Karneval in Düsseldorf: Die Hoppeditzrede 2019 im Wortlaut

Karneval in Düsseldorf : Die Hoppeditzrede 2019 im Wortlaut

Die Karnevalssaison ist eröffnet. Der Hoppeditz ist aus seinem Senftopf gestiegen und hat seine Rede gehalten. Hier gibt es die ganze Rede im Wortlaut.

Hoppeditzprolog 2019

Dank Euch schön für’s Wecken, doch ich war schon am pesen
Aber heute wär‘ das nicht nötig gewesen
Denn ich ”scoote” seit Wochen schon um’s Areal
hier in unserer Stadt, und zwar klimaneutral

Mir ist scheißegal, ob die Rheinbahn heut fährt,
Oder ob sie verspätet, - es mich nicht mehr stört
Ob Stau auf der Straß’ oder zäher Verkehr
Ich roll dran vorbei, es juckt mich nicht mehr
Am Taxi und Uber ‚Herum-Gestritte‘
Da fahr ich vorbei, als lachender Dritte’
Ich nutze den Gehweg als Rennstrecke nur
Das ist meine eigene Umweltspur
Die Dinger steh’n überall, mehr als genuch’
Nur für den Geisel is dat nix: Für den ist die Lenkstang zu hoch!

Doch ich fahr ’damit jetzt durch die Session
Und ich höre die Jecken sich wundern schon
Dass ich überall bin ganz schnell ist doch klar
Wie bei Hase und Igel ruf ich: Ich bin schon da!
Und dann sagen die Jecken: Du bist schon ein toller…
Das gibt’s doch garnicht: Doch mim Roller!

Feiertagsverlegung

Ich kann es kaum fassen, es mich echt bewegt
In Mönchengladbach ham se den 11.11. verlegt
Auf einen Tag vorher, nä wat e Geschiss
Weil da verkaufsoffener Sonntag is

ja, wo führt denn dat hin, dann könn’ mer mit Brast
Alle Feiertage verlegen, wohin’s grade passt…
Den 3. Oktober legen wir dann behende
Immer auf enen Freitag für’n langes Wochenende

Ende August feiern wir Nikolaus, diesen edelen Recken
Weil die Printen im Laden dann noch frisch sind und schmecken
Silvester im Sommer - wär doch viel netter
Weil mer da sowieso immer grillen un dann is besser Wetter

Un wenn der 1. Mai auf nem Sonntag fällt was nicht gut
Schieben wir ihn auf Montag, damit die Arbeit auch ruht
Allerheiligen leg’ mer auf den 12. sodann
Damit man am 11.11. länger feiern kann

Auf Karnevalsfreitag legen wir dann Himmelfahrt
Und ich weiss jetzt wie das CC mächtig Kosten spart
Fronleichnam legen wir auf Rosenmontag noch
Ja, - Scheiß egal Leute - Zoch is Zoch!
Nur ich komme immer, 49 vor 12
Am elften im elften um elf Uhr elf

Die Jünger der Freitagsbewegung

Ich bin ja froh, sag ich mal gewiss
Dass heut Montag und nicht Freitag is
Sonst hätten wir vielleicht, das wär unerhört
hier die Thunberg-Jünger beim Nix-Lernen gestört

Die meisten kommen ja morgens dann an
direkt nach dem Frühstück natürlich vegan
also Müsli mit Mango, Papaya und so
ein paar Hirseflocken und Samen vom Floh
Avocado, Bananen, und ein „Muß“
mit Milch der frischen Kokosnuss
Superfood Frühstück - eben reine Natur
für unsere Helden der Futur
aus Bio-Anbau versteht sich doch klar
in Neuseeland, China, Sansibar
per Schiff bis nach Hamburg dann Flug nach Köln-Wahn
und kommt der LKW in Düsseldorf an
ist das CO2 Leut`, das dabei entwich
ein Fliegenschiss nur halt, unterm Strich

Zur Demo bringt der Papa sie
ganz praktisch mit dem SUV
damit die uns dann vorerzählen
wir täten ihre Zukunft stehlen
Zum Mittag dann der echte Brüller
Salat gibt’s von McWürgemüller
In Plastikschale - ´s wird geduldet
Dem Umstand halt sodann geschuldet
Wird dies - der Thunberg Jünger sagt sich schlicht
Die heil’ge Greta siehts grad nicht
Ich weiß, das war jetzt viel Satire
Doch eh, dass ich mich drin verliere
Sag ich’s mal so: Ich find es echt
Von uns’rer Jugend garnicht schlecht,
Dass sie halt kritisch denken - schön
Dafür auch auf die Straße geh’n
Doch nicht am Freitag wie ich find
Ja, da sollt lernen jedes Kind
Gar für die Zukunft - denn für Prozesse
Braucht’s zuerst Intellekt und nicht große Fresse
Denn nur wer Amis und China Lösungen stellt
Der rettet am Ende dann unsere Welt
Und wird mich die Gretel auch dafür dann hassen:
Darauf kannste nen CO2-Furz fliegen lassen.

