Dicke Luft in Düsseldorf

Dicke Luft in Düsseldorf

Trotz aller Anstrengungen hat sich die Luftqualität in der Stadt nicht wesentlich verbessert. Wann und wie die Umweltzone kommt, ist immer noch unklar.

Düsseldorf. Vielen Düsseldorfern stinkt’s gewaltig: Die Qualität der Luft hat sich in den vergangenen Jahren nicht wesentlich verbessert - trotz aller Anstrengungen. Das zeigt der Luftmessbericht für das Jahr 2007, den die Stadt gestern im Fachausschuss vorlegt. Die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick.

Feinstaub: Im Jahresmittel wird zwar an allen Mess-Stationen ein leichter Rückgang oder zumindest eine Stagnation verzeichnet. Anders aber liegt der Fall, was die Tagesgrenzwerte angeht. Laut EU-Verordnung darf nur an 35Tagen der Tagesmittelwert von 50 Mikrogramm je Kubikmeter überschritten werden. An vier wichtigen Mess-Stationen konnte das nicht eingehalten werden, insgesamt liegt die Überschreitungshäufigkeit auf dem Niveau von 2006.

Stickstoffdioxid: Hier stagnieren die Werte auf hohem Niveau. Der ab 2010 geltende Grenzwert von 40 Mikrogramm je Kubikmeter im Jahresmittel wird an all den Mess-Stationen überschritten, die sich an Hauptverkehrsstraßen befinden. Der für die Corneliusstraße schon gültige Luftreinhalteplan hat zu keiner nachhaltigen Entlastung geführt.

Ozon: Wegen der günstigen meteorologischen Situation (es gab kaum Hochsommertage mit großer Sonneneinstrahlung und hohen Temperaturen) gab es voriges Jahr keine nennenswerte Überschreitung der Grenzwerte.

Benzol: Der gültige Grenzwert wird seit 2001 an allen Mess-Stationen eingehalten.

Unter dem Strich heißt das: Vor allem in Sachen Feinstaub und Stickstoffdioxid ist noch viel zu tun. Umstritten ist, welches der richtige Weg ist. Wie die WZ berichtete, setzt die Bezirksregierung auf die Einführung einer Umweltzone. Wie schon in anderen Städten würden Stinker aus der City verbannt.

Zum 1. Januar 2009 soll der Start sein. Nicht sicher ist, ob die Stadt auch mitzieht. Sie hatte vor einer Entscheidung eine Wirkungsanalyse des Landesumweltamtes gefordert. Inzwischen liegt diese vor und wird geprüft. Über Inhalt und Folgerungen ist freilich nichts bekannt. Auch im Ausschuss gestern hielt sich die Stadt bedeckt.

Doch welche Haltung die Stadt auch zur Umweltzone einnehmen wird - fest steht schon jetzt, dass die Union sie skeptisch sieht. Das machte CDU-Sprecher Rüdiger Gutt erneut deutlich. Grund ist die hohe Hintergrundbelastung: Rund zwei Drittel der Feinstaubbelastung in Düsseldorf stammen nicht aus der Stadt selbst, sondern werden von außerhalb hereingeweht.

Nötig sei eine Verbesserung der Umwelttechnik in Industrieanlagen und Automotoren. Gutt: "Es ist ein Skandal, dass von den Kommunen die Einhaltung der Grenzwerte eingefordert wird, aber gleichzeitig Diesel-Lkw ohne Filter zugelassen werden."

SPD und Grüne hielten dagegen. "Wir müssen bereit sein, auch hier vor Ort erste Schritte zu unternehmen", meinte etwa Iris Bellstedt (Grüne).

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