Unterstützung von japanischen Firmen 120 Kilogramm Müll in 45 Minuten gesammelt

Düsseldorf · Helfer des Düsseldorfer Ablegers von „Blue Santa“ waren unterwegs. Ein neuer Verein pflegt die deutsch-japanische Freundschaft.

Ausgestattet mit blauen Santa-Mützen und passenden T-Shirts sammelten am Sonntagmorgen 36 Helfer Müll rund um den Hauptbahnhof.

Ausgestattet mit blauen Santa-Mützen und passenden T-Shirts sammelten am Sonntagmorgen 36 Helfer Müll rund um den Hauptbahnhof.

Foto: Georg Salzburg (salz)

Es waren nur 45 Minuten und 36 Müllsammler nötig, um mehr als 120 Kilogramm Unrat von der Immermannstraße und den umliegenden Straßen bis zum Düsseldorfer Hauptbahnhof zu sammeln. Und wenn man bedenkt, dass Zigarettenkippen, Plastikverpackungen und Fast-Food-Behälter kaum etwas wiegen, weiß man, wie groß der Müllberg letztendlich gewesen ist, der wenig später von der städtischen Müllfirma Awista abtransportiert wurde.

Aufgerufen zu der Aktion hatte der Düsseldorfer Ableger von „Blue Santa“, eine in Japan gegründete Organisation, die sich einer sauberen Umwelt verschrieben hat, mit dem Ziel, die Meere vor allem von Plastikmüll zu befreien.

Alle Helfer sammelten los, nachdem die Klänge der Taiko-Trommler verklungen waren. Einige kamen bei der Aktion sogar so stark ins Schwitzen, sodass sie trotz des schlechten Wetters im T-Shirt unterwegs waren. „Bei uns war auch das Team, dass Deutschland beim ersten Spogomi-World-Cup in Tokio vertreten hat“, erläutert Eiichiro Kawasaki. Er hat federführend die Sauberkeitsaktion organisiert und er berichtet, dass „wir vor kurzem den Verein ‚deutsch-japanische Völkerverständigung‘ gegründet haben, der demnächst Müll-Sammelaktionen durchführen wird.“

Spogomi ist ein Kombiwort von Sport und Gomi, was auf Japanisch so viel heißt wie „Müll sammeln“. Die deutsche Ausscheidung hatten Charlotte Schmitz, Meike und Finja Lukat gewonnen. Sie sind im November zum World Cup nach Tokio geflogen. „Dort gibt es im öffentlichen Raum keine Mülleimer und doch ist die Stadt extrem sauber. Die Behälter werden nicht benötigt, weil jeder seinen eigenen Müll mit nach Hause nimmt“, berichtet Schmitz: „Da ist es umso erschreckender, wie achtlos die Menschen hier mit ihrer Umwelt umgehen und so viel Unrat auf den Straßen entsorgen.“ Auch sie kann bestätigen, dass der öffentliche Raum in Japan viel sauberer ist. Eiichiro Kawasaki weiß, woran das liegen kann: „Bei uns gibt es keine Firmen, die die Schulen reinigen. Dafür sind die Schüler und Schülerinnen verantwortlich.“ Japaner lernen also von klein auf, ihre Umwelt sauber zu halten.

Unterstützung fanden die Düsseldorfer Blue Santas bei einigen Firmen in Japan und beim Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz. Die Japaner schickten blaue Weihnachtsmützen, T-Shirts, Müllbeutel und bezahlten das anschließende gemeinsame Essen. Die Stadt sorgte für Arbeitshandschuhe und Müllgreifer. Die Aktion war eine Premiere in Düsseldorf und soll auch 2024 durchgeführt werden. Einige hier lebende Japaner veranstalten die Putzaktion seit Jahren. „Als private Gruppe sind wir jedes Wochenende am Hauptbahnhof und auf der Immermannstraße aktiv. Das ist leider nötig“, so Kawasaki.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort