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Düsseldorf: Caritas baut bewusst neues Altenzentrum in der Altstadt

22-Millionen-Projekt in Düsseldorf : Caritasverband baut bewusst ein neues Altenzentrum in der Altstadt

Am Freitag wurde die Grundsteinlegung des Neubaus von St. Anna gefeiert. Die Caritas investiert 22 Millionen Euro und verzichtet gewollt auf „Lukrativeres“.

Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) fragte sich, ob er denn auf dem Weg zum Richtfest oder wirklich erst zur Grundsteinlegung ist. Zu weit sind die Bauarbeiten eigentlich schon fortgeschritten, der Rohbau wächst seit Wochen in die Höhe, doch tatsächlich hatte der Caritasverband zur Grundsteinlegung für den Neubau seines Pflegezentrums St. Anna in der Altstadt geladen. Das Richtfest werde erst im Herbst gefeiert, fertig soll der Komplex dann voraussichtlich Anfang 2025 sein, verriet Caritas-Chef Henric Peeters.

Etwa 22 Millionen Euro investiert die Caritas in den Neubau, der das abgerissene Pflegeheim ersetzt. Peters sprach bei der feierlichen Grundsteinlegung von einem Kraftakt, die gestiegenen Materialkosten würden jede Kalkulation zerschlagen. Doch es sei in Düsseldorf dringend notwendig, zusätzliche Pflegeplätze zu schaffen, „wenn die Stadt auch für Senioren attraktiv bleiben möchte“, sagte er. Das wusste auch der Oberbürgermeister, der sich mehrfach für die „mutige Entscheidung“ des Verbandes bedankte, denn die Caritas hätte mit dem Grundstück in bester Altstadt-Lage sicherlich auch etwas „Lukrativeres“ machen können, sagte Keller. So sende die Caritas ein wichtiges Signal, die Altstadt sei ja auch ein Ort des Wohnens und Lebens. Der OB schätzte es sehr, dass gleich neben der Kunstakademie wie in der Vergangenheit ein Ort entsteht, an dem Menschen – Alte und Kranke – betreut werden.

Haus bietet 100 Einzelzimmer
und 20 Kurzzeitpflege-Plätze

Stadtdechant Frank Heidkamp erinnerte daran, dass es beim Abriss des alten Pflegeheims bei so manchem feuchte Augen gegeben hat. Nicht alle waren damals davon überzeugt, dass an selber Stelle wieder etwas für die Älteren gebaut wird. Auch aus dem Erzbistum Köln habe es Signale gegeben, so Heidkamp, in dieser prominenten Lage vielleicht doch etwas anderes zu entwickeln. Doch man baue bewusst wieder ein Altenzentrum, damit die Altstädter hier nicht nur leben, sondern auch sterben könnten. Und wenn heute jemand weinen würde, seien es bestimmt Freudentränen, sagte der Stadtdechant.

Wenn St. Anna bezugsfertig ist, wird es Platz für 100 Bewohner (100 Prozent Einzelzimmer) geben, weitere 20 können in die Kurzzeitpflege. Der Neubau setzt sich aus zwei Gebäudeteilen zusammen. Das Erdgeschoss umfasst dabei für das Altenpflegeheim neben der als Mehrzweckbereich genutzten Lobby die Verwaltung, eine eigene Kapelle und alle Nebenfunktionsflächen. Im rückwärtigen Bereich ist ein ebenerdiges Parkgeschoss mit bis zu 18 Stellplätzen vorgesehen, die Anlieferung erfolgt über eine Zufahrt von der Eiskellerstraße. Der begrünte Innenhof bietet mit seiner Terrasse Raum zum Verweilen.