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Die Bürogemeinschaft „Loretto 9“ gibt Einblick in neue Projekte der Kulturszene.

Bürogemeinschaft „Loretto 9“ : Ein Schaufenster für die Kreativen

Die Bürogemeinschaft „Loretto 9“ gibt Einblick in neue Projekte der Kulturszene.

Was macht eine Bürogemeinschaft mit einem großen Schaufenster an einer beliebten Einkaufsstraße? Die „Loretto 9“ hat eine Lösung: Sie stellt es der Düsseldorfer Kultur- und Kreativszene zur Verfügung. Künstler, Designer oder Grafiker können dort in den kommenden zwölf Monaten jeweils für vier Wochen ihre Projekte, Werke oder Dienstleistungen präsentieren.

Für die Umsetzung holte sich „Loretto 9“ die Wirtschaftsförderung Düsseldorf dazu. „Wir fanden, die Idee der Bürogemeinschaft muss unterstützt werden“, erklärt Christiane Knoll vom dort angeschlossenen Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft (KomKuk). Jana Kulik von der Agentur „Das gute Ding“ betreibt in den Räumen an der Lorettostraße auch eine kleine Kinderbücherei. Sie erklärt: „Wir haben unser Schaufenster schon häufiger vermietet. Beispielsweise hat dort eine Schmuckdesignerin für eine Weile ausgestellt. Wir als Bürogemeinschaft nutzen diese große Fläche kaum.“ Wird das Fenster nicht gemietet, bleibt es große Teile des Jahres ungenutzt. „Das wollten wir ändern und dachten an Kreative, die sich dort einfach mal ausprobieren können“, sagt Kulik.

Gemeinsam mit dem KomKuK schrieben sie Anfang des Jahres einen Wettbewerb aus. „Wir haben ganz bewusst auf Vorgaben verzichtet, weil wir einerseits niemanden einschränken und andererseits ein möglichst breites Spektrum für die Kreativität schaffen wollten“, sagt Kulik. 64 Bewerbungen gingen ein, darunter von bildenden Künstlern, Designern, Grafikern, Illustratoren,  Innenarchitekten und Spiele-Entwicklern. 18 wurden ausgewählt, die bis Juni 2021 im monatlichen Wechsel ausstellen dürfen.  „Ursprünglich hatten wir nur zwölf Bewerber nehmen wollen“, sagt Christiane Knoll, „aber die Auswahl war so gut, dass wir noch weiteren sechs Präsentationen eine Chance geben wollen“. Um alle unterzubringen, wurden einige Bewerbungen thematisch zusammengefasst.

Beispielsweise die Arbeiten der Illustratorinnen Annette Jacobs und Katrin Schubert. „Wir haben zusammen studiert und sind befreundet“, sagt Jacobs. Da war es auch klar, dass sie sich zusammen für die Fenstergestaltung bewerben würden.

Fünf Meter Breite und zweieinhalb Meter Höhe stehen ihnen zur Verfügung. Die haben die Düsseldorferinnen gut genutzt. „Wir wollten ein bisschen Urlaubsfeeling auf die Lorettostraße bringen“, erklärt Katrin Schubert die Idee, einen Dschungel mit einer wilden Affenhorde und einem beweglichen Paradiesvogel zu gestalten. „Wir möchten dazu einladen, eine Safari zum Dschungel-Fenster zu machen, sich davor zu fotografieren und die Selfies dann in den sozialen Netzwerken zu posten“, sagen die Illustratorinnen.

„Ursprünglich hatten wir für jedes Schaufenster zum Abschluss des Ausstellungsmonats ein kleines Event vorgesehen. Corona hat uns da einen dicken Strich durch die Planung gemacht“, bedauert Christiane Knoll. Denn die Teilnehmer sollten dadurch die Möglichkeit bekommen, sich mit Interessenten, Kunden und auch untereinander in lockerer Atmosphäre austauschen zu können. „Wir überlegen uns derzeit einen Plan B“, sagt Knoll.

Das „KomKuK-Fenster“ ist an der Lorettostraße 9 noch bis Juni 2021 zu sehen. Infos zu den Ausstellern unter: komkuk-fenster.de