Düsseldorf: Dorothee Achenbach: Zweites Buch - Der Blick zurück nach vorn

Düsseldorf : Dorothee Achenbach: Zweites Buch - Der Blick zurück nach vorn

Nach ihrem Bestseller „Meine Wäsche kennt jetzt jeder“ legt die Autorin mit sehr privaten Inneneinsichten nach.

Düsseldorf. Normalerweise entstehen Biografien andersherum. Menschen, die Aufregendes erlebt haben, fangen an, ihre Geschichte aufzuschreiben. Dorothee Achenbach ist im Gegensatz dazu nicht nur promovierte Kunsthistorikerin, sondern auch eine gestandene Journalistin — und wurde dann im Zuge der Betrugsaffäre um ihren Ehemann Helge selbst zum Medien-Ereignis. Vielleicht macht das den Unterschied zu vielen anderen Autoren aus, die sich an biografischen Machwerken versuchen und selten über Achtungserfolge hinaus kommen. Ihr erstes Buch „Meine Wäsche kennt jetzt jeder“ wurde mit rund 50 000 verkauften Exemplaren ein Bestseller. Jetzt hat die 53-Jährige nachgelegt. Am MIttwoch kam die Fortsetzung „Ich liebte Sträfling Nr. 1“ heraus.

„Das ist eigentlich eine Liebesgeschichte“, verriet Dorothee Achenbach. Tatsächlich spielt der Absturz ihres Ehemannes vom gefeierten Kunstmanager auf die Anklagebank eher eine Nebenrolle. Vielmehr geht es darum, wie eine große Liebe vor die Wand gefahren wird. Und wie als Kollateralschaden eine ganze Familie einschließlich Münsterländer Dexter mitbestraft wird.

„Ich habe nach dem ersten Buch viele Reaktionen von Menschen bekommen, die Ähnliches erlebt haben“, so die Autorin. Denn während ihr Ex-Ehemann Helge, der diesmal auch wieder Bernhard heißt, im Gefängnis sehr schnell zu einem geregelten Tagesablauf fand, musste die Journalistin sich und die Familie über Wasser halten.

Noch heute hat sie Angst, in den Postkasten zu schauen, in dem „gelbe Handgranaten“ lauern. So bezeichnet Achenbach die Mitteilungen des Gerichtsvollziehers, wenn wieder neue Pfändungen oder andere Forderungen von Gläubigern angekündigt werden. Auch Post vom Anwalt der Witwe des Aldi-Erben Berthold Albrechts ließ nach der Ankündigung des neuen Buches nicht auf sich warten. Sieben Zeilen in „Ich liebte Sträfling Nr. 1“ mussten geschwärzt werden. Das verzögerte die Auslieferung um zwei Wochen. Mit ihrem geschiedenen Mann hat sich Dorothee Achenbach längst versöhnt, würde ihn sogar als Berater engagieren: „Aber er ist zu teuer.“