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Die neuen Deichwächter kämpfen gegen den Müll am Düsseldorfer Rheinufer

Deichwächter : Die neuen Deichwächter kämpfen gegen den Müll am Düsseldorfer Rheinufer

Der neue Vorstand besteht aus Johann Brück und Johanna Baumgartner-Knoefel, die am Rhein wohnen.

Von seinem Schreibtisch am Kaiser-Wilhelm-Ring kann der Rechtsanwalt Johann Brück auf die Oberkasseler Rheinwiesen schauen. Dort haben seine Söhne Fahrradfahren gelernt. Für ihn ist die Uferzone „die schöne Natur vor der Haustür“. Ihm fällt sonst nur noch der Central Park in New York ein, „wo man mitten im Grünen und doch zugleich mitten in der Stadt ist.“ Das gelte es zu bewahren. Deshalb habe er sich bereit erklärt, den Vorstand der Deichwächter zu übernehmen. Dieser gemeinnützige Verein hat sich den Schutz und Erhalt des Rhein-Vorlands auf die Fahnen geschrieben. Das Augenmerk gilt dem linken Rheinufer, also der Zone zwischen Lörick, Niederkassel, Oberkassel und Heerdt.

Das Rheinufer als ein großer Schatz in der städtischen Wüste

Seine Partnerin im neuen Vorstand der Deichwächter ist Johanna Baumgartner-Knoefel, die im Marketing-Bereich tätig ist, wenn sie nicht ihren kleinen Hund am Ufer ausführt. Als gebürtige Wienerin schätzt sie die Rheinländer und die Rheinwiesen. Sie schwärmt geradezu, wenn sie über die Uferzone sagt: „Das ist eine unglaubliche Natur innerhalb einer Großstadtwüste. Ein Schatz, den ich in einer vergleichbaren Großstadt so nicht kenne. Ich sehe die Schafe weiden und die Reiher über den Schafen fliegen. Dieser direkte Anschluss an die Natur ist großartig.“

Diese „Schönheit der Natur“ wollen die Deichwächter bewahren. Nach Meinung von Johann Brück stehen derzeit keine großen, neuen Herausforderungen an. Er sagt: „Unsere Vorgänger mussten noch richtig kämpfen, als die irrsinnige Idee mit der Tiefgarage unter der Uferzone aufkam. Eine Olympia-Bewerbung steht im Augenblick glücklicherweise auch nicht auf der Liste unserer Stadtpolitik.“ Im Vergleich zu den Anfängen der Deichwächter herrsche jetzt eher eine gewisse Ruhe.

Der neue Vorstand legt dennoch nicht die Hände in den Schoß. Er hat sich vielmehr das „Müllthema“ auf die Fahnen geschrieben. Die Rheinwiesen dienen der Erholung, und damit auch dem Picknick. Was die Deichwächter jedoch wurmt, sind zwei Dinge. Erstens fahren die jungen Leute für ihre Parties mit dem Auto einfach über die Wiesen, um Zelte, Tische und Klappstühle abzuliefern. Und wenn sie ihr Grillfest beendet haben, hinterlassen sie bergeweise Müll., obwohl doch die Awista Müllcontainer aufgestellt haben.

Hier haben Brück & Baumgartner-Knoefel ihre ersten Ziele. Um des Müllproblems Herr zu werden, hat Johanna Baumgartner-Knoefel inzwischen den Lebensmittelkonzert Edeka sensibilisiert, bitte nicht so viele Getränke in Plastikflaschen zu verkaufen. Auch bei Zurheide in der Innenstadt hat sie schon vorgesprochen. Als nächstes sei Rewe an der Reihe. Sie scheut sich aber auch nicht, die Feiergesellschaft direkt anzusprechen, doch bitte den Müll zu entsorgen.

Die Awista sollte bei schönem Wetter öfter mal vorbeischauen

Ein Appell gilt der Awista. Der Stadtreinigungsbetrieb müsste dem Wetter angepasst arbeiten und bei schönem Wetter öfter mal auf den Wiesen vorbeischauen. Und die Mülleimer am Ufer sollten besser gesichert sein, gegen die Krähen und gegen die Flaschensammler, die zuweilen sogar die Müllbehälter umkippen, um an die Plastikflaschen zu gelangen.

Der Vorstand will jedoch nicht meckern, sondern vielmehr mit der Stadt zusammenarbeiten. Vielleicht kommt dabei sogar eine Blumenwiese für die Bienen heraus, wie es sich die Deichwächterin Baumgartner-Knoefel vorstellen kann.

Eine Bitte an die Stadt haben die beiden Oberaufseher. Sie wüssten gern im Vorfeld, wann die nächste Demo stattfindet und kein Parkplatz mehr für die Anlieger vorhanden ist. Sie fragen sich auch, ob denn jede Gewerkschaft unbedingt ihre Busse auf dem linken Festplatz parken muss. Der Messeparkplatz wäre auf alle Fälle besser geeignet. „Denn eigentlich“, so der Jurist Brück, „sind hier nur zwei Schützenfeste und ein Zirkusgastspiel erlaubt.“

Eines wollen die Deichwächter jedoch nicht: Sie wollen weder den Luegplatz beschützen noch die anliegenden Straßen. „Wir möchten keine kommunalen Themen angehen“, sagt Brück. „Wir wollen keine Konkurrenz zum Verkehrs- und Verschönerungs-Verein und zu den sehr aktiven Bürgervereinen sein. Unser Interesse gilt ausschließlich den Rheinwiesen.“

Info: Deichwächter ist ein gemeinnütziger Verein zum Schutz und Erhalt des Rheinvorlandes.