Neue Woolworth-Filiale im Test Discounter eröffnet in den Düsseldorf Arcaden

Düsseldorf · Die Gemischtwaren-Kette Woolworth gibt es jetzt auch in Bilk. Das Sortiment lockt Schnäppchenjäger an – und erinnert an ein Kaufhaus.

 Schlange am ersten Tag vor der vierten Düsseldorfer Woolworth-Filiale: Vor dem Laden pries ein Moderator die Angebote an, es gab frisches Popcorn und die Kundschaft konnte am Glücksrad drehen.

Schlange am ersten Tag vor der vierten Düsseldorfer Woolworth-Filiale: Vor dem Laden pries ein Moderator die Angebote an, es gab frisches Popcorn und die Kundschaft konnte am Glücksrad drehen.

Foto: Maximilian Nowroth

Donnerstagmorgen, Einkaufszentrum Düsseldorf Arcaden, Erdgeschoss: Wham singt „Last Christmas“, Kunststoff-Weihnachtsbäume blinken, die wenigsten Läden haben schon geöffnet. Eine Handvoll Flächen steht leer, doch ganz hinten entsteht etwas Neues. Beim Näherkommen steigt einem der Geruch von frischem Popcorn in die Nase, dann erklingt die Stimme eines Moderators: „Jetzt endlich auch hier, eine Filiale von Woolworth. Wollen Sie ein Prospekt? Bitteschön, viel Spaß beim Shoppen!“

Die Gemischtwaren-Kette, dessen amerikanischer Namensgeber im 19. Jahrhundert das Wühltisch-Warenhaus erfand, hat pünktlich zum Weihnachtsgeschäft ihren vierten Standort in Düsseldorf eröffnet.

Nach Pempelfort, Oberbilk und Rath jetzt also Bilk. Der grüne Bezirksbürgermeister Dietmar Wolf schneidet um neun Uhr ein Band durch, dann kann die Schnäppchenjagd beginnen.

Mehrere Dutzend Kunden haben auf diesen Moment gewartet, sie kennen das Prospekt aus dem Anzeigenblatt. In den roten Einkaufstaschen landen pinke Badeschuhe für sechs Euro, Handschuhe und Mützen für einen Euro, und gerne auch stark reduzierte Gläser, Pfannen und Töpfe von Marken wie Ritzenhoff, WMF und Zwilling. Woolworth-Bezirksleiter Nico Schorr (33) hat sich am Aktionsregal postiert und schaut, dass sich alle an einen Hinweis halten: „Abgabe nur in haushaltsüblichen Mengen“. Das Schild ist auch auf Türkisch übersetzt.

Der Großteil der Ware
ist Marke Eigenbau

Rund 10 000 Artikel habe das Sortiment, sagt Schorr. „Kaufhaus-Feeling.“ Klebestifte, Koffer, Kapuzenpullis, Kaugummi-Zigaretten. Aber auch Duftkerzen, Dessous und Doppelkorn. Einer der günstigsten Artikel: Herrensocken für 75 Cent. 65 Prozent Polyester. Den Preisrekord hält eine brusthohe Etagere mit 100 Euro. „Ganz schön schwer“, sagt eine Kundin. Schorr: „Dafür steht die auch stabil.“

Die Kundschaft ist so vielfältig wie die Auswahl: Rentnerinnen, Väter mit Kinderwagen, ältere Herrschaften, ein russisches Pärchen, Frauen mit Kopftuch. „Das Konzept scheint zu funktionieren“, sagt Handelsexperte Gerrit Heinemann. Der Mönchengladbacher Hochschul-Professor attestiert Woolworth eine „Nahversorger-Funktion“. Dank der stoße die Kette in jene Lücke, die geschlossene Warenhäuser hinterlassen.

Ist Woolworth am Ende des Tages nicht einfach eine Mischung aus dem Textil-Billigheimer Kik und dem Haushaltswaren-Discounter Tedi? Bezirksleiter Schorr, der bei Kik seine Karriere begann, verneint das nicht.

Woolworth gehört zur Dortmunder Gruppe HH, die Tedi-Eigentümer ist und früher mal Anteile an Kik hielt. Das Bilker Woolworth-Sortiment zeugt von dieser Historie: Im Eingangsbereich stehen jede Menge Kleiderständer mit einstelligen Preisen. Pullis für vier Euro, produziert in Pakistan. „Distributed for Tedi“, steht im Etikett. „Ein Sonderposten“, sagt Schorr. Anlässlich der Eröffnung gibt es auch Kleidung von Marken wie Adidas, Nike und Hummel. Aber der Großteil der Ware ist Marke Eigenbau.

Vor dem Laden hat sich eine Schlange gebildet, mehrere Kunden wollen am Glücksrad drehen. Zur Belohnung gibt es Grillzangen oder Flaschenöffner gratis. Währenddessen spricht der Moderator über die Geschäftsstrategie:

„Wir sind so was von am expandieren, meine Damen und Herren.“ Woolworth hat 640 Filialen in Deutschland. In naher Zukunft sollen es mehr als 1500 werden.

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