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Die Verkehrswende in Düsseldorf nimmt Fahrt auf

Jahresausblick in Düsseldorf : Mehr Radwege und weniger Müll

Die Grünen wollen mit der neuen Bezirksbürgermeisterin Annette Klinke im Stadtbezirk 1 ihre politischen Ziele verwirklichen.

Eine Kooperation, die in der vergangenen Legislaturperiode in der Bezirksvertretung 1 den Ton angab (Rot-Rot-Grün), wird es vorläufig nicht geben. Dennoch ist klar, dass vor allem die Grünen als der Wahlgewinner in den kommenden vier Jahren in den sechs zentralen Stadtteilen ihre Spuren hinterlassen wollen. Geeinigt haben sich die großen Parteien aber auch darauf, künftig konstruktiver und vor allem sachbezogen über Parteigrenzen hinweg zusammenarbeiten zu wollen. Ob das klappt, wird sich bei den einzelnen Themenblöcken zeigen.

Radwege

„Wir freuen uns, an die Umsetzung unserer Ideen zu gehen“, blickt die neue Bezirksbürgermeisterin Annette Klinke von den Grünen optimistisch in die Zukunft. Das fange für sie natürlich mit der Verkehrswende an, ganz konkret nennt Klinke die Proteced Bike Lane an der Klever Straße, die in diesem Jahr realisiert werden soll. Aber auch Radschnellwege brauche der Bezirk, „dafür bietet sich zum Beispiel die Toulouser Allee an – sinnvollerweise mit einer Anbindung an den Wehrhahn“. Darüber hinaus wünschen sich die Grünen ein Fahrradquartier in Pempelfort, „das ist eine größere Zone mit gut ausgebauten Radwegen, mit ausreichenden Abstellanlagen, mit Ladestationen für E-Bikes und weiterer Infrastruktur für Räder“, so Klinke. Wichtig sei in der Innenstadt zudem, dass die Bismarckstraße testweise als Einbahnstraße für den Autoverkehr und die weitere Umgestaltung dieser Fahrradstraße, wie im Rahmen des Ekiso-Projektes beschlossen, umgesetzt werde. Für den Linken Peter Klein funktioniert die Verkehrswende nur „durch eine Steigerung der Attraktivität des ÖPNV, durch eine Reduzierung des Pkw-Verkehrs, eine Reduzierung des Parkraums und mehr Tempo-30-Zonen im Stadtbezirk“.

Gebäude

„Wie auch immer die Beschlüsse für die Sanierung des Opernhauses ausfallen, wir wollen, dass sie in unserem Bezirk bleibt. Eine breite kreative Beteiligung wünschen wir uns, die dieses Projekt begleitet und inspiriert“, betont die Bezirksbürgermeisterin. Die Öffentlichkeitsbeteiligung für die Neubebauung des Kaufhofs am Wehrhahn lasse sich gut an, Klinke wäre es wichtig, dass dort auch Angebote entstehen, die keinen Kauf- oder Konsumwillen voraussetzen. Daniela Masberg (FDP) hat ebenfalls die Neubauten am Kennedydamm im Blick: „Das wird spannend. Hoffentlich werden wir uns in der BV 1 aber ebenso mit vielen neuen Wohnbauprojekten beschäftigen können.“ Peter Klein befürchtet den Leerstand von Ladenlokalen an der Schadowstraße und am Wehrhahn durch zu erwartende Baumaßnahmen. Darüber hinaus ist er gespannt auf die endgültige Fertigstellung des Gustav-Gründgens-Platzes und die Wohnbebauung auf dem Nordteil des Geländes der Ulmer Höh´.

Plätze

Im Blick haben die Grünen die Umgestaltungspläne für den Heinrich-Heine-Platz. „Hier ist die Umsetzung der Ergebnisse der Öffentlichkeitsbeteiligung nicht gut geglückt“, sagt Klinke. Das Thema rückt auch Daniela Masberg in den Fokus: „Wir wünschen uns, dass es gelingen wird, eine gute Lösung dafür zu finden, der Platz soll für alle attraktiver werden – ohne Verkehrschaos. Ein so zentraler Platz verdient es, dass wir uns für die Umgestaltung Zeit nehmen. Aber es sind gerade in der Bezirksvertretung oft auch die kleinen Plätze, um die gerungen wird. So wird nach langem Warten in diesem Jahr der Rochusmarkt umgestaltet, nicht zuletzt nach den Anregungen der Kinder und Bürger aus dem Stadtbezirk. „Froh sind wir über die ehrenamtlichen Gruppen, die den Carl-Mosterts-Platz pflegen sowie das Rheingärtchen und den Blücherplatz. Eine neue Gruppe wird sich um den Luise-Oppenheimer-Platz kümmern“, nennt Annette Klinke weitere Beispiele.

Müll

Hochachtung verdienten auch die Müllsammel-Initiativen, „hier müssen wir von der Politik aber mehr tun – einmal, dass Müll besser in geeigneten Behältnissen gesammelt werden kann, andererseits, dass Mülldelikte härter bestraft werden. Und: Dass Müll durch die Unterstützung von Pfandbehältnissen überhaupt vermieden wird“, erklärt Annette Klinke.

Schule

Daniela Masberg definiert noch einen weiteren wichtigen Schwerpunkt: „Wir werden uns weiter dafür einsetzen, den Schulstandort Luisen-Gymnasium auch nach Auszug der Schule dort zu erhalten. Ein Teil der Räume sollte dem Görres Gymnasium überlassen werden, auch könnte die Musikschule dort Räume nutzen. Einen Verkauf des Gebäudes lehnen wir dagegen ab“, unterstreicht die Liberale.

Soziales

Der Linke Peter Klein warnt, dass soziale Schwerpunkte in Vergessenheit geraten könnten. So sollten unter anderem Wohnungen für Obdachlose bereitgestellt werden sowie mehr Spielflächen für Kinder und nicht-kommerzielle Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche geschaffen werden.

Projekte

Neu aufgelegt werden sollen auch die temporären Spielstraßen, fordern die Grünen. Ebenso sollen die Stadtteilkonferenzen fortgesetzt werden.