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Uni-Jubiläum: "Die Düsseldorfer können sich auf die Feierlichkeiten freuen"

Uni-Jubiläum : "Die Düsseldorfer können sich auf die Feierlichkeiten freuen"

Zu ihrem Geburtstag hat die Universität ein breites Programm auf die Beine gestellt. Wir sprachen mit dem Fest-Beauftragten Ulrich von Alemann.

Düsseldorf. Die Heinrich-Heine-Universität feiert Geburtstag. 1965 ging sie aus der Medizinischen Akademie Düsseldorf hervor, zum 50-jährigen Bestehen gibt es nun ein großes Festprogramm. Wir sprachen mit dem Jubiläums-Beauftragten Ulrich von Alemann über das Verhältnis der Stadt zu ihrer Uni — und was es überhaupt zu feiern gibt.

Herr von Alemann, die Universität besteht seit 50 Jahren und feiert sich aus diesem Anlass selbst. Welchen Grund hat die Stadt da mitzufeiern?

Ulrich von Alemann: Die Feier ist kein Selbstzweck! Wir wollen zweierlei damit erreichen: Wir wollen die Hochschule nach innen besser vernetzen — und nach außen mehr Präsenz in der Stadt zeigen. Mit der Teilnahme am Rosenmontagszug ist uns das schon gut gelungen. Es folgt im Sommer und Herbst eine ganze Perlenkette von Jubiläumsveranstaltungen — und viele werden im oder am Haus der Uni am Schadowplatz stattfinden. Darauf können sich die Düsseldorfer freuen.

Auf was denn konkret?

Von Alemann: Am 12. September veranstalten wir zum Beispiel ein Open-Air-Konzert auf dem Schadowplatz. Dort werden die Bigband der Fachhochschule, ein Bläser-Ensemble der Robert-Schumann-Musikhochschule sowie das Uni-Orchester musizieren. Ständig laufen im Haus der Universität interessante Vortragsreihen. Dort wird im September auch die Nacht der Wissenschaft stattfinden.

Klingt alles gut, trotzdem hat man manchmal den Eindruck, das Zusammenspiel von Stadt und Uni sei verbesserungsfähig, die Stadt nicht immer so richtig interessiert an ihrer Uni. Wie kommt das?

Von Alemann: Von den 30.000 Studenten der Uni wohnen viele in Düsseldorf. Und wer alle Studenten, Angestellten und ihre Angehörigen der vier staatlichen Hochschulen zusammenzählt, kommt leicht auf 100 000 Menschen. Insofern muss die Stadt ein großes Interesse an uns haben, zum Beispiel wenn es ums Thema Wohnen oder Verkehr geht. Wir verjüngen die Stadt. In der Vergangenheit war da nicht immer alles optimal.

Warum war das so?

Von Alemann: Ich glaube, weil die Finanzierung der Universität beim Land liegt. Im Rathaus ist erstmal alles wichtig, was direkte Auswirkungen auf den Etat hat. Aber es gibt positive Entwicklungen von beiden Seiten aus. Wir haben mit dem neuen Haus der Uni am Schadowplatz einen großen Schritt nach vorne gemacht.

Hat sich das Konzept dort bewährt?

Von Alemann: Ja, im Großen und Ganzen. Das öffentliche Vortragsprogramm etwa läuft ganz hervorragend. Was nicht ganz so gut funktioniert, ist die Studienberatung. Wir wollten eine Art Infoportal der Uni mitten in der Stadt — für Eltern und Studieninteressierte. Aber die Nachfrage war so, dass wir die Präsenzzeiten der Studienberater reduziert haben. Unser Ziel, eine bessere Verbindung zum Düsseldorfer Bürgertum herzustellen, das hat geklappt.

Sie waren bis 2012 Dekan der Philosophischen Fakultät, und die war früher mal die Nr. 2 nach der Medizinischen Fakultät. Wie sieht das heute aus, da sich nur noch alles um das Einwerben von Drittmitteln dreht?

Von Alemann: Die Fakultät war ins Hintertreffen geraten nach dem Verlust der Lehrerausbildung und verschiedenen Mittelkürzungen. Doch meiner Meinung nach ist dieser Trend seit etwa acht Jahren aufgehalten. Die Fakultät hat sich gut arrangiert mit den Bachelor- und Masterstudiengängen. Gleichzeitig sehe ich, welche Probleme die Nachbar-Unis haben, die überlaufen werden von Lehramtsstudenten. Dazu kommt, dass es der Fakultät gelungen ist, einen Sonderforschungsbereich für die Linguistik zu gewinnen. Außerdem gibt es Forschergruppen und ein Graduiertenkolleg der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Dadurch hat sich die Philosophische Fakultät an der Uni-Spitze kräftig Respekt erworben.

Als der Kern-Campus 1980 fertig war, studierten an der Düsseldorfer Uni 12.000 Menschen. Aktuell sind es 30.000. Es sind zwar seitdem ein paar Bauten dazu gekommen, aber so viele auch nicht. Reicht der Platz überhaupt noch?

Von Alemann: Ich staune manchmal selber, aber es passt noch. Durch flexiblere Nutzung von Räumen und Zeiträumen konnten Reserven mobilisiert werden. Ich habe als Prorektor noch die Vorbereitungen für die Ankunft des doppelten Abitur-Jahrgangs an der Uni organisiert. Damals hat zum Beispiel die Streichung der fest vorgegebenen Mittagspause 20 Prozent mehr Raumkapazität gebracht. Das hat sich sogar in der Mensa positiv bemerkbar gemacht, weil nicht mehr alle Studenten gleichzeitig essen wollen.

Sie sind eigentlich im Ruhestand, der Uni aber verbunden geblieben. Jetzt die Orga der Jubiläums-Feiern — warum tun Sie sich das noch an?

Von Alemann: Ich fühle mich der Universität und der Stadt immer noch eng verbunden. Es macht mir Spaß, noch ein bisschen zu organisieren. Ich will mich nicht einfach auf die faule Haut legen. Mal sehen, was ich nach dem Jubiläum mache. Ich werde mich sicher nicht in den Garten zurückziehen.

Was wird Ihr Höhepunkt des Jubiläumsjahrs?

Von Alemann: Ich hoffe, dass unser großes Bürgerfest am 13. Juni ein Erfolg wird und wir viele Düsseldorfer auf dem Campus begrüßen dürfen. Ich persönlich freue mich sehr, dass im Herbst ein farbiger Bildband herauskommt, in dem die schönsten Ansichten von Stadt und Uni versammelt sind. So etwas hat es noch nicht gegeben.