Die Umweltspur

Und jetzt brauch ich Euch, - Jecken - alle ganz kess
Na los, Leute alle jetzt: Gebt mir ein „S“
Jetzt gebt mir ein „T“ und zum Schluss noch ein „AU“
Und was dabei rauskommt, das heißt einfach „Stau“

In dem steht ganz Düsseldorf jeden Tag nur
wegen dieser bekloppten Umweltspur
Die hat der OB in seiner Not
Errichten lassen, gegen ein Dieselfahrverbot

Für Busse und Taxis und E-Autos fein
Und Fahrräder soll diese Spur halt nur sein
Und Autos, die - und da kommt man ins Stutzen
Mindesten 3 Leute zeitgleich benutzen…

Für Fahrgemeinschaften gilt das halt eben
Und alle die mitfahren, müssen auch leben
Drum fallen „als Dritte“ ach ‚ei der Daus‘
Leichen und Aufblaspuppen vorerst mal aus

Der dritte Mann

Ein neuer Berufszweig ergibt sich sodann:
Der Umweltspur Mitfahrer: „Der dritte Mann“
Zum Mieten für 2 Euro die Fahrt, bitte sehr
Fährt den ganzen Tag Umweltspur - hin und her
Das ist am Ende für dich nicht `mal teuer
Denn das kannste beim Jahresausgleich absetzten,
> als „Geisel-Ballast-Umweltsteuer“

Und obendrauf freut’s dich, sag ich vehement
Denn für diese „Dritten“ braucht’s nicht mal ‚Kukident‘
Und so fährst du vorbei mit Lachen und Prusten
an denen die das CO2 im Stau auspusten
Ja, würden die fahren wär ‘das sicher besser
Für den CO2-Schadstoff-Feinstaubpartikel-Abgas-Umweltmesser

Selbst die, die’s erfunden (nicht die Schweizer)-
die Wendehälse von der FDP
Möchten die Spur jetzt nicht mehr, wie ich das seh’
Frei nach Adenauer, nä wie fein: sagen die
et kann mich keiner daran hindern,
im Laufe einer gewissen Zeit, wat klüger geworden zu sein

Und jetzt sind se dagegen allen voran:
Die 26 Buchstaben - Marie Agnes Strack-Zimmermann
(Entschuldigung…28… Dr…. und en Punkt)

Marie Agnes Strack-Zimmermann

Die möchte indes jetzt hier auf der Erden
In Düsseldorf OB nun werden
Und packt dafür oh Schreck, oh Graus
Die hinterletzte …. Kacke…. aus

Mit Drops die hier schon lang gelutscht
Sie jetzt noch um die Ecke rutscht
Von wegen Tour de France Vertrag
Der einst geheim - ich ernsthaft sag
Was soll der Quatsch das ist vorbei
Dat Jeld is fott un einerlei
Ob das nun recht war oder nicht
Am End find’s de Keinen, von dem man’s wieder kricht

Stattdessen nölt sie, das ist schade
Über zu viel Veranstaltung auf der Rheinpromenade
Wo immer was los ist, wo man Düsseldorf lebt
Da ist Marie Agnes nunmehr bestrebt
Daraus in Zukunft, das ist nicht zum Lachen
Ne echte „tote Hose“ zu machen
Ich glaub sie möcht’ Ruhe, so wie eine Schnecke
In ihren Häuschen, denn sie wohnt um die Ecke
So macht man sich Freunde, so wird wie ich’s seh
Sie am Ende bestimmt nicht OB.

Karneval und die Rheinterrassen

Und jetzt dat Jedöhns, es ist kaum zu fassen
Ich sag nur: Thema: Rheinterassen!

