Clara Vahrenholz Tierheim in Düsseldorf platzt aus allen Nähten

Düsseldorf · Es fehlt an Platz, Geld und Alternativen. Was den Düsseldorfer Tierschützern hilft, um ihre Schützlinge besser zu versorgen.

 Kater Jimmy muss momentan in einem Käfig im Container wohnen, bis wieder ein Platz im Katzenhaus frei wird.

Kater Jimmy muss momentan in einem Käfig im Container wohnen, bis wieder ein Platz im Katzenhaus frei wird.

Foto: Anne Orthen (orth)

Der Platz des Clara-Vahrenholz-Tierheims an der Rüdigerstraße in Rath ist begrenzt: Östlich und westlich verlaufen die Bahngleise, die im Süden aufeinandertreffen, nördlich beginnt direkt die Wohnbebauung. „Wir haben schon jede erdenkliche Ecke ausgebaut und angebaut, so weit es nach Bebauungsplan möglich ist“, berichtet Monika Piasetzky, Vorsitzende des Tierschutzvereins Düsseldorf, der auch das Tierheim betreibt. Trotzdem reicht der Platz nur bedingt aus.

Normalerweise sind im Tierheim um die 150 Katzen untergebracht, doch kürzlich hatte man um die 260 Tiere. Inzwischen seien zwei neue Container angeschafft worden, um die zahlreichen Katzen noch irgendwo unterbringen zu können. Drei weitere Container gebe es bereits. Geplant sei jetzt außerdem noch der Bau eines neuen Kleintierhauses im Bereich der Rigole, einem unterirdischen Pufferspeicher für Regenwasser.

Inzwischen ist die Zahl der Katzen auf rund 200 gesunken, aber es kämen täglich wieder neue an. „Neben vielen anderen Tieren natürlich. Hinzu kommen aktuell noch um die 130 Hunde und viele Kleintiere wie Kaninchen, Hamster und Ähnliches.“ Das Problem bestehe vor allem darin, dass es keinen anderen Anlaufpunkt in Düsseldorf gebe. Einige Katzen können zwar nach Hellerhof zu „Tina macht Schule“ ausgelagert werden, aber auch dort sei der Platz nicht unbegrenzt.

Die Tiere, die hier landen, haben ganz unterschiedliche Hintergründe. Einige werden von Privatleuten abgegeben aus den verschiedensten Gründen. Gerade während der Corona-Zeit seien viele neue Haustiere angeschafft worden. Dass jetzt alles wieder zurück zur Normalität gekehrt ist, spüre man auch im Tierheim. „Noch immer werden viele Tiere abgegeben, für die jetzt mit normalen Bürozeiten die Zeit fehlt.“

In anderen Fällen sind es Fundtiere, die verletzt oder ausgesetzt entdeckt wurden. Hinzu kommen noch Verwahrtiere: Wenn beispielsweise jemand ins Gefängnis muss, können etwaige Haustiere im Tierheim landen, bis die Haftzeit abgeschlossen ist oder sich jemand anderer darum kümmern kann. Daneben gibt es auch Zolltiere. „Das sind Tiere, die nach Deutschland eingeführt werden, aber nicht die richtigen Impfungen erhalten haben. Die müssen dann zu uns in Quarantäne“, erklärt die Tierschützerin.

„Wir lassen kein Tier ohne Obdach!“, betont Piasetzky – entsprechend eng wird aber dann auch der Platz. Hinzu kommen die immer weiter steigenden Kosten. Allgemein seien die Preise enorm nach oben gegangen, für Löhne, für Futter, Energie und vor allem Tierarztkosten. „Wir sind auf Spenden angewiesen und froh darüber, in Düsseldorf viele Tierfreunde zu haben.“ Bei so vielen Tieren brauche es auch genügend Mitarbeiter; aktuell sind es rund 50, die an sieben Tagen in der Woche im Schichtdienst für das Wohl der Tiere sorgen. Hinzu kommen drei Tierärzte.

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