Magic-Karte kostet knapp 900 Euro. Und die gibt es bei keinem Turnier zu gewinnen.

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