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Düsseldorf bekommt ein Klimaschutz-Konzept

Düsseldorf bekommt ein Klimaschutz-Konzept

Die Stadt tut vergleichsweise viel für den Schutz des Klimas. Wie das noch besser geht, soll das Wuppertal Institut zeigen.

Düsseldorf. Schwierige Verhandlungen werden derzeit in Kopenhagen um verbindliche Klimaschutzziele geführt. "Diese Vorgaben sind enorm wichtig", sagt der Düsseldorfer Umweltamtsleiter Werner Görtz. Denn auch in Düsseldorf stammt die Hälfte der CO²-Emissionen aus Industrie und Gewerbe.

Auf diese Emittenten hat die Stadt kaum Einfluss. Aber schließlich will Düsseldorf den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid zwischen 2007 und 2012 um zehn Prozent senken. "Ein Ziel, das wir wohl erreichen", sagt Görtz.

8,1 Millionen Tonnen CO² wurden in Düsseldorf 1987 ausgestoßen. 2005 waren es noch 6,1 Millionen, 2007 dann 5,7 Millionen Tonnen. Die Reduktion geht in der Tat immer zügiger voran.

Große Schritte erhofft sich Görtz vom Programm "Die Schöpfung bewahren - 30 Initiativen für den Klimaschutz in Düsseldorf". Der Maßnahmenkatalog wurde Anfang 2008 auf den Weg gebracht und konzentriert sich auf drei Säulen: Energiesparen, Energieeffizienz und erneuerbare Energien.

3,5 Millionen Euro in zwei Jahren stellt die Stadt allein zur Verfügung, um die Sanierung von Altbauten zu fördern. "Da gibt es in den kommenden zehn bis 20 Jahren die größten Einsparpotenziale", sagt Görtz. Für acht Millionen Euro wurden zudem rund 1.000 städtische Wohnungen saniert. Um 50 bis 80 Prozent könnte der Energieverbrauch durch diese Modernisierungen gesenkt werden, erklärt der Amtsleiter.

Bei Neubauten stellt Düsseldorf für den Energieverbrauch bereits Anforderungen, die über dem gesetzlichen Standard liegen. Viel soll in der Zukunft auch bei Fernwärme und Kraft-Wärme-Kopplung passieren, bei der die Produktion von Wärme gleichzeitig Strom erzeugt.

"Wir müssen mit immer weniger fossilen Brennstoffen die gleiche Energie erzeugen", erklärt Görtz das Prinzip. Zudem gibt es immer mehr Solaranlagen in der Stadt. Der Einfluss auf die CO²-Bilanz ist zwar noch klein, Ziel ist aber laut Görtz, die Technologie voranzubringen. Schon jetzt.

15 Millionen gab die Stadt 2008/ 2009 für das Programm aus, fünf Millionen Euro sollen es in jedem der kommenden Jahre sein. Trotz der sinkenden Einnahmen der Stadt durch die Finanzkrise. Laut Rüdiger Gutt (CDU) bestehe im Umweltausschuss interfraktionelle Einigkeit, die Investitionen stabil zu halten.

Kritik kam bislang von Umweltverbänden: Der Maßnahmenkatalog ersetze kein umfassendes, langfristig angelegtes Klimakonzept. Dieses lässt die Stadt derzeit beim Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie erarbeiten. "Das ist sehr positiv", sagt Dirk Jansen vom Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) in Düsseldorf.

Die Stadt folge damit dem Beispiel Münchens, das als erste deutsche Großstadt ein solches Konzept erstellen ließ. Ziel der Studie ist laut Umweltamt, zu zeigen, wie ein klimaneutrales Düsseldorf im Jahr 2050 erreicht werden kann. Im Sommer 2010 soll das Konzept fertig sein.

Iris Bellstedt (Grüne), die den Vorsitz im Umweltausschuss hat, ist allerdings skeptisch: "In dem Konzept wird es wohl auch an den Verkehr gehen. Dann wird sich zeigen, wie ernst es der Stadt mit der Umsetzung ist."

Denn die Autofreundlichkeit Düsseldorfs sei die Achillesferse des Klimaschutzes. Auch Jansen sieht hier das "größte Defizit": Für eine effektive Reduzierung der Emissionen müsste die Stadt ein massenhaftes Umschwenken auf alternative Transportkonzepte fördern.