Seit ewigen Zeiten unsere Wahl
zu Feiern hier den Karneval
Ist dieses Haus doch sehr beliebt
Weil’s ‚altenativ ‘da nicht viel gibt

Doch immer war was, all die Jahr
Mal war’s der Service, mal ganz klar
die Technik, Auf- und Abbau-Geld
Akustik, die so nicht gefällt
mal Garderobe, mal Toiletten
die Sicherheit an derlei Stätten
mal Reinigung, und mal allhier
der Rettungsdienst, und mal das Bier
das nicht zum eignen Sponsor passt
auch Heizkostenerhöhung, obwohl fast
wie es in diesem Jahr geschah
die Bude wie ne Sauna war
und meistens war das unumwunden
mit Kostensteigerung verbunden
die als Verein man meist versiert
durch „Sponsoring“ von Stockheim kompensiert

Doch vor Zeiten ist Stockheim aufgefallen
dass die Vermietung dieser Hallen
war viel zu billig- Konsequenz
aus der vergangenen Insolvenz

da müssten jetzt, auch wenn sie brechen
halt die Vereine richtig blechen
und Heidewitzka ohne Bluff
haut Stockheim richtig ‚obendruff‘.

Man beinah ’schon den Eindruck kricht
die wollen uns als Jecken nicht
weil vielleicht am Ende man
an uns wohl nix verdienen kann

He Geisel, ist’s denn nicht die Stadt,
als Eigner doch das Sagen hat
wenn Euch am Brauchtum tut was liegen
dann müsst ihr Euch da mal verbiegen

und den Vereinen, besonders dem Frommen
durch Pachterlass entgegenkommen
Sonst feiern Karnevalisten dort nicht mehr
dann steh‘n die Rheinterrassen im Winter leer
geholfen ist dann keinem jood
denn Rheinterrassen-Karneval wär tot

Das Geschlecht und die Steuer

Und jetzt hat Olaf Scholz, Bundeskassenwacht
Das „Gender“- Denken angefacht
Und will nun Vereinen von hier bis Berlin
Die Gemeinnützigkeit wohl dann entzieh’n
Wenn sie nicht, ja, das hört ich geschwind
Für Männlein und Weiblein gleich offen sind

Also ich hab ja Verständnis für manch einen Mist
Aber nicht wenn man so verbissen ist…

Ne Bruderschaft hat keine Schwestern
Die gibt es auch nicht erst seit gestern
Und meistens ha’m die unterstützt
Und viel sozial getan was nützt
Und jetzt bringt diese Sozi-Memme
So ein Gefüge in die Klemme
Nur weil das grade ist ‚en vogue“
Das mag ja sein, doch ist’s nicht klug
So was gewachs’nes unterjochen
Das macht’s kaputt und wird gebrochen
Man muss mir dann auch noch erklären
Wozu es nutzt dann hier auf Erden
Dass Frauen können müssen sein
Mitglied im Männergesangsverein ?
Bei so nem Mumpitz sag ich den Gewalten
Bevor man spricht, Gehirn einschalten!

Die Macht am Rhein

Ja, Fortuna ist, wie soll es sonst sein
Damit echt die Macht am Rhein
Mit 2:0 - FC geplättet
Auf Schalke 3:3 gerettet
Es „funkelt“ weiter vehement
Un ist der nich mer Trainer mach mer den zum Präsident
Fortuna, ist’s, auf die ich steh`
Drum stimmt mit mir ein: Fümmeneunzisch Olé….

Auf Schalke vorgestern, das war allerhand
Hat der Schiedsrichter den Funkel „Rumpelstielzchen“ genannt
Weil er am Spielfeldrand mal hüpft
Hat dieser Typ gleich „Gelb“ gelüpft
Das ist ne Beleidigung, du Komiker, und echt kein Witz!
Wenn ein Düsseldorfer Trainer da rumhüpft, dann wie ein Hoppeditz!
Und der darf das, und tut es weil der das kann
Schönen Tag auch noch, du Weihnachtsmann!

Und auch die DEG indessen
Die will ich heute nicht vergessen
Und steh‘n die auch auf kaltem Eis
Bei denen ist es immer heiß
Wenn die Jungs an coolen Tagen
Dem Gegner dann den Puck abjagen..
Und es dann klingt mit viel Effet
Heja, heja, DEG

Der Platz an der Sonne

Und nicht, dass jetzt zu viel Applaus aufbrandet:
Düsseldorf ist auf dem letzten Platz gelandet!
Nein, nicht die Fortuna und die DEG,
sondern in einer Studie, die ich hier seh.
Düsseldorf, das ist nun gewiss,
die langsamste Stadt in Deutschland ist!

