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Die Kalkumer Schlossallee hat einen der gefährlichsten Radwege in Düsseldorf

Serie Defizite im Radwegenetz : Kalkumer Schlossallee gefährlich für Radfahrer

An der Kalkumer Schlossallee müssen Radfahrer eine Brücke auf einem schmalen Weg überqueren. Das kann gefährlich werden.

Die Kalkumer Schlossallee zwischen Ratingen und Kalkum ist eine wichtige Verbindungsstrecke, die gerne von Radpendlern genutzt wird. Diese teilen sich einen Weg mit Fußgängern, der aber von einer Brücke, die über Bahngleise führt, unterbrochen wird. „Die Überquerung dieser Brücke macht die Radstrecke zu einer der gefährlichsten auf Düsseldorfer Stadtgebiet“, sagt Lerke Tyra, stellvertretende Vorsitzende des ADFC Düsseldorf.

Radfahrer sollen dort absteigen und ihr Fahrrad über die lange Brücke schieben. „Jede Begegnung auf diesen rund ein Meter schmalen ,Pfaden‘ entlang der Straße, auf der 70 Stundenkilometer zulässig sind und oft schneller gefahren wird, ist problematisch. Aneinander vorbeikommen ist aufgrund der Enge fast unmöglich“, sagt Tyra. Zumal Menschen, die ihr Rad schieben, noch mehr Platz benötigen würden. Deshalb mache das Schild am Anfang der Brücke „Rad-/Fußweg Ende, Radfahrer absteigen“ keinen Sinn. Das wird ohnehin kaum beachtet.

Radfahrer dürfen zwar dort auf die Straße ausweichen. „Das ist aber lebensgefährlich. Wir befürchten, dass es auf kurz oder lang zu einem schweren Unfall kommen wird. Hier besteht nach unserer Meinung dringender Handlungsbedarf.“ Das sieht die Bezirksvertretung 5 genauso, die sich seit vielen Jahren um eine Verbesserung der Situation bemüht. Sie hat die Verwaltung mehrfach gebeten, dafür zu sorgen, dass die beiden Brückenrampen verbreitert werden. Zuletzt hatten die Politiker gehofft, dass die Bahn für den Bau des RRX die Brücke neu bauen muss. Das ist aber nicht der Fall, sodass die Gefahrenstelle weiterhin besteht.

„Bei zunehmenden Radverkehr wäre eine parallele Rad- und Fußgängerbrücke auf der Südseite der Brücke eine gute Lösung“, schlägt Tyra vor. Sie sieht aber auch dringenden Bedarf für eine kurzfristige Lösung und empfiehlt eine Ampelschaltung, die immer nur eine Fahrtrichtung frei gibt, damit die Brücken-Engstelle mit mehr Platz passiert werden kann.

Einen weiteren Gefahrenpunkt sieht Tyra für Fußgänger und Radfahrer an den beiden Wanderparkplätzen an der Kalkumer Schlossallee. „Wegen der hohen Geschwindigkeit des Autoverkehrs kommt es hier immer wieder zu gefährlichen Situationen. Hier muss eine Querungshilfe geschaffen werden, möglicherweise über eine Ampelschaltung.“ Zudem bemängelt die Fahrradexpertin den baulichen Zustand des Fahrradweges, der Risse und Schäden durch Wurzeln aufweist. Dieser müsse komplett saniert und könnte dabei direkt auch verbreitert werden.

Nicht gefährlich, aber ärgerlich ist zudem die fehlende Beschilderung vor der Brücke. Viele Radfahrer – aber auch Fußgänger – erkennen nicht, dass die schmalen Rampen die Fortsetzung des Rad- und Fußweges sein sollen und folgen deshalb zunächst einem breiteren Weg, der an der Brücke vorbei führt. Dabei landen sie allerdings vor den Bahngleisen und müssen dann wieder umkehren.