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Die Düsseldorfer Restaurants und Bars für Zuhause im Test

Test von Restaurants und Bars : Die Restaurants und Bars für Zuhause im Test

Unsere Autoren haben von Frühstück bis Cocktails ausprobiert, was man in Düsseldorf mitnehmen oder sich liefern lassen kann.

In der Corona-Krise dürfen viele Geschäfte nun wieder öffnen, doch Restaurants müssen noch geschlossen bleiben. Seit knapp sechs Wochen dürfen sie keine Gäste empfangen. Viele haben schnell und aus der Not heraus reagiert und bieten unter den geforderten Abstands- und Hygieneauflagen Möglichkeiten an, weiterhin ihr Essen anzubieten – Gäste können es abholen oder sich sogar liefern lassen. Nicht jede Küche, nicht jeder Betrieb, kann nun einfach auf eine Mitnahme-Theke umschalten. Aber die, die es können, sollten jetzt besucht werden, um der Branche durch die schwierige Zeit zu helfen. Auch wir nutzen das Angebot und haben einige Läden getestet.

Café Botschaft: Corona hat auch Toni Demiri und seiner Familie vieles genommen, eines aber nicht: die unglaubliche Herzlichkeit. Die Demiris stammen aus dem Mutterland der Gastfreundschaft, aus Kärnten, und haben die Spezialitäten aus dem österreichischen Bundesland vor einigen Jahren nach Düsseldorf gebracht. Ihr „Café Botschaft“ am Fürstenplatz ist so zu einem Ort geworden, an dem man sehr gut frühstücken, zwischendurch Kuchen oder eine Brettl Jause essen oder das letzte Getränk des Tages genießen kann. Alles, was man aus dieser Reihe in diese Zeiten retten konnte, ist nun am Fenster des Cafés erhältlich: eine echte Melange und ein komplettes Frühstück, frische Flammkuchen (im langen Karton), Bowls mit Tofu, Hähnchen oder Shrimps (in einer Art riesigem Eisbecher). Die Gerichte haben im Zuhause-Test alle das aus dem Café vertraute Niveau bestätigt, die Bowls haben sogar unsere bisherige Skepsis vor dieser Erfindung beseitigt. Und dazu gab es beim Abholen die Erkenntnis, was Herzlichkeit ausmacht. Freundlichkeit ist Lächeln mit dem Mund, Herzlichkeit ist Lächeln mit dem ganzen Körper.

Café Botschaft, Pionierstraße 64/Ecke Fürstenplatz, geöffnet: täglich 10 bis 20 Uhr.

 Die L‘Osteria beweist auch in der Krise Humor. Zur Pizza gab es eine Rolle Toilettenpapier.
Die L‘Osteria beweist auch in der Krise Humor. Zur Pizza gab es eine Rolle Toilettenpapier. Foto: Ines Arnold

Hitchcoq: Einer der ersten Läden, die sich auf eine mögliche Schließung einstellten und nahezu zeitgleich mit dem Erlass auf Abhol- und Lieferdienst umstellten, ist das Hitchcoq an der Nordstraße. Die Brüder Fabian und Ben Schmidt-Pereira erarbeiteten in Windeseile ein Konzept für einen Lieferdienst: Der private Pkw wurde mit ein bisschen Malerkrepp und Edding zum „Coq-Express“, der Hühnchen, Craft-Bier und Wein zu den verschiedenen Haushalten karrt. Die Bezahlung läuft über ein eingerichtetes Paypal-Konto, die Übergabe des Essens kontaktlos – es wird vom Chef des Ladens persönlich vor die Tür gestellt. Die Jungs sind gut beschäftigt, deshalb kann es zuweilen sogar zu Lieferengpässen kommen. Wer auf Nummer sicher gehen will, bestellt im Voraus. Wir haben es gleich ganz anders gemacht und das Essen abgeholt. Pünktlich zur genannten Uhrzeit wurde es aus dem Fenster gereicht.

Die Skepsis, ob mariniertes und frittiertes Hühnchen, das „Nashville Hot Chicken“, eine spezielle Variante des in den USA so beliebten „Fried Chicken“, denn auch immer noch knusprig zu Hause ankommt, war unnötig. Es schmeckt nicht anders als im Laden – obwohl, aber das ist wohl ein pauschales Problem in der Corona-Krise, die Atmosphäre im Laden dem Ganzen noch mal eine ganz andere Würze gibt. Zu den Hühnchenkeulen (Drum Sticks, inklusive Beilage 13 Euro) und Filetstücken (inklusive Beilage 14 Euro) gibt es cremige Mac ‚n’ Cheese sowie Caesar Salat. Die Gerichte sind dicht verpackt und kommen dementsprechend unverwüstet auf dem heimischen Esstisch an.

 Mitko Voigt (Mitte) und Marcus Spohr (hinter der Bar) mixen die Cocktails in der „Bar Ellington“, die die Gäste mitnehmen können.
Mitko Voigt (Mitte) und Marcus Spohr (hinter der Bar) mixen die Cocktails in der „Bar Ellington“, die die Gäste mitnehmen können. Foto: Andrea Schmitz

Abhol- und Lieferzeiten im Hitchcoq, Nordstraße 30, sind Dienstag bis Sonntag 17 bis 20.45 Uhr (letzte Bestellung). Vorbestellungen werden unter 0211 23395288 ab 13 Uhr entgegengenommen. Zum Liefergebiet zählen die Stadtteile Pempelfort, Derendorf, Düsseltal, Flingern, Stadtmitte. Die pauschale Liefer/Zahlungsgebühr beträgt 1,50 Euro pro Bestellung. Der Mindestbestellwert liegt bei 20 Euro zuzüglich Liefergebühr.

