Die Bambis sind schon da

Die Bambis sind schon da

Der rote Teppich liegt, und im Congress Center wird kräftig gewerkelt. Die goldigen Rehe wurden in speziell gesicherten Koffern angeliefert.

Düsseldorf. Dutzende Laser — blaue, rot und grüne — verwandeln den Saal in ein Meer aus Farben, ein riesiges goldenes Reh leuchtet auf der großen Bildwand der Bühne. Die beleuchtete Treppe wechselt von warmem Orange zu strahlendem Blau.

„Nochmal von vorne“, ruft der Mann an den Reglern im Congress Center der Düsseldorfer Messe. Spätestens in 30 Stunden muss jeder Scheinwerfer an der richtigen Stelle leuchten, wenn Hollywoodstar Salma Hayek ihren Bambi in der Kategorie „Film International“ entgegennimmt.

Vor der Bühne wird an der Sitzordnung gefeilt. Die Prominenz unter den rund 1000 Gästen, die Nominierten und die Preisträger sitzen vorne. Extremfallschirmspringer Felix Baumgartner etwa, oder Joachim „Blacky“ Fuchsberger sitzen direkt an der Bühne, Barbara Becker etwas weiter hinten. Mit großen Fotos der Promis wird getestet, ob alle Kameras freie Sicht haben.

2000 Menschen, so verrät Juryvorsitzende Patricia Riekel, sind ein ganzes Jahr damit beschäftigt, die Verleihung des größten europäischen Film- und Medienpreis zu planen und zu realisieren. Rund vier Millionen Euro kostet das Spektakel, das nach 2007 erneut in Düsseldorf stattfindet.

„Düsseldorf zeichnet sich vor allem durch seine Herzlichkeit aus“, schwärmt Burda-Verlagsvorstand Philipp Welte, und kündigt an, dass die Verleihung dieses Jahr ein multimediales Ereignis wird.

Ob in der Zeitung, im Netz, TV oder Radio — überall sollen die Menschen die Verleihung des goldenen Rehs verfolgen können. Sogar draußen vor der Halle, wo die prominenten Gäste am roten Teppich vorfahren, sollen die Zuschauer in der „Fanzone“ die Verleihung auf großen Leinwänden verfolgen können.

240 Meter werden die Gäste am Abend über den roten Teppich an Fans, Fotografen und Kamerateams vorbeilaufen müssen, bis sie im Saal Platz nehmen können. Vom 80er-Jahre-Chic des Congress Centers werden sie dabei nicht viel mitbekommen.

Überall sind Arbeiter damit beschäftigt, mit Stoff bespannte Holzwände aufzubauen, Gittermasten für Scheinwerfer anzubringen und 5000 Quadratmeter roten Teppich zu verlegen. Damit der bis zum Abend ansehnlich bleibt, bedeckt ihn eine schützende Folie.

Besonderen Schutz gibt es auch für die Bambi-Figuren. Die aus vergoldeter Bronze gefertigten Trophäen haben einen eigenen Raum im Congress Center. Hier stehen sie gut bewacht auf einem weiß gedeckten Tisch aufgereiht und warten auf ihren großen Auftritt. Besichtigen darf man sie nur unter Aufsicht, Anfassen ist verboten.

Mehr von Westdeutsche Zeitung