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Düsseldorf: Anwohner formen Widerstand gegen Corona-Demonstrationen

Acht Proteste in Düsseldorf angekündigt : Protest gegen Corona-Demo angekündigt

Ein linkes Bündnis ruft zum Nachbarschaftsprotest auf: Mit Lärm und Bannern sollen die Anlieger ihren Widerstand gegen Rechte sichtbar machen.

Das Bündnis „Düsseldorf stellt sich quer“ hat zu einem dezentralen Protest gegen die Corona-Demonstration am Samstag aufgerufen. Ziel sei, dass möglichst viele Nachbarn und Passanten ihren Widerstand sichtbar machen – mit Bannern, Musik oder Trillerpfeifen entlang der Route oder aus den eigenen Wohnungen, sagt Oliver Ongaro, Sprecher des Bündnisses. Anwohner, Wirte und Händler sollen so lautstark gegen Rechtsextreme und Verschwörungsideologen protestieren. Bei immer mehr Nachbarn, die wöchentlich mit den Demonstrationen in Kontakt kommen, wachse der Unmut, sagt Ongaro. Unter den Teilnehmern fänden sich immer wieder extreme Rechte, etwa von der Bruderschaft Deutschland, der Identitären Bewegung und der AfD, die teils eigene Blöcke formen. „Antisemitismus und abstruse wie gefährliche Verschwörungserzählungen sind auf den Demos verbreitet“, so Ongaro.

Als Versammlung sei der Nachbarschaftsprotest nicht angemeldet, auch eine Kundgebung werde es nicht geben. So soll auch das Infektionsrisiko für die Teilnehmenden gering bleiben. Wie viele Menschen mitmachen werden, sei schwer zu schätzen, sagt Ongaro. Das Bündnis habe aber bereits einige Rückmeldungen bekommen und die ersten Anwohner hätten sich eigens entworfene Plakate abgeholt, die den Querdenkern die rote Karte zeigen sollen. Die Route des Protestzuges werde über die Social-Media-Kanäle des Bündnisses bekannt gegeben, damit sich die Gegendemonstranten platzieren können.

Seit mehreren Monaten ziehen Anhänger der Querdenken-Bewegung und Gegner der Impfpflicht jeden Montag und Samstag durch Düsseldorf – teils mit bis zu 10 000 Teilnehmenden. Am Samstag sammelt sich die Gruppe erneut um 15 Uhr am Johannes-Rau-Platz und zieht von dort durch Friedrichstadt, Oberbilk, Stadtmitte, Altstadt und die Carlstadt.

Angemeldet seien 3500 Personen, die Polizei geht aber von deutlich mehr Teilnehmern aus. Bis etwa 20 Uhr sei mit erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen zu rechnen. „Viele Menschen reagieren mit Unverständnis auf diese Proteste. Das ist nachvollziehbar“, sagt Polizeipräsident Norbert Wesseler. „Dennoch müssen wir bei aller Emotionalisierung immer rechtsstaatlich handeln. Das Versammlungsrecht ist ein hohes demokratisches Gut, das wir mit viel Personal und hohem Aufwand gewährleisten, unabhängig vom Versammlungsthema.“ An diesem Tag sind noch sieben weitere Proteste in der Landeshauptstadt geplant, sechs als Kundgebungen. Weitere Einschränkungen auf den Straßen sind die Folge.