NRW Graffiti-Kunst für den Schandfleck

Benrath · Seit einigen Jahren wird die Sanierung und Umgestaltung der Unterführung in Benrath zur Paulsmühle vorbereitet. Künstler des Vereins Verbunt, die schon am Bahnhof aktiv waren, sollen die Wände mit Graffiti verschönern.

 So sieht der Vorentwurf aus.

So sieht der Vorentwurf aus.

Foto: Fabian Buckmann, Marc Henneg, Verein Verbunt/Vorentwurf Fabian Buckmann, Marc Henneg, Verein Verbunt

Seit einigen Jahren ist die Sanierung mit der anschließenden Neugestaltung des Paulsmühlentunnels mit einem Künstler-Graffiti beschlossene Sache. Nach weiteren Monaten des Stillstands ist nun endlich wieder Bewegung in die Sache gekommen. Die Bezirksvertretung 9 hat in ihrer jüngsten Sitzung mit lediglich einer Gegenstimme des AfD-Mitgliedes weiteres Geld freigegeben.

Für die Gestaltung des Paulsmühlentunnels mit Graffiti wurden durch das Amt für Verkehrsmanagement Angebote für die Vorbereitung und die Sanierung der Wände eingeholt. Die Angebotssummen lagen laut Verwaltung über der ursprünglichen Kostenschätzung, so dass die Bereitstellung von zusätzlichen 15 000 Euro erforderlich war. Im September 2020 hatte die BV bereits 74 000 Euro für das Projekt freigegeben. Das Problem: Die Wände der Personenunterführung sind durchfeuchtet. Für die Untergrundvorbereitung der Wände und Decken muss zunächst die Altbeschichtung aufgeraut und gespachtelt werden.

Denn auch wenn die Unterführung mit der Fertigstellung des Albrecht-Dürer-Berufkollegs im Sommer 2018 inzwischen begradigt ist und man von der einen Seite der Unterführung jetzt immerhin bis zum anderen Ende einen freien Blick hat, ist die wichtigste fußläufige Verbunding zwischen der Paulsmühle und dem Benrather ein Schandfleck. Die einstmals orange Wandfarbe ist überall mit Schriftzeichen und illegalen Graffiti beschmiert. Das wollen die Bezirksvertreter schon seit Jahren ändern.

Um zu verhindern, dass eine einfarbig gestrichene Unterführung sofort wieder bekritzelt und beschmiert wird, soll sie eine künstlerische Gestaltung bekommen. Fabian Buckmann und Marc Heneg vom Verein Verbunt haben der Stadtteilpolitik dafür schon einen Vorentwurf geliefert. Wer sich einen Eindruck verschaffen will, wie die Künstler arbeiten, dem ist ein Blick in den benachbarten Benrather Bahnhof empfohlen. Dieser wurde im November 2020 von den beiden Künstlern aus dem Verein gestaltet. Mit der Aktion wollte die Deutsche Bahn den Ort vor illegalen Sprayereien schützen.

 So sieht die Unterführung derzeit aus.

So sieht die Unterführung derzeit aus.

Foto: RP/Dominik Schneider

Es sollen Elemente des Benrather Schlosses zu sehen sein

Die Gestaltung im Benrather Bahnhof basiert hauptsächlich auf Architektur, Formen, Fragmenten, Botanik und Eindrücken aus dem Benrather Schloss und dem Schlosspark – teils stark abstrahiert, teils eindeutig dargestellt. Die Unterführung zur Paulsmühle soll noch moderner von der Bildersprache werden. Auch hier sollen sich Elemente des Schlosses, wie der Kuppelsaal wiederfinden, aber neu interpretiert.

Ob die Künstler noch 2021 loslegen können, hängt davon ab, wann die Sanierungsarbeiten beginnen. Wegen der Pandemie konnten sie Jugendliche und Bewohner aus dem Stadtteil nicht schon im Vorfeld beteiligen. Der Verein Verbunt fördert Jugendkunst und -kultur im Stadtgebiet. Seit 2011 ist er anerkannter freier Träger der Jugendhilfe.

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