Düsseldorf: Die U81 muss ab heute 370 Einwände überwinden

Düsseldorf: Die U81 muss ab heute 370 Einwände überwinden

Zum ersten Erörterungstermin beleuchten wir Verfahren und Hindernisse des seit Jahren stockenden Großprojektes.

Düsseldorf. Die Flughafen-U-Bahnlinie U81 nimmt bei den nicht wenigen Endlosprojekten in Düsseldorf einen Spitzenplatz ein. Vor mehr als sieben Jahren erschien eine Machbarkeitsstudie, die der Verbindung Top-Werte attestierte. „Die U-Bahn zum Flughafen“ titelte im Februar 2011 auch diese Zeitung. „Es muss endlich losgehen“ forderte schon damals FDP-Fraktionschef Manfred Neuenhaus — denn politisch diskutiert wurde die U81 noch viel länger. 2007 etwa legte die Rheinbahn eine Kostenschätzung vor. Doch bis heute ist nicht einmal das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen. Heißt: Frühestens 2023 kann die U81 fahren. Immerhin läuft das Verfahren. Am Mittwoch lädt die Bezirksregierung um 10 Uhr im Congress Center an der Stockumer Kirchstraße zur Erörterung von Stellungnahmen und Einwänden, die nach der Offenlegung der Baupläne eingegangen sind. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum Projekt und zum Verfahren.

Zur Anbindung von Messe/Arena, aber auch der Innenstadt (über U78 /U79) an den Flughafen wird im ersten Bauabschnitt eine 1,9 Kilometer lange Trasse gebaut, die ab Freiligrathplatz oberirdisch abzweigt und im Terminal unterirdisch endet. Der zweite Bauabschnitt (4,7 km) sieht ab Arena und Messe eine neue Brücke über den Rhein und vier Haltestellen vor: Lörick, Willstätterstraße, Böhlerweg, Zülpicher Straße, dann geht’s weiter bis zum Handweiser.

Nein. Teilnehmen dürfen nur Verfahrensbeteiligte, also die Einwender selbst (rund 370) sowie Vertreter der Stadt Düsseldorf (als Vorhabenträgerin), anderer Fachbehörden und Träger öffentlicher Belange (u.a. Rheinbahn). Die Ergebnisse der Diskussion sollen in die weitere Entscheidungsfindung einfließen.

Die von einer Mehrheit im Rat und der Stadtspitze beschlossene Brückenlösung über den Nordstern (A44/ B8). Anwohner in Lohausen und Kaiserswerth sehen in ihr ein „Monstrum“ und befürchten massive Lärmprobleme. Doch die von ihnen favorisierte Tunnellösung erscheint der Stadt — ähnlich wie beim RRX in Angermund — als viel zu teuer, zumal sie von Bund und Land wohl nicht bezuschusst würde.

Das weiß noch keiner. 2013 bezifferte die Stadt den ersten Bauabschnitt (Freiligrathplatz-Flughafen) mit 128 Millionen Euro, inzwischen liegt die Schätzung bei 155 Millionen. Der zweite Abschnitt samt Brücke wird derzeit auf 221 Millionen taxiert — aber auch da ist das Ende der Fahnenstange sicher noch nicht erreicht. Die Stadt muss zehn Prozent der Baukosten tragen, 90 Prozent zahlen Bund und Land.

Nicht völlig. Im Rathaus steht zwar eine breite Mehrheit von CDU, SPD, Grünen und FDP hinter der neuen Stadtbahnverbindung, dennoch wurden immer mal wieder Zweifel laut, ob eine U-Bahn zum Flughafen wirklich so dringend erforderlich ist. Denn die bestehenden ÖPNV-Verbindungen zum Airport (u.a. S1, S11, Busse 721, 759) brechen nicht gerade unter dem Fahrgastansturm zusammen, tatsächlich kommen sehr viele Reisende weiterhin per Auto (bzw. Taxi).

Die neue Stadtbahn soll einige zum Umsteigen animieren — ab 2023. Frühestens.