Neubau am Heinzelmännchenweg in Düsseldorf Bezirkspolitik stimmt für neues Gymnasium

Düsseldorf · In der letzten Sitzung vor der Sommerpause ging es im Osten unter anderem um das am Grafental geplante Gymnasium.

 So soll es 2028 aussehen. Das geplante Gymnasium am Heinzelmännchenweg war ein großer Tagespunkt der Sitzung.

So soll es 2028 aussehen. Das geplante Gymnasium am Heinzelmännchenweg war ein großer Tagespunkt der Sitzung.

Foto: ARGE Gina SHA

Das neue Gymnasium am Heinzelmännchenweg wird kommen. Die Bezirksvertretung für den Stadtbezirk 2 hat das Bauvorhaben bei ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause begrüßt. Weil der Planungsausschuss als entscheidendes Gremium am Tag darauf einstimmig für das Projekt votiert hat, ist der Weg nun endgültig frei für die neue vierzügige Schule, die viele Eltern im Düsseldorfer Osten sich schon lange sehnlich wünschen. Ursprünglich war geplant, den Bau 2023 zu beginnen, der erste Unterricht sollte bereits dieses Jahr stattfinden. Eine besondere bauplanerische Komplexität, insbesondere aufgrund der Erschütterungen durch den nahen Güterverkehr, sorgte immer wieder für Verzögerungen. Im Dezember hatte der Stadtrat die Finanzierung und Ausführung des Vohabens beschlossen. Die Fertigstellung ist jetzt für 2028 vorgesehen, die Kosten sind mit 97,6 Millionen Euro veranschlagt.

Schon aufgrund der stets zu hohen Nachfrage, mit welcher sich die alle näherliegenden Gymnasien konfrontiert sehen, war es wenig wahrscheinlich, dass die Bezirksvertretung sich gegen das Projekt stellen würde. Schließlich gebe es einen „gestiegenen Bedarf an weiterführenden Schulen in Düsseldorf“, wie es Emilia Amabile aus dem Bereich „komplexe Sonderbauten“ noch einmal besonders hervorhob. Bei den geplanten Projekten werde überdies besonders auf Barrierefreiheit, Biodiversität und Nachhaltigkeit Wert gelegt. Die Dachflächen der Schule sollen mit Photovoltaik-Modulen ausgestattet und außerdem intensiv begrünt werden.

Ein Fassaden-Schallschutz gegen den nahen Güterzugverkehr, wie es die Festsetzungen des Bebauungsplanes vorschreiben, ist ebenfalls vorgesehen. Um die durch die vorbeifahrenden Züge entstehenden Erschütterungen abzumildern, soll der Stahlbetonbau gänzlich auf Federn lagern. Diese wiederum würden laut Ausführungen der geladenen Sachverständigen nur eine Substratschicht von 20 Zentimetern für die Dachbegrünung auf dem Dach zulassen, was letztlich doch für einige Diskussionen innerhalb des Gremiums sorgte. Schließlich waren ursprünglich 40 Zentimeter vorgesehen. Ebenso wurde der durch das Projekt entstehende Verlust von Bäumen teilweise kritisch gesehen. Insgesamt sollen 84 Bäume gefällt, jedoch nur 58 gepflanzt werden. Einen Eins-zu-Eins-Ersatz ließe das Gelände nicht zu, so Amabile.

Neben dem Gymnaisum warb das Bauaufsichtsamt erfolgreich um die Zustimmung zum Bauantrag für das Projekt „Revitalisierung des Bürogebäudes Ivo-Beucker-Straße 43“. Auch hier soll eine Dachbegrünung für mehr Biodiversität im Areal sorgen. Die Fassaden sollen laut Bereichsleiterin Nicola Seegers energetisch ertüchtigt werden.

Die Sachverständigen mühten sich redlich, den kritischen Bezirksvertretern ausführlich Rede und Antwort zu stehen. So etwa auch bei der Bauvoranfrage zur Klärung der planungsrechtlichen Zulässigkeit hinsichtlich des Umbaus des Verwaltungsgebäudes an der Heinrichstraße 24 zu Wohn- und Geschäftsgebäuden. Ebenso in der Frage des Bauantrages für den Neubau eines Mehrfamilienhauses mit neun Wohneinheiten in der Goethestraße 8. Teilweise wurde intensiv über den Erhalt einzelner, bauplanerisch geschützter Bäume debattiert. Linke-Politikerin Monika Müller-Klar monierte, dass unter den Projekten „nicht eine einzige sozial geförderte Wohnung“ vorgelegt wurde. „Das sind alles Objekte, die kann kein normaler Mensch zum Wohnen bezahlen. Ich finde das empörend“, sagte Müller-Klar und enthielt sich als einziges Gremiumsmitglied bei der Abstimmung zu den Wohnbauprojekten.