Die Umweltzone wird am 1. Februar deutlich größer

Die Umweltzone wird am 1. Februar deutlich größer

Bezirksregierung legt neuen Luftreinhalteplan vor. Ausschluss von Autos mit gelber Plakette kommt erst im Juli 2014.

Düsseldorf. Nach langer Vorbereitung wird die Umweltzone in Düsseldorf nun deutlich vergrößert. Vom 1. Februar an wird der neue Zuschnitt gelten, der dann weit über die Innenstadt hinausgeht. Der Ausschluss von Fahrzeugen mit gelber Plakette wird erst in anderthalb Jahren folgen. Umweltschützer kritisieren das gesamte Verfahren und verlangen ein konsequenteres Vorgehen.

Damit werden ab Februar die linksrheinischen Stadtteile in die Umweltzone aufgenommen, im Norden wird die Umweltzone sich an der A44, im Süden weitgehend an der A46 orientieren.

Im Osten wird die Umweltzone um die Stadtteile Mörsenbroich, Rath, Gerresheim, Grafenberg, Vennhausen und Eller erweitert (siehe Infografik). Somit gehören bald 38 Prozent des Stadtgebiets zur Umweltzone.

Rund 13 000 Autos ohne bzw. mit roter Plakette dürfen hier nicht fahren, einige tausend haben allerdings eine Ausnahmegenehmigung.

Die Stadt bereitet schon die Aufstellung der neuen Schilder vor, wie Roland Hahn vom Verkehrsamt am Mittwoch sagte. Kontrolliert werde nach der Ausweitung wie jetzt: „Eine Kulanzzeit halten wir nicht mehr für angemessen“, so Hahn.

Die Umweltzone wurde in Düsseldorf im Februar 2009 eingeführt, im nächsten Schritt wurden die Autos mit roter Plakette ausgeschlossen. Das Ziel: den gefährlich hohen Anteil von Feinstaub und Stickstoffoxid in der Luft zu reduzieren.

Basis für Umweltzone ist der Luftreinhalteplan, dessen aktualisierte Version die Bezirksregierung am Mittwoch veröffentlicht hat. Darin sind insgesamt 40 Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität aufgelistet. Viele davon sind aber Absichtserklärungen.

So ist weiter davon die Rede, dass es für anlegende Schiffe eine Landstromversorgung geben soll, um die Dieselaggregate zu ersetzen. Diesen Plan hat die Stadt schon vor Jahren verkündet, geschehen ist noch nichts. Dagegen hat die Stadt im Sommer eine Festbrennstoffverordnung verabschiedet, die strengere Grenzwerte für neue Kamine festlegt.

Der Ausschluss der gelben Plaketten soll am 1. Juli 2014 folgen. Dann dürfen nach aktuellen Zahlen rund 20 000 Autos in der Stadt nicht mehr in die Umweltzone fahren. Inge Banz, kommissarische Leiterin des Umweltamtes: „Wir machen das gleichzeitig mit dem Ruhrgebiet.“ Banz sieht bislang Erfolge bei der Reduzierung des Feinstaubs, weniger aber beim Stickstoffoxid: „Da muss die Fahrzeugtechnik verbessert werden. Gegebenenfalls müssen wir den Verkehr noch stärker regulieren.“

Genau da sieht Dirk Jansen vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) eiligen Handlungsbedarf: „Die Umweltzone sollte die ganze Stadt umfassen.“ Jansen plädiert zudem für deutlich mehr Tempo-30-Zonen und mehr Initiative für den Radverkehr.

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