Düsseldorf: Auch die Benrather können jetzt unverpackt einkaufen

Stadtteile : Auch die Benrather können jetzt unverpackt einkaufen

Nach den drei bestehenden Unverpackt-Läden hat nun auch einer im Süden eröffnet. Als Konkurrenz sieht Inhaberin Amra Kotlin die aber nicht. Sie hofft auf Kunden aus ihrer Ecke.

Noch sind nicht alle Spender und Regale voll. Ein paar habe sie bewusst noch leer gelassen, sagt Amra Kotlin. Erstmal sehen, was die Kunden so brauchen, was sie sich noch wünschen. Dort wo früher Annes Bioladen an der Benrodestraße war, kann man jetzt verpackungsfrei einkaufen. „Purabio“ ist der vierte Unverpackt-Laden in Düsseldorf und schließt die Lücke im Süden. Denn auch dort haben viele das Bedürfnis, beim Einkaufen am Plastik zu sparen.

Dabei war ein eigener Laden – ein richtiger mit Ladenlokal – gar nicht der Plan von Amra Kotlin. Von einer Reise nach Costa Rica brachte ihr Mann eine besondere Schokolade mit, eine die noch im Familienbetrieb mit lokalen Bauern hergestellt wird. Die eigentliche Idee war es, diese Schokolade auch in Deutschland zu vertreiben. Als Online-Shop. Doch dann wurde das Geschäft an der Benrodestraße frei.

„Wir überlegen selbst schon seit einigen Jahren, wie man beim Einkaufen Plastik einsparen kann“, sagt Amra Kotlin. Auch für ihren Einkauf sei sie immer wieder in die schon vorhandenen Unverpackt-Läden gegangen. Doch von Benrath aus ist das recht weit. Warum also nicht ein eigener Laden für den Süden?

Insgesamt sind es 80 Produkte, die abgefüllt werden können

Anfang August konnte sie dann also eröffnen. Nun kann man auch hier mit selbst mitgebrachten Behältern Müsli, Mehl und Nudeln abfüllen. Insgesamt sind es etwa 80 Produkte. Auch Obst und Gemüse aus der Region und Hygieneartikel sind im Sortiment. Und auch die besagte Schokolade – obwohl die eines der wenigen Produkte ist, die nicht ohne Verpackung auskommen. „Das geht bei Schokolade einfach nicht so gut“, sagt Amra Kotlin. Doch die Folie, in der die eingepackt ist, sei besser abbaubar, als gewöhnliches Plastik. Sich über diese Details zu informieren, ist ihr wichtig. Auch für Obst und Gemüse arbeitet sie nur mit kleinen Höfen aus der Nähe zusammen, das Brot liefert die Hercules-Bäckerei aus der Innenstadt. Die Produkte im Regal sind nur welche, die Amra Kotlin selbst probiert und für gut befunden hat. Alle sind Bio-Produkte.

Auch wenn es schon der vierte Unverpackt-Laden in Düsseldorf ist – als Konkurrenz sieht sie die anderen drei nicht. Im Gegenteil. Mit den anderen Betreibern ist Amra Kotlin in Kontakt, durfte während der Planung ihres eigenen Ladens dort reinschnuppern und sich Tipps geben lassen. „Wir wollten einfach auch diese Ecke Düsseldorfs versorgen.“ Auch aus der Umgebung, etwa aus Hilden kämen bereits Kunden – denn hierhin können sie mit dem Rad fahren und müssen nicht bis nach Flingern oder Bilk.

Die ehemalige Hotelfrau wird von ihrer Familie unterstützt

Neben den Spendern und Regalen mit Abfüllbarem gibt es bei „Purabio“ auch eine kleine Café-Ecke.

Amra Kotlin backt zudem eigenen Kuchen und Bananenbrot. Für die ehemalige Hotelière ist es schön, wieder etwas Eigenes zu haben. Ihr Mann und ihre beiden Söhne unterstützen sie im Laden. So ist der Unverpackt-Laden ein kleines Familienunternehmen.

Mit der bisherigen Resonanz ist Amra Kotlin zufrieden. Auch Ältere trauten sich hierhin. Manche bräuchten vielleicht eine kurze Erklärung, wie das mit dem Abfüllen so funktioniert, kämen dann aber auch wieder. Und auch erste Rückmeldungen für die noch leeren Behälter hat es schon gegeben. So nimmt sich Amra Kotlin bald auch losen Tee, Olivenöl und auch Haushaltsprodukte wie Spül- oder Waschmittel vor.

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