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Düsseldorf: Autofahrer mit kurzer Zündschnur nun vor Gericht

Düsseldorf : Autofahrer rastet wegen einer Bemerkung aus

(wuk) Ein handfester Streit mit einem 66 Jahre alten Taxifahrer bringt einen 23-Jährigen jetzt vors Amtsgericht. An einem Donnerstagabend im Mai 2020 hatte der Angeklagte angeblich versucht, sich mit seinem Wagen durch Dauerhupen in eine Autoschlange in der Altstadt zu drängen.

Was ihn offenbar in Rage brachte, war die spöttische Bemerkung des Taxifahrers, dass er eine „sehr schöne Hupe“ habe. Denn laut Anklage spuckte der 23-Jährige den Kontrahenten daraufhin an, schlug ihn angeblich und warf ihm kurz danach noch eine Wasserflasche an den Kopf. Das bringt ihm jetzt einen Prozess wegen gefährlicher Körperverletzung ein.

An der Ecke der Mühlenstraße und der Neubrückstraße soll die Auseinandersetzung begonnen haben. Vermutlich aus dem Parkhaus der Kunstsammlung NRW kommend, wollte der 23-Jährige angeblich nach links in die Mühlenstraße mit Fahrtrichtung zur Heinrich-Heine-Allee einbiegen, sich durch Dauerhupen eine Durchfahrt erzwingen. Der Taxifahrer habe die Situation witzelnd zu entschärfen versucht. Doch seine Bemerkung über die „schöne Hupe“ führte dazu, dass der 23-Jährige durch das geöffnete Seitenfenster dem Taxifahrer plötzlich ins Gesicht spuckte. Beide Männer stiegen daraufhin aus – und der 66-Jährige wurde laut Anklage von dem ungeduldigen Autofahrer gegen Rücken, Bein und gegen den Kopf geschlagen, habe dadurch seine Brille verloren, auch sein Hörgerät sei beschädigt worden. Schon fest entschlossen, die Polizei einzuschalten, stieg der Taxifahrer wieder ein, wurde an der Ampel zur Heinrich-Heine-Allee von dem Kontrahenten auf gleicher Höhe aber zusätzlich mit einer Wasserflasche beworfen. Die traf den 66-Jährigen erneut am Kopf. Hinterher klagte der Taxifahrer über Prellungen am Hinterkopf, Unterarm, Oberschenkel, Rücken, Nacken und Kehlkopf. Den Wurf mit der Wasserflasche wertet die Staatsanwaltschaft als Angriff mit einem „gefährlichen Werkzeug“. Wegen gefährlicher Körperverletzung droht eine Haftstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren, ein Urteil wird am 31. Mai erwartet.