Youtuber aus Düsseldorf Wieso die Wolter-Zwillinge ihre Haartransplantation öffentlich gemacht haben

Düsseldorf · Die Youtuber Benni und Dennis Wolter stehen seit vielen Jahren in der Öffentlichkeit und haben kein Geheimnis aus ihrer Haartransplantation gemacht. Viele Männer sprechen jedoch immer noch nicht über Schönheitsoperationen.

Die Youtuber Dennis (l.) und Benni Wolter hatten beide eine Haartransplantation.

Die Youtuber Dennis (l.) und Benni Wolter hatten beide eine Haartransplantation.

Foto: Bretz, Andreas (abr)

Über ihre Haare haben sich die Zwillinge Benni und Dennis Wolter eigentlich nie Sorgen gemacht. Seit einigen Jahren stehen die beiden für unterschiedliche Formate vor der Kamera und damit auch in der Öffentlichkeit. In den vergangenen beiden Jahren merkten sie jedoch, dass sich doch etwas veränderte. Um dem genetisch bedingten Haarausfall entgegenzuwirken, entschieden sich die Wolter-Zwillinge für eine Haartransplantation.

Bei dem Prozess vor und nach dem Eingriff haben die Düsseldorfer, die vor allem für ihre Show „World Wide Wohnzimmer“ bekannt sind, ihre Community in den sozialen Medien mitgenommen. „Es wäre auch gar nicht möglich gewesen, ein Geheimnis daraus zu machen“, sagt Dennis Wolter beim Gespräch mit der Redaktion. Nach dem Eingriff posteten sie täglich Bilder, um zu zeigen, wie der Prozess verlief und sie sich veränderten. Auch nach der Transplantation drehten sie ganz normal weiter ihre Videos. Schon vor der Haartransplantation sei die Resonanz groß gewesen. „Viele Männer haben sich bei uns gemeldet, das ist für einige ein Thema“, ergänzt Benni Wolter. Manche erkundigten sich über den Eingriff und fragten nach Tipps, andere erzählten von ihren geplanten Transplantationen.

Sie entschieden sich, die Eigenhaartransplantation in der S-thetic Clinic in Düsseldorf-Kaiserswerth machen zu lassen. Dort wird ein Haarroboter eingesetzt, der einzelne Haarfollikel entnimmt. Der Roboter bewertet die Qualität und den Zustand der Haarfollikel und kann so die Besten für die Transplantation auswählen. Die Schmerzen während und nach dem Eingriff hatten sich die beiden viel schlimmer vorgestellt.

Beide Männer sind glücklich
mit ihrer Entscheidung

Heute, mehrere Monate nach dem Eingriff, sind die beiden mehr als glücklich mit der Entscheidung, die Haartransplantation machen zu lassen. Die Veränderung ist bereits zu sehen. „Die Haare wachsen schon, das sieht man auf jeden Fall. Hinten sind sie natürlich noch ein bisschen weich, aber sie werden da noch ganz dick“, sagt Dennis. Dass die Veränderung zu sehen ist, freut auch Benni jeden Tag: „Wenn ich morgens in den Spiegel gucke, dann sehe ich immer eine Veränderung. Man hat direkt so einen Glücksmoment morgens, das freut mich sehr.“ Das Thema in der Öffentlichkeit zu besprechen, war zwar für Dennis und Benni Wolter selbstverständlich, aber ist noch lange nicht der Normalfall. „Ich glaube, das ist für viele Männer noch eher ein Tabu-Thema, als es das für Frauen ist.“ Es gebe nicht viele Männer, die in der Öffentlichkeit stehen und über Haartransplantationen reden. Als Beispiele fallen ihnen Fußballtrainer Jürgen Klopp und FDP-Politiker Christian Lindner ein.

Afschin Fatemi, der promovierte Gründer der Klinik, konnte in den vergangenen 20 Jahren einen Anstieg bei Männer-Behandlungen sehen. „Damals waren nur rund fünf Prozent der Behandelten Männer, heute sind es etwa 20 bis 30 Prozent.“ Je technischer viele Behandlungen geworden sind, umso mehr haben sich Männer angefangen, dafür zu interessieren, ist eine weitere seiner Beobachtungen. So sei es beispielsweise auch bei dem Roboter, der die Haartransplantationen vornimmt.

Über die Jahre hätten sich Männer mehr angefangen, mit ihrer Optik und möglichen Behandlungen auseinanderzusetzen. So werde die Hemmschwelle auch geringer. „Der Durchschnittsmann, der für eine Behandlung zu uns kommt, hat sich schon länger mit dem Wunsch, etwas zu ändern, auseinandergesetzt und das nicht spontan entschieden“, sagt Fatemi. Er merke, dass es sich immer weniger um ein Tabu-Thema handle und sich viele Männer mehr mit ihrem Äußeren befassen. „Ich weiß nicht, ob es mal ein 50/50-Verhältnis bei den Eingriffen wird, aber der Männeranteil wird immer größer.“

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