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Die lange Nacht der Mode

Die lange Nacht der Mode

Einkaufen bis Mitternacht. Das lockte die Mode-Fans wieder in Massen zur „Fashion Night“. Und dazu gab es jede Menge Musik und Überraschungen.

Düsseldorf. Nach vier Stunden Bummeln durch die Geschäfte brauchen Jenny Kremer und Florian Kiehl erst einmal eine Pause. Die beiden 19-Jährigen hocken sich auf die Treppen zum Kaufhof und nehmen einen Schluck aus ihren Getränkedosen. Sie wollen gleich die Bahn Richtung Meerbusch nehmen — und haben sich eine Menge zu erzählen. Kremer und Kiehl waren auf der dritten „Vogue Fashion’s Night Out“.

„Chanel, Gucci, Prada — wir sind überall gewesen. Es war einfach nur toll“, schwärmt Florian Kiehl. Er und seine Freundin interessieren sich sehr für Mode. „Aber gekauft haben wir nichts“, sagt Jenny Kremer.

An diesem Freitagabend sind viele junge Leute in der Innenstadt unterwegs. 100 Designerläden, Stores und Kaufhäuser haben bis Mitternacht geöffnet. Doch Shoppen ist bei der „Fashion’s Night Out“ eher zweitrangig: Einige der Teilnehmer haben DJs verpflichtet, die coole Musik auflegen, wiederum andere haben Visagisten eingeladen wie P & C. Der von „Germany’s Top Model“ bekannte Boris Entrup schminkt dort Damen im Akkord.

Bei Louis Vuitton zeigt ein Täschner aus Frankreich, wie er die begehrten Taschen fertigt. In anderen Modehäusern präsentieren Models die neuen Trends. In einigen Shops locken Gewinnspiele. Wie beim Edel-Juwelier Bucherer an der Kö: In 250 Champagnergläsern funkeln kleine Diamanten — nur einer davon ist echt. Ein Halbkaräter im Wert von 2600 Euro mit GIA-Zertifikat. „Das ist das höchste Prädikat für den Schliff“, erklärt Martin Julier von Bucherer. Nach nur wenigen Minuten steht die Gewinnerin fest: Martina Seliger aus Düsseldorf darf den Diamanten mit nach Hause nehmen.

An anderer Stelle läuft eine junge Frau ihrem Freund jubelnd in die Arme. Sie hat bei Michael Kors eine Tasche gewonnen. „Wir sind mit der Resonanz sehr, sehr zufrieden“, sagt Store-Leiterin Saynab Sarris.

So ein Abend dient einigen natürlich auch, um sich richtig herauszuputzen, mit extravaganten Outfits, mörderisch hohen High-Heels oder sündhaft teuren Accessoires. Bei Jades an der Heinrich-Heine-Allee tummeln sich besonders viele dieser Exemplare. So wie Anna aus der Nähe von Krefeld. Die 17-Jährige auf Plateausohlen und in hautengen Jeans hat zugeschlagen. Sie war bei Dior, Tiffany und eben bei Jades. Um die 400 Euro habe sie ausgegeben.

Auch draußen ist einiges los: Im Pavillon vor dem Carsch-Haus schmettert ein Sänger mit Band Songs von Jamiroquai ins Mikro, eine weitere Gruppe steht vor den Schadow Arkaden und performt Songs der Red Hot Chili Peppers. Wer zur langen Shoppingnacht nicht wenigstens die Musik lauter gedreht hat und Getränke anbietet, wartet vergebens aus Gäste.

Der Kaufhof, der mitten im Umbau steckt, wirkt wie ein verlassenes Geisterschloss. Im vergangenen Jahr gab es dort noch eine große Modenschau mit Model-Casting.