Für den Job nach Düsseldorf Junge Argentinierin lernt französische Spezialitäten im Rocaille

Düsseldorf · Die Patisserie im Rocaille orientiert sich sehr nahe an den Standards aus Paris. Die 23-jährige Catalina hat viel über das Handwerk gelernt .

Im Rocaille arbeitet eine Konditorin aus Argentinien, Catalina Sabatte mit einem Croquembouche.

Im Rocaille arbeitet eine Konditorin aus Argentinien, Catalina Sabatte mit einem Croquembouche.

Foto: Anne Orthen (orth)

Große Festtagsspezialitäten wie das Croquembouche sind für Catalina noch etwas ganz besonderes. Die frischen Windbeutel werden zu einer Pyramide zusammengeführt und im Anschluss mit Schokolade oder Karamell überzogen. Die Torte kommt aus der französischen Küche – und gehört damit nun zu den Spezialitäten, die die Argentinierin immer weiter perfektionieren wird.

Seit August ist die 23-Jährige Teil des Teams der Patisserie im Rocaille, eine Mischung aus Café, Patisserie und Wein-Bar in Derendorf. Eigentlich war ihr Plan ein ganz anderer: Während ihres Studiums in Ernährungswissenschaften in Argentinien entschied sie sich eine Pause einzulegen und für ein Au-pair nach Deutschland zu kommen. „Ich hatte angefangen, Deutsch als Hobby zu lernen, und wollte die Sprache verbessern und üben.“ Doch nach dem Au-pair in Hamburg entschied sich Catalina, weiterhin in Deutschland zu bleiben und mit einer Organisation zu reisen und gleichzeitig zu arbeiten.

Ihr Weg führte sie nach Garmisch-Partenkirchen in Bayern, wo sie sechs Monate als Hilfskraft in einem Hotel arbeitete. Erste Erfahrungen im Catering hatte sie vorher auch schon in Argentinien sammeln können, in dem Hotel lernte sie jedoch einiges neues dazu. Sie entschied sich, weiter in Deutschland bleiben zu wollen, und suchte im Internet nach Patisserien – ohne wirkliches Ziel. Durch Zufall wurde sie auf die Patisserie im Rocaille aufmerksam und bewarb sich, obwohl keine Stelle ausgeschrieben war. Für Rocaille-Betreiber Michael Spreckelmeyer war das ein Glücksgriff: „Wir sind bisher sehr zufrieden und Catalina passt gut ins Team.“

Das Rocaille hat einen hohen Anspruch an sich selbst und möchte hochwertige und kreative Patisserie wie in Paris anbieten. Deshalb ist das Rocaille Partner von Valrhona, einer renommierten Schokoladen-Manufaktur aus Frankreich. Nur Schokolade dieses Herstellers sowie Sahne aus Frankreich würden verwendet, da es keine deutschen Produkte mit vergleichbarer Qualität gebe.

Unter der Leitung von Alexandra Wende entstehen in der Patisserie unter anderem Macarons, Fruit Tartlets und Hochzeitstorten.

Vor den französischen Spezialitäten hat Catalina Respekt. Ein paar Kleinigkeiten seien ihr zwar schon bekannt, vieles sei allerdings noch ganz neu und sie lerne die Zubereitung Schritt für Schritt. „Etwas vergleichbares wie die Tarte au Citron habe ich auch in Argentinien gerne gemacht.“ Vom Croquembouche ist die Auszubildende bisher begeistert: „Das ist etwas sehr schönes, das eigentlich simpel aber trotzdem sehr elegant ist.“

Die neuen Rezepte lernt sie von Alexandra Wende, die ihr Handwerk in Frankreich lernte. Sie wurde an der renommierten Pariser Gastronomieschule „Le Cordon Bleu“ ausgebildet. Im Jahr 2014 machte sie ihren Abschluss mit dem großen Diplom der „Haute Cuisine“ und der „Patisserie“ als Jahrgangsbeste. Nachdem sie 2016 auch die deutsche Konditoren-Meisterprüfung ablegte, eröffnete sie im Rocaille ihre eigene Patisserie. Dabei sind ihr Nachhaltigkeit und der bewusste Umgang mit Rohstoffen besonders wichtig und sie bevorzugt saisonale und regionale Produkte.

Neben all den Rezepten lernt Catalina auch im Alltag viele neue Dinge, seit sie in Düsseldorf lebt. Auf der einen Seite sind das natürlich die Sprache und die neuen Inhalte, die sie auch fachlich in der Ausbildung beigebracht bekommt. Auf der anderen Seite aber auch viele kulturelle Unterschiede, an die sie sich im Vergleich zu Argentinien erst einmal gewöhnen muss. Besonders das argentinische Essen vermisse sie manchmal. Dafür hat sie eine kulinarische Sache hier ganz besonders lieben gelernt: das Brot. „Bei uns in Argentinien gibt es Brot in dieser Form nicht, das ist was Besonderes.“ Trotz der großen Entfernung zu ihrem Heimatland ist die 23-Jährige froh, nun die Erfahrungen in Deutschland sammeln zu können.

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