Dezernentin Helga Stulgies will noch mehr Grün für Düsseldorf

Dezernentin Helga Stulgies will noch mehr Grün für Düsseldorf

Interview: Die Chefin des Umweltdezernats, Helga Stulgies, über Seuchengefahren, Feinstaub und Jogging im Winter.

Düsseldorf. Frau Stulgies, seit einem Dreivierteljahr gilt auch in Düsseldorf Plakettenpflicht. So genannte Stinker sollen auf diese Weise aus der Stadt herausgehalten werden. Dennoch werden die Richtwerte häufig überschritten. Was unternimmt die Stadt dagegen?

Stulgies: Ob die Umweltplakette etwas gebracht hat, kann ich noch nicht sagen, denn es fehlen belastbare Werte. An sechs Stellen wird kontinuierlich gemessen, die Werte müssen aber noch vom Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz bewertet werden. Belastbare Ergebnisse werden wir im Frühjahr bekommen. Absehbar ist jedoch bereits heute, dass die Feinstaubbelastung etwas zurückgegangen ist, die Stickoxide aber auf hohem Niveau stagnieren.

Da der Grenzwert 2010 nochmals gesenkt wurde, sind Grenzwertüberschreitungen programmiert. 2010 werden alle bisherigen Maßnahmen noch einmal auf ihre Zielerreichung hin überprüft. Sollten die Grenzwerte weiter überschritten werden, werden Bezirksregierung, Landesamt für Naturschutz, Umweltschutz und Verbraucherschutz (LANUV) und Stadt Düsseldorf über weitere Maßnahmen verhandeln müssen.

Stulgies: Wenn die Feuerwache 5 Mitte des Jahres in Betrieb geht, wird die Versorgung der Bevölkerung im Düsseldorfer Norden durch Feuerwehr und Rettungsdienst erheblich verbessert. Mit Inbetriebnahme der Feuerwache wird auch ein zusätzlicher Notarzt tätig werden.

Stulgies: Die Diskussion um die neue Grippe betraf mein Dezernat nur mittelbar; die Hauptarbeit leistete das Gesundheitsamt. Der Krisenstab stellte allerdings das Forum für eine ämterübergreifende Koordination und Organisation. Neben den Krisenstabssitzungen aus besonderem Anlass werden regelmäßig Planbesprechungen durchgeführt. Zum Beispiel wurde 2009 eine Trinkwasserverseuchung mit Benzol durchgespielt. Jedes Jahr wird ein entsprechendes Szenario vorgegeben, um sowohl den praktischen Einsatz als auch die Logistik zu testen.

Stulgies: Das neue Quartier in Derendorf zeigt, dass die Anlage von Grünflächen Bestandteil der heutigen Stadtplanung ist. Wichtig ist, dass diese Anlagen mit den Bauprojekten verknüpft sind. So werden neben dem bereits bestehenden städtischen Grün (z. B. Parks, Straßenbegleitgrün) kontinuierlich neue Grünflächen geschaffen.

Stulgies: Einige historische Parkanlagen sind bereits nach erstellten Parkpflegewerken saniert. Wir sind in der glücklichen Lage, im Rahmen des bestehenden Masterplans weitere Parkpflegewerke in Auftrag zu geben bzw. umzusetzen. Die Umsetzung kann teilweise im Rahmen der laufenden Pflegemaßnahmen erfolgen. Für unseren Wildpark im Grafenberger Wald liegt zwischenzeitlich eine Machbarkeitsstudie zur Attraktivierung vor. Der Park ist schön, aber in die Jahre gekommene Anlage. Ich möchte ab 2011 die Umsetzung in kleinen Schritten vorantreiben.

Stulgies: Einige Projekte wie das blaue Krokusband im Rheinpark oder die Narzissenwiese am Südring sind glücklicherweise langfristig wirksame Maßnahmen. Denn die Zwiebelpflanzen vermehren sich im Boden von selbst. Ansonsten setze ich beim Blumenschmuck weiter auf Wechselbepflanzung. Vor allem den Hofgarten möchte ich als Aushängeschild der Stadt noch intensiver pflegen lassen. Und im Zuge der Sanierung des Spee’schen Grabens soll der Rosengarten am Stadtmuseum aufgewertet werden.

Stulgies: Das kann ich zum derzeitigen Zeitpunkt nicht sagen, weil niemand weiß, wie sich die Kosten entwickeln werden. Bisher jedenfalls war es schon schwierig genug, eine Erhöhung zu vermeiden.

Stulgies: Ich möchte wieder mehr joggen, um einen Ausgleich zum Job zu haben. Normalerweise treibe ich nur am Wochenende Sport, aber nach Weihnachten habe ich angefangen, auch an den Werktagen morgens früh zu laufen. Das möchte ich beibehalten. Außerdem ist Joggen ein praktischer Sport. bei dem man ohne große Vorbereitungen gleich loslaufen kann. Im Winter nehme ich eine asphaltierte und sichere Strecke. Und wenn die Tage länger werden, geht es wieder in den Wald.

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