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Düsseldorf-Bilk: Künstler zeigt seine grüne Oase im Hinterhof

NRW : Grüne Oase der Ruhe mitten in Bilk

Dank viel Kreativität entstand an der Himmelgeister Straße ein eindrucksvoller Garten mit viel Grün und noch mehr Ruhe.

Vor der Haustür die Geräuschkulisse des fließenden Verkehrs auf der Himmelgeister Straße, nur ein paar Schritte durch den Flur und die Besucher stehen in einem kleinen Paradies. Auf rund 600 Quadratmetern hat Michael Borowiak eine Oase der Ruhe geschaffen. Leise plätschert Wasser in einen kleinen Teich, Vögel zwitschern, Insekten schwirren durch die letzten warmen Sonnenstrahlen.

„Die offene Gartenpforte Rheinland“ lädt seit 2002 drei- bis viermal im Jahr dazu ein, private Gartenparadiese zu besuchen. Die Termine im Frühjahr und Sommer mussten wegen Corona abgesagt werden. Am Wochenende waren zwei Gärten in Düsseldorf für Publikum geöffnet. Neben dem Bio-Garten der VHS im Südpark lud Michael Borowiak in sein Reich aus Pflanzen, Sträuchern und alten Bäumen ein. Angefangen hat alles vor rund fünfzehn Jahren, als er aus dem Ruhrgebiet in eine Wohnung in der Himmelgeister Straße zog und kurze Zeit später die Aufgabe übernahm, sich um den Garten zu kümmern.

Nach und nach gestaltete er die Fläche hinter Haus Nr. 18 und den beiden angrenzenden Häusern zu einem kleinen Paradies um. Die Bewohner schauen von ihren Balkonen auf leuchtende Farben, saftiges Grün und Kunst, die sich in die Natur einfügt, als sei es schon immer so gewesen. Kauzige Wesen, die wie Trolle aussehen, lugen zwischen Zweigen hervor. Nixen bewachen den kleinen Teich, zu dem sich ein von Farnen gesäumter Pfad schlängelt. Dort im Schatten unter dem Blätterdach eines Baums sitzt Michael Borowiak am liebsten. „Hier finde ich Ruhe und Inspiration“, verrät der Wahl-Düsseldorfer, der in Oberbilk ein Atelier betreibt.

Dort entstehen seine Figuren, Köpfe und Gefäße, die in seinem Garten zum Teil auf ein neues Zuhause warten. „Manche Stücke habe ich auch speziell für den Garten gemacht“, sagt der ausgebildete Keramiker. Neben seinem Atelier wurde kürzlich ein Haus abgerissen. „Ich habe den Bauleiter gefragt, ob ich ein paar der alten Ziegelsteine haben kann“, erzählt Borowiak den Besuchern am Samstagvormittag. Er durfte, schleppte 650 von ihnen nach Hause und machte daraus eine kleine Mauer für seinen Lieblingsort. „Ich habe sie gerettet und ihnen eine neue Bestimmung gegeben“, schmunzelt der Künstler. „Ich habe die Zeit des Lockdowns einfach genutzt, weiter zu gestalten“, resümiert Michael Borowiak.

Der alte Baumbestand ist das große Plus der Oase im Hinterhof. Er sorgt für Schatten und ein angenehmes Klima. „Im Sommer haben wir hier oft zwischen fünf und zehn Grad Unterschied zur Hitze auf der Straße vor dem Haus“, freut er sich. Den Garten dürfen alle Mieter zum Entspannen nutzen. Reife Quitten warten noch darauf geerntet zu werden. Astern künden vom nahenden Herbst. Fertig, davon ist Michael Borowiak überzeugt, wird er wohl nie sein.