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Derendorf atmet auf: Der Gaswaggon ist geborgen

Derendorf atmet auf: Der Gaswaggon ist geborgen

Der Stadtteil ist knapp einer Katastrophe entgangen. Warum der Zug entgleiste, ist weiter unklar.

Düsseldorf. Um 16.50 Uhr gibt die Feuerwehr am Mittwoch Entwarnung: Der mit etwa 50 Tonnen hochentzündlichem Propen beladene Kesselwaggon steht wieder auf den Gleisen — etwa 24 Stunden nachdem er am Derendorfer Stellwerk entgleist und umgekippt war.

Die Düsseldorfer Feuerwehren, die Werkswehr des Chemieparks Marl, THW und Polizei hatten eine Nachtschicht eingelegt, um das Gefahrgut zu sichern und in einen Ersatzwagen zu pumpen. Während dieser Arbeiten, die ab 5.20 Uhr in der Frühe begannen, waren der Derendorfer S-Bahnhof und die Rather Straße gesperrt.

Um 15.45 Uhr hatten die Spezialisten zwei Drittel des Gases abgepumpt und Bahnmitarbeiter hatten die Oberleitung demontiert, so dass ein 500 Tonnen-Kran den Waggon auf sein Fahrgestell hieven konnte. Danach übernahm ein kleinerer Kran der Bahn und stellte den Waggon wieder ins Gleis. Zuletzt pumpten die Löschkräfte das restliche Propen ab.

Während der Waggon angehoben wurde, waren sämtliche Bahnstrecken und die Münsterstraße gesperrt. Gegen 16.30 Uhr entspannte sich die Lage. Nur der S-Bahnhof und die Rather Straße blieben bis etwa 20 Uhr gesperrt, da die Feuerwehr das weitere Abpumpen sichern musste. Warum fünf Waggons entgleisten und einer umkippte, ist unklar. Die Bundespolizei ermittelt.

Fest steht, dass Derendorf knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt ist. Zwar sind die Sicherheitsbehälter aus massivem Stahl, doch bei einem Gasaustritt durch ein defektes Ventil hätte es zu schweren Explosionen kommen können. „Aber der Transport solcher Stoffe ist Alltagsgeschäft“, sagt Feuerwehrsprecher Heinz Engels. So blieb es zum Glück bei einem Verkehrschaos auf Straßen und Schienen rund um die Unfallstelle.