Die Maus führt durch Düsseldorf

Die Maus führt durch Düsseldorf

Im Buch „Dein Düsseldorf — Mausschlaue Freizeit-Tipps“ stellt der orangefarbene TV-Held interessante Ziele und passende Experimente für Kinder vor. Wir präsentieren zwei Kapitel: zur Kanalisation und zum Bonsai-Museum.

1500 Kilometer — das ist zum Beispiel die Entfernung zwischen Düsseldorf und Rom. Und das ist auch so lang wie die gesamte Düsseldorfer Kanalisation, wenn man alle Kanäle wie Strohhalme ineinander stecken würde. Einen kleinen Abschnitt davon kannst du besuchen.

Die Kanäle entsorgen das Abwasser. Abwasser entsteht jedes Mal, wenn du dir die Hände wäschst, duschst oder die Toilette benutzt. Beim Toilettengang übrigens besonders viel. Mehr als 100 Liter — das sind mehr als 100 Wasserflaschen — verbraucht jeder Mensch pro Tag. 35 Liter gehen dabei für die Toilette drauf.

Doch wo fließt das benutzte Wasser hin? Abwasser fließt in eine weitverzweigte Kanalwelt unter der Stadt. Wenn du einmal in diese Unterwelt Düsseldorfs blicken möchtest, kannst du an einer Führung teilnehmen. Weil das etwas aufwendig ist, geht es nur in Gruppen und mit Anmeldung. Der Stadtentwässerungsbetrieb Düsseldorf hat dafür einen stillgelegten Kanalschacht vorgesehen. In der Nähe des Nordparks findest du den Treppeneinstieg.

Mit jedem Schritt auf der Wendeltreppe hinab wird es ein wenig kühler. Über eine Plattform gelangst du in den stillgelegten Kanal. Niedrig wirken die Decken nicht. Sogar ein Erwachsener kann hier gut aufrecht stehen. Aber sobald du dich von der Plattform und den dort angebrachten Lampen entfernst, wird es dunkel. So richtig dunkel. Also denk daran, eine Taschenlampe mitzunehmen. Im Gänsemarsch geht es immer tiefer in den Kanal. Kleine Mutprobe gefällig? Dann knipse die Taschenlampe aus. So eine Dunkelheit hast du bestimmt noch nie erlebt. Deshalb fix die Taschenlampe wieder an. Vor Ratten musst du übrigens keine Angst haben. Da kein Wasser mehr durch den Kanalabschnitt fließt, ist er für sie uninteressant. Höchstens ein Frosch kann dir begegnen. Beim Sprechen hallt es stark von den Wänden wider. Vereinzelt wachsen Wurzeln von oben durch die Decke. Am Ende des Gangs erreichst du ein großes Eisentor. Dahinter liegt der nächste Kanal. Der ist noch in Betrieb, weshalb es wieder zurückgeht zum Eingang. Bei so einer Führung erfährst du viel über die Kanalisation. Und auch, dass es hier schon Fotoshootings, Konzerte und Film-Dreharbeiten gab.

Kanalarbeiter haben einen harten Job. Sie sorgen dafür, dass das Abwasser störungsfrei in die Kläranlagen gelangt, wo es gereinigt und wieder aufbereitet wird. In den Kanälen setzen sich Schlamm und Ablagerungen ab. Diese müssen regelmäßig beseitigt werden. Heutzutage wird das mit Hochdruckreinigung erledigt. Dafür sorgt Wasser, das als superharter Strahl aus einem Schlauch schießt. Früher mussten Kanalarbeiter häufiger in den Schacht einsteigen, also durch einen geöffneten Gullideckel runtergelassen werden. Manchmal ist das zur Kontrolle heute noch notwendig. Aber vieles haben auch kleine Roboter mit Kameras übernommen. Ferngesteuert inspizieren sie die unterirdische Welt und senden Aufnahmen nach oben. Es gibt sogar Roboter, die Risse oder Löcher in den Kanälen reparieren können.

Es war ein großer Fortschritt für die Menschen, als in Düsseldorf und anderen Städten mit dem Bau einer Kanalisation begonnen wurde. Das geordnete Ableiten des Abwassers im Untergrund machte das Leben viel hygienischer. Es stank weniger in der Stadt, Krankheiten konnten eingedämmt werden und das Trinkwasser wurde sauberer. Später kamen die Kläranlagen dazu.

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