Demonstration für Konsum Cannabis-Aktivisten ziehen durch Düsseldorf

Düsseldorf · Die Teilnehmer forderten einen „gerechten THC-Grenzwert im Straßenverkehr“. Laut Polizei blieb die Demonstration friedlich.

Einer der Veranstalter war Andreas Kromm vom „The Social Club“, hier vor der Demo im Hofgarten.

Einer der Veranstalter war Andreas Kromm vom „The Social Club“, hier vor der Demo im Hofgarten.

Foto: Bretz, Andreas (abr)

Rund 250 Cannabis-Aktivisten (nach Veranstalterangaben) aus ganz NRW haben sich am Samstag gegen 14 Uhr auf einer Wiese am Hofgarten in der Nähe des Ratinger Tores versammelt. Das war der Auftakt zu einer Demonstration, die unter dem Motto „Legalize it - das war fein. Jetzt geht’s um den Führerschein“ stand. Dazu eingeladen hatte unter anderem Andreas Kromm, Vorstandsmitglied des Düsseldorfer Cannabis-Vereins „The Social Club“: „Wir machen schon seit einigen Jahren anlässlich des Global Marijuana Marchs eine Demonstration in Düsseldorf“, sagte er.

Bevor es etwa gegen 14.30 Uhr zu Fuß hinter einem mit Boxen ausgestatteten und passend zum Thema geschmückten Lkw mit großer Ladefläche Richtung Zielort an der Mitsubishi Electric Halle über den Oberbilker Markt ging, war erst noch Chillen auf der Wiese angesagt. Es roch an allen Ecken nach Gras; dazu spielte vom Lkw passend zum schönsten Frühsommerwetter Reggae-Musik. Auf den Transparenten stand beispielsweise „Shops statt Cops“. Doch natürlich wurde der viel beachtete Protestzug von genügend Polizeikräften begleitet.

Aufgerufen zu dem Protest hatte das Bündnis „Global Marijuana March NRW“, gefordert wird ein „gerechter“ THC-Grenzwert im Straßenverkehr. Bislang gibt es hierzulande für Cannabis am Steuer keinen gesetzlichen Grenzwert wie etwa die 0,5-Promille-Marke bei Alkohol. In der Rechtsprechung hat sich ein Wert von 1,0 Nanogramm THC im Blut etabliert. Ab dann drohen bisher Sanktionen.

Friedlicher Demo-Ausklang
an der Mitsubishi Electric Halle

Laut Bundesverkehrsministerium wird von Experten eine Konzentration von 3,5 Nanogramm je Milliliter Blut vorgeschlagen. Bis es zu einer Änderung des entsprechenden Gesetzes kommt, gelten die aktuellen strengeren Vorgaben.

Aus Sicht von Andreas Kromm haben sich die Gesetze zum Cannabis-Konsum aber trotz der Freigabe eher noch verschärft: „Dieser ist inzwischen stärker reglementiert.“ So hätten die Teilnehmer in diesem Jahr immer wieder auf die eingerichteten Cannabis-Verbotszonen achten müssen, etwa, wenn der Protestzug an Kinderspielplätzen oder Kitas vorbeizog. Dann hätten alle ihre Joints ausgemacht, was die Polizeibeamten auch kontrolliert hätten, so Kromm.

Gegen 16.45 Uhr erreichte die Demo, die unterwegs an Teilnehmern verloren hatte, den Endpunkt an der Mitsubishi Electric Halle. Da dort aber schon eine Schlange von Menschen auf den Einlass zum Metall-Konzert von „I Privall“ wartete und sich auch der Parkplatz füllte, wich man auf den kleinen Platz vor der Unterführung zum Oberbilker S-Bahnhof aus. Allerdings herrschte dort sehr zum Missfallen der Demonstranten Cannabis-Konsumverbot. Dort klang dann die nach Polizeiangaben friedliche Demo aus.

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