„Die Spur“: Ein klares Statement

„Die Spur“: Ein klares Statement

Hierzulande ist die polnische Regisseurin Agnieszka Holland für ihren Film „Hitlerjunge Salomon“ immer noch bekannt. 1990 brachte er ihr immerhin eine Oscar-Nominierung ein. Danach war es relativ ruhig um sie, aber auf der letzten Berlinale meldete sie sich mit einem Knall zurück: „Die Spur“ ist ein subversiver Thriller aus der polnischen Provinz — anarchistisch, feministisch, ökologisch.

Ein klares Statement in einem Land, das wie viele zur Zeit ein Comeback überholter Werte erlebt. Und gleichzeitig auch einfach ein handwerklich versierter, spannender und liebevoller Krimi. Die pensionierte Ingenieurin Duszeijko lebt zurückgezogen mit ihren beiden Hunden auf dem Land. Früher hat sie im Nahen Osten Brücken gebaut, heute gibt sie Aushilfs-Englischunterricht an der Dorfschule. Die Kinder lieben sie, aber mit den Erwachsenen hat sie so ihre Probleme. Als passionierte Tierfreundin, Vegetarierin und Astrologin hat sie in einer vorrangig von schießwütigen Jägern bevölkerten Gegend den Ruf einer verrückten alten Hexe. Sie kann damit leben, bis eines Tages ihre Hunde verschwinden. Sofort hat sie die Jäger im Verdacht, doch dann werden auch diese immer weniger…

Ab 4.1. im Metropol

Kalle Somnitz leitet die Düsseldorfer Programmkinos.

filmkunstkinos.de