Die Toten Hosen haben jetzt ihr eigenes Bier

Die Toten Hosen haben jetzt ihr eigenes Bier

Gemeinsam mit dem Chef der Düsseldorfer Hausbrauerei Uerige wurde das "Hosen Hell" entwickelt. Die Band erzählt von ausgiebigen Testphasen bis in den frühen Morgen.

Düsseldorf. Michael Schnitzler, Baas vom Uerige, und die Toten Hosen sind dicke Freunde. Nach dem Aufstieg der Fortuna feierten sie gemeinsam in der Altstadt auf dem Balkon der Brauerei. Und die Jungs mögen das Uerige-Altbier. Und seit zehn Jahren schlummert schon der Gedanke in der Band, ein eigenes Bier auf den Markt zu bringen. Am Mittwoch war es dann endlich soweit. Das „Hosen Hell“, hat 5,2 Prozent Alkohol und ist damit etwas stärker als das Altbier.

Das Bier gibt es zunächst im bandeigenen Online-Shop und wird in Düsseldorf über das Uerige in der Altstadt zu beziehen sein. Dort gibt es das Hosen Hell auch im Ausschank. Allerdings nicht aus dem Fass, sondern nur aus der Flasche. Das Six-Pack mit den 0,33 Liter Flaschen kostet außer Haus 5,30 Euro. „Ein Schnäppchen“, meint Schnitzler. Nachdem die Hosen vor einigen Jahren bereits einen eigenen Wein „Weißes Rauschen“, ein trockener Riesling, auf den Markt gebracht haben, folgt nun das Bier. „Wir verstehen uns offensichtlich in der Herstellung alkoholischer Getränke“, meint Campino mit einem Grinsen im Gesicht.

Im ersten Sud wurden 250 Hektoliter produziert. Allerdings nicht in Düsseldorf, sondern in Bayern bei der Brauerei von Fritz Briem, bei dem Schnitzler an der Brauakademie Weihenstephan seine Diplom-Arbeit geschrieben hat. Und von dort bezieht das Uerige auch seinen Hopfen. Das „Helle“ ist ein untergäriges Bier und passt daher nicht zu den vorhandenen Technologien in Düsseldorf, denn das Altbier ist ein obergäriges Bier. Offenen kalte Gärung heißt das Brauverfahren. „So etwas gibt es heutzutage kaum noch“, erklärt Schnitzler.

Lange Zeit waren die Hosen auf ein neues Altbier fixiert. „Das hat uns lange bei unseren Ideen blockiert. Doch in diesem Bereich ist das Uerige ja bestens aufgestellt“, gibt Sänger Campino zu. Fritz Briem war es, der als erster vorschlug, es beim Hosen-Bier doch mit einer anderen, allerdings nicht weniger klassischen Brauform als Alt zu probieren.

Es folgten jede Menge Probesude, die natürlich auch ausgiebig probiert werden mussten. Und zwar nicht nur von der Band. „Unser komplettes Büro war über viele Wochen hinweg kaum noch einsatzfähig. Sie haben das mit dem Testen wirklich sehr ernst genommen“, erinnert sich Campino lächelnd. Und auch die endgültige Entscheidung vor und nach einem Konzert in München hat man nicht auf die leichte Schulter genommen.

„Wir haben bis in den frühen Morgen probiert“, sagt der Frontmann, der nach eigenen Angaben für die intellektuellen Tätigkeiten der Band zuständig ist. Er hat nämlich den lateinischen Satz „De Gustibus non est Disputandum“ auf dem Etikett ausgesucht. Was übersetzt „Über Geschmack lässt sich nicht streiten“ heißt.

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