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Die Bezirksvertretung 6 in Düsseldorf hat einen gemeinsamen Appell mit der AfD verfasst.

Appell an den Oberbürgermeister : Gemeinsamer Aufruf mit der AfD an den OB

Die AfD unterzeichnete gemeinsam mit Vertretern von CDU, SPD, Grünen und FDP einen Aufruf an die Stadtspitze. Das dürfte eine Premiere in Düsseldorf sein.

Wohl erstmalig in Düsseldorf haben die Fraktionen einer Bezirksvertretung einen gemeinsamen Aufruf mit der AfD formuliert. Mit einem Appell, der unter anderem an den Oberbürgermeister und den Stadtdirektor gerichtet wurde, wollen die Ortspolitiker der Bezirksvertretung 6 den Umzug der Jugendberufshilfe (JBH) in Rath an den Hauptstandort in der Emmastraße verhindern. Unterzeichnet wurde das Schreiben von Bezirksbürgermeisterin Birgit Schentek (CDU), ihren Stellvertretern von SPD und FDP, den Fraktionssprechern von CDU, SPD, Grünen und FDP, EInzelmitglied Lothar Daxenberger – und Niko Wozny, der für die AfD in das Gremium gewählt worden ist.

Schentek misst der Angelegenheit keine größere Bedeutung bei. „Das bedeutet keineswegs, dass wir mit der AfD in irgendeiner Weise kooperieren wollen“, sagt sie, meint aber auch, dass sie ein Ausgrenzen der Partei als wenig sinnvoll ansehe. „Zumal es hier nicht um Parteien, sondern um die Zukunft einer wichtigen Einrichtung im Stadtteil Rath geht.“

Entstanden ist das Schreiben in der interfraktionellen Runde der Bezirksvertretung, die immer vor den Sitzungen des Gremiums zusammen kommt und in der alle Parteien vertreten sind. „Dort haben wir den Text abgesprochen, und ich fände es ausgesprochen unhöflich, dann Parteien auszugrenzen, obwohl sie unsere Ansichten teilen“, sagt Schentek.

Die JBH in Rath unterstützt seit rund 30 Jahren Jugendliche. Diese können sich dort in verschiedenen Berufszweigen ausprobieren und erhalten zudem noch Unterstützung in Form von Förderunterricht, Bewerbungstraining, Betriebspraktika und Hilfestellung bei persönlichen Problemen. „Mit der übersichtlichen Anzahl von Plätzen und dieser familiären Struktur, wird mit dem Umzug der Schonraum für die Jugendlichen aufgegeben und die Gefahr bewusst eingegangen, in einer größeren Struktur Jugendliche zu verlieren. An der Oberrather Straße kennt jeder jeden“, schreiben die Politiker in ihrem Appell.