Demonstration in Düsseldorf 450 Uniklinik-Mitarbeitende streiken – OPs werden verschoben

Düsseldorf · Der Kampf für eine bessere Bezahlung im öffentlichen Dienst hat die Düsseldorfer Uniklinik am Dienstag mit voller Wucht getroffen. Nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi beteiligten sich rund 450 Beschäftigte der Uniklinik und mehrerer Tochterunternehmen am Warnstreik.

Hunderte Beschäftigte schlossen sich am Dienstag an der Uniklinik dem Streikaufruf an.

Hunderte Beschäftigte schlossen sich am Dienstag an der Uniklinik dem Streikaufruf an.

Foto: Garry Zettersten

Sie zogen ab 7.30 Uhr über das Klinikgelände an der Moorenstraße. Anschließend machten sich die Demonstranten für eine Streikversammlung auf den Weg ins Kulturzentrum Zakk an der Fichtenstraße.

Die Zahl der Streikenden zeige, wie „unzufrieden die Kolleginnen und Kollegen mit der Haltung der Arbeitgeber sind“, sagte Ina Oberländer, die zuständige Gewerkschaftssekretärin, im Gespräch. Verdi konnte Mitarbeitende aus vielen Bereichen für den Warnstreik gewinnen. „Hier sind Köche, Küchenhilfskräfte, Lagerbeschäftigte, Security-Personal, Reinigungskräfte, Pflege- und OP-Kolleginnen und -Kollegen oder auch Kolleginnen und Kollegen aus der Radiologie, also alle, bis auf wissenschaftliche Beschäftigte“, so Oberländer.

Nach der Demonstration über das Klinikgelände an der Moorenstraße ging es weiter zu einer Streikversammlung im Zakk.

Nach der Demonstration über das Klinikgelände an der Moorenstraße ging es weiter zu einer Streikversammlung im Zakk.

Foto: Garry Zettersten

Patientinnen und Patienten mussten sich am Dienstag auf weitreichende Auswirkungen einstellen. So sollten laut Notdienstvereinbarung etwa weniger Operationen stattfinden. Patientinnen und Patienten sollten in so einem Fall vom Behandlungsteam informiert werden, sagte ein Uniklinik-Sprecher. Auch zum Beispiel in der Verpflegung mussten sich Patientinnen und Patienten auf ein eingeschränktes Essensangebot einstellen.

Uniklinik ist an den Verhandlungen nicht beteiligt

Verdi fordert für die rund 2,5 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder 10,5 Prozent Gehalt, mindestens aber 500 Euro, für Auszubildende 200 Euro mehr sowie die unbefristete Übernahme nach bestandener Abschlussprüfung. Die Tarifgemeinschaft Deutscher Länder (TdL) als Arbeitgeberverband hält die Forderungen für zu hoch und nicht leistbar.

Da die Unikliniken in NRW für den Abschluss des Tarifvertrags „Entlastung“ im vergangenen Jahr einen eigenen Arbeitgeberverband gründen und die TdL verlassen mussten, ist die Düsseldorfer Uniklinik an den Verhandlungen in keiner Weise beteiligt. Während des Arbeitskampfes im vergangenen Jahr war die Uniklinik wochenlang im Krisenmodus, der Klinikbetrieb in weiten Teilen eingeschränkt, auch die Kinderkrebsklinik war damals bestreikt worden. „Schon im vergangenen Jahr war die Patientenversorgung 79 Tage lang aufgrund der Streikmaßnahmen stark beeinträchtigt. Wir hoffen daher auf eine schnelle Einigung, die für alle Seiten tragfähig ist“, sagt der Uniklinik-Sprecher. Die dritte Verhandlungsrunde ist am 7./8. Dezember.