Letzter Platz in der Statistik
Rausgefunden durch Logistik
wer hier durch unsere Stadt tut fahr`n
Kommt mit 35 km/h im ‚Zöckeltrab ‘an

Ich finde das prima, ich finde das fein
wer braucht schon die Hektik, bei uns hier am Rhein
„Slow down“ als Devise - jetz ’versteht ich den Driss
dat im Rheintunnel nur noch 60 statt 70 is

Wir nähern uns mit ‚Langsam‘ ganz schnell sodann
dem neuen Innenstadt Tempolimit an
die erste Stadt Deutschlands die ganz schnell und fleißig
eingeführt hat Tempo 30

Na guck, da sind wir, juch und hei
Doch oben wieder mit Schwachsinn dabei
Und schießen über Platz eins noch hinaus
Na bitte geht doch - und jetzt dafür Applaus!

Der ”Nicht-Stadtstrand”

Jetzt sag mal Herr Geisel, ich hab‘s nicht gelesen…
Bist du denn mal an nem Stadtstrand gewesen?
Die hier zu beschreiben ich mich jetzt befleiße
Also: die war’n super… ultra… mega… scheiße…

Kein Flair, nicht schön und irgendwie öde
‚Container in plump‘, auf ‚Gras de la spröde‘
Provinziell einfach - und sehr wenig Charme
Für ne Stadt wie die unsre, einfach nur arm

Doch ich hab ne Idee, warum lässt du sodann
An die Planung für „next year“ nicht mal einen ran
Der sich da auskennt, wie man sowas macht
Künstlerisch wertvoll in beach-party Pracht
Mit Sinn für das Feeling von so einer Sach’
Stell` ein den Helge Achenbach

Der bastelt dir’n ‚Monkey’s‘, zwei Punkt null zwanzig
Das sieht dann wie’n Strand aus, und ist nicht so ranzig
Das wird zwar nicht billig, denn der schlägt gern was drauf
Doch macht der da son Laden auf
Dann klingelt die Kasse, das ist allerhand
Und sein nächstes Buch: „Vom Knast zurück an den Strand“
wird ein Bestseller, er kann sich im Ruhm wieder aalen
Und am End damit „all die“ Schulden bezahlen

Der Abschied ist da

Ja liebe Freunde ich merk ganz beklommen
Es ist die Zeit des Abschieds gekommen
Puffdaddy Wollersheim ist jetzt in Pension
Er liegt jetzt ganz weich nur noch auf Silikon
Sagt ade zum Bordell, dafür wär er zu alt
Zieht sich jetzt zurück und macht Kinder im Wald
Die Chefin der Rheinbahn fährt ganz unumwunden
Mit ihrem Dienstwagen jetzt die letzten Runden
Die Zeit, sie war kurz nur, doch bald ist wohl Schluss
Dann fährt sie halt wieder mit Bahn oder Bus
Herr Pannebecker lange schon Bus nicht mehr fährt
Drum stieg er nicht aus, - sondern nur noch vom Pferd
Das war ja auch sinnvoll, so denk ich mir nur
Mit däm Pääd darfste ja nicht mal auf die Umweltspur
Und schau zum Balkon ich, dann denke ich bange
20 , 20 sind Wahlen, Geisel,- du hast auch nicht mehr lange…
Nur einen Vorteil hast du, das ist doch klar
Dein Aschermittwoch ist erst im September, meiner schon im Februar

Ein neuer Heiland?

Obwohl ich mich frage, das macht mich ganz doll
Wer dich dann wohl beerben soll

Et „Mia Achnes“ ist, von der FDP
bis jetzt allein, so wie ich`s seh`
Ein grünes Männlein nicht zu gucken
Ich glaub’ die sind sich all am ducken

Bei der Union, auf deren Wegen
Scheint sich auch da nix zu regen
Man fragt sich da auf Düssel-Erden
Wer soll denn Euer Heiland werden?

Einer will, der nicht gelitten
Einer kann, der ist umstritten
Eine darf nicht, die gut könnte
Einer möchte, is ne Printe
Eine will sich fest nicht legen
Alle and`ren sind dagegen
Und die Themenliste schreit
echt nach großer Wichtigkeit
Zum Beispiel ob die Zebrastreifen
Die uns in schwarz und weiß ergreifen
Demnächst weil wir bunt sie malen
In Regenbogen Farben strahlen
Oder wo man, wie´s so geht
Auf der Bahnhofs-Rolltrepp` steht
Rechts zum Stehen, links zum Laufen
Das ist doch zum Haare raufen
macht ihr damit Wahlkampf munter
Geht Eure Rolltrepp` ganz weit runter
Und da steht dann, passt mal auf
Am Ende dann auch keiner drauf
Wenn das so kommt, steht … rataton(g)…
Der Geisel wieder om Balkon(g)

Und Tschüss!