L‘Osteria: Es ist schon ein witziger Anblick: Drei riesige, dampfende Pizzakartons liegen gestapelt vor der Wohnungstür. Darauf eine Rolle Toilettenpapier. Die L‘Osteria beweist auch in der Krise Humor. Eine Systemgastronomie mit italienischem Essen – nun ja, es ist schon klar, dass es der L‘Osteria im Vergleich zu vielen anderen Restaurants und Betrieben sicherlich nicht übermäßig schwer gefallen sein muss, auf Abhol- und Lieferservice umzusteigen. Zumal es immer schon möglich war, die Reste der Wagenrad großen Pizza im Karton nach Hause mitzunehmen. Nichtsdestotrotz freuen wir uns über die Möglichkeit, über die freundlichen Fahrer und den beeindruckenden Service – verspätet sich die Lieferung auch nur wenige Minuten, klingelt das Handy, eine nette Stimme entschuldigt sich für die Verzögerung und nennt die voraussichtliche Ankunftszeit. Die Essensauswahl beschränkt sich auf Pizza, zwei Salate und Getränke. Ein paar Nudelgerichte wären natürlich schon schön gewesen. Das Kombimenü für 29,50 Euro bestehend aus drei Pizzen jeweils mit zwei unterschiedlich belegten Hälften sättigt gut und gerne zwei Erwachsene und drei hungrige Kinder.

Um zu bestellen, muss auf der Homepage https://losteria.net/de/ die eigene Adresse eingegeben werden, dann erfährt man, ob die Adresse im Liefergebiet der L‘Osteria-Filialen an der Theodorstraße oder an der Jahnstraße liegt. Mit einem weiteren Klick, gelangt der Kunde auf die Seite, um das Essen auswählen. Alles weitere läuft online, die Bezahlung per Paypal. Der Mindestbestellwert liegt bei 12 Euro, eine Liefergebühr gibt es nicht. Liefer- und Abholzeiten sind 12 bis 21 Uhr.

Der Grieche: Gesellig, laut, köstlich. So lässt sich der letzte Besuch beim Griechen am Staufenplatz am besten beschreiben. Reduziert man das Ganze jetzt auf das köstliche Essen, bleibt ja immerhin noch etwas übrig. Alles andere muss man sich unter diesen Umständen dazu denken. Auch Papageorgiou Mike hat auf Abhol- und Lieferservice umgestellt und bietet dabei alle Speisen von der Karte an. Der telefonisch bestellte und zur vereinbarten Uhrzeit gelieferte Vorspeisenteller (13,50 Euro) ist nett hergerichtet, der gegrillte Lachs mit Gemüsereis (18 Euro) ist noch warm, nur die in der Speisekarte erwähnte Aioli ist wohl vergessen worden. Die Spezialitäten vom Grill lassen richtige Restaurant-Gefühle aufkommen: Der Achilles-Teller mit Gyros, Suzuki und Co. ist wie im Laden riesig und gewohnt lecker (15,50 Euro).

Abholzeiten sind dienstags bis sonntags von 12 bis 21.30 Uhr, Lieferzeiten frei Haus und bei einem Mindestbestellwert von 25 Euro dienstags bis sonntags von 15 bis 21 Uhr. Bestellungen werden unter 0211 94215843 und 0163 2654790 entgegengenommen. Der Grieche am Staufenplatz, Grafenberger Allee 405 liefert in einem Umkreis von fünf Kilometern aus. Gezahlt wird mit EC-Karte.

Bar Ellington: Cocktails zum Mitnehmen waren bisher eher etwas für Wirkungstrinker und deshalb nahezu ausschließlich in der Altstadt anzutreffen. Wem wichtig war, was der Frau oder dem Mann an der Bar wichtig war, also jede einzelne Zutat bis zum passenden Glas, der ging in die Bar und nicht nur kurz dran vorbei. Das ist in diesen Tagen nicht möglich, umso erfreulicher, dass einer der besten, vermutlich die beste Bar der Stadt, nun einen einen Weg fürs Mitnehmen gefunden hat – und dabei wieder auf jedes Detail achtet. Die „Bar Ellington“ präsentiert ein gutes Dutzend seiner Kreationen (darunter zwei alkoholfreie), sein Bier und eine Limonade auf der Karte an der Fensterscheibe sowie zwei aktuelle Cocktails an der Tür, an der die Abholer bestellen. Die Getränke kommen in besondere Becher, die wiederum in schön gestaltete Papiertüten, dazu gibt es in der Butterbrottüte die Wasabi-Normale-Erdnüsse-Mischung, die zu einem Ellington-Besuch unbedingt dazugehören. Die Becher kann man später noch nutzen, das Ellington empfiehlt sie zum Beispiel als Anzuchttöpfe für Kräuter. Die Cocktails, die wir beim Test daheim vorsichtig in (hoffentlich) passende Gläser schütteten, haben uns sehr begeistert. Die Geschmacksdetails waren klug gefunden und fein ausbalanciert, die Ellington-Eiswürfel hielten länger als die Getränke und das obwohl wir langsamer genossen haben als die meisten Anti-Wirkungstrinker.

Bar Ellington, Scheurenstraße 5, geöffnet: donnerstags bis samstags 18 bis 22 Uhr