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Die Swinging Funfares sind eine der bekanntesten Bands in Düsseldorf

Geburtstag : Swinging Funfares werden 70 Jahre alt

Sie haben auf jedem Kontinent der Welt gespielt. Am 22. Juni feiern sie mit den Fans und einem großen Konzert vor dem Rathaus.

In Düsseldorf kennt fast jeder die Swinging Funfares. Zumindest die, die irgendetwas mit dem Brauchtum zu tun haben. Sei es der Karneval oder die Schützenzeit. Aber auch außerhalb der Stadtgrenzen sind sie sehr bekannt. Denn sie haben schon fast überall in der Welt gespielt. Vielleicht nicht in jedem Land, aber auf jedem Kontinent. Dabei ging es ursprünglich nur darum, ein bisschen beim Oberkasseler Schützenfest mitzumischen, um es nach dem Zweiten Weltkrieg ein bisschen bunter zu machen. Daraus entstand 1949 das 1. Fanfarencorps Oberkassel, das sich Jahre später, nämlich 1972, in die Swinging Fanfares umtaufte. In diesem Jahr feiern sie ihren 70. Geburtstag mit einem Konzert am 22. Juni vor dem Düsseldorfer Rathaus. Natürlich auch mit vielen Gästen wie den Räubern, Rabaue, Fetzer, Kokolores und vielen mehr. Los geht es schon am Mittag und um 20.15 Uhr geben die Swingings ihr zweistündiges Jubiläumskonzert.

Im Haus Klingen, einer Oberkasseler Kneipe kam den Gründungsmitgliedern Willi Imdahl, Rolf, Moritz und Herbert Leinenbach die Idee. Geld war keines da aber in verschiedenen Kellern fanden sich genügend Musikinstrumente, um mit einigen Freunden loszulegen. Der erste öffentliche Auftritt fand 1950 dann beim Oberkassler „Königs-Freiball“ im Haus Engemann statt.

Die Anfangszeit war allerdings nicht ohne Höhen und Tiefen. 1953 stand man kurz vor dem Ende, weil einige Musiker den Beruf in den Vordergrund rückten und einige auch zu anderen Fanfarenkoprs wechselten. Erst 1956 ging es dann wieder aufwärts, als Jupp Schmidt die musikalische Leitung übernahm, der dann bis Anfang der 70er Jahre für die Ausbildung der Musiker verantwortlich war. Seinen Job übernahm dann Claus Claassen und er übergab den Stab Mitte der 90er Jahre dann an Stefan Kleinehr, der bei den Swingings bis auf ein paar kleine Unterbrechungen auch heute noch verantwortlich ist. „Unter Claassen gab es eine komplette musikalische Neuausrichtung. Er hat den damaligen Sound der Swingings erfunden, er stand für den Erfolg und ohne ihn wären wir nur ein ganz normales Fanfarenkorps geblieben“, lobt Kleinehr.

Die Swinging Funfares hatten nicht nur gute Zeiten

Unter dem Vorsitzenden Karl-Heinz Rütten, der von 1966 bis 1981 im Amt war, begannen die Swingings die Welt zu entdecken, das ganze unter der musikalischen Leitung von Jupp Loerper. Es gibt nicht einen Kontinent, auf denen die Band bisher nicht aufgetreten ist. Fünfmal waren sie in Kanada, dreimal in Mexiko und auch in Australien, Singapore, USA und in  Afrika gaben sie Konzerte. Einer der Höhepunkte in den vergangenen Jahren ist laut Kleinehr aber der Auftritt in Taiwan vor über 10 000 Fans gewesen. In der kanadischen Hauptstadt Ottawa, in der Millionenstadt Toronto, in Hamilton und schließlich auch in New York gefielen die Jungs von „Düsseldorf on the Rhine“ so sehr, dass sie mit der Einladung des kanadischen Generalgouverneurs Ronald Mitchener in der Tasche für das darauffolgende Jahr wieder zurück kamen. In Mexiko waren sie drei Wochen am Stück unterwegs, erst in Mexico City, dann in Acapulco.

1982 gerieten die Swingings allerdings in schwieriges Fahrwasser. Probleme mit dem Finanzamt waren der Grund. Vorstand Werner Viehmann, der 1981 das Kommando übernommen hatte, löste diese Probleme und führte den Verein wieder in ruhiges Fahrwasser. Das Ganze war damals ein ziemlicher Kraftakt. Die musikalische Leitung übernahm Ende 1986 Stefan Kleinehr  von Helmut Preuß, der auf den langjährigen Leiter Jupp Loerper folgte. Fünf Langspielplatten haben die Swingings aufgenommen, die sich auch über 100 000 Mal verkauften. In vielen TV-Shows waren sie ebenfalls zu Gast. Von der damaligen Oberbürgermeisterin Marlies Smeets wurden sie zum offiziellen Stadt-Fanfarenkorps ernannt. 2010 wurde aus den Fanfares die Funfares. Es verschwanden nämlich die Fanfaren aus der Band und es wurde auf Gesang gesetzt.

„Die Swinging Funfares sind nicht nur Hobby, sondern Leidenschaft. Es ist einfach toll, wenn wir sehen, wie viel Freude wir den Leuten bereiten“, sagt Kleinehr. Alle Musiker sind Amateure und bekommen kein Geld. Von den Gagen werden Instrumente  angeschafft,  Uniformen, Proberaum und Reisezuschüsse bezahlt. 180 Auftritte waren es im vergangenen Jahr. In der Karnevalssession stehen sie bis zu sechs Mal am Abend auf der Bühne. Auch in der Nachbarstadt Köln.

Vor einigen Jahren gab es dann wieder eine kleinere Krise, weil der Nachwuchs ausblieb. Es gab nur noch 20 Musiker. Heute sind es wieder 37 und Kleinehr schaut beruhigt in die Zukunft. Auch weil der Vorsitzende Martin Schwarz seit über zwölf Jahren unersetzbare Arbeit leistet. „So lange all meine Freunde dort spielen, möchte ich auch noch dabei sein.“ Obwohl dort ziemlich strenge Regeln herrschen. „Alkohol ist vor Auftritten strikt verboten.“ Eines würde Kleinehr heute  aber anders machen, wenn er die Möglichkeit hätte: „Wir haben ein bisschen die Leute aus den Augen verloren, die früher einmal bei uns gespielt haben. Das wollen wir ändern und auch viele alte Weggefährten zu unserem Jubiläum einladen und auch anschließend den Kontakt halten.“ Wie heißt es doch so schön: „Einmal Swingings, immer Swingings.“