Der Wohnungsbau in Kappeshamm stockt

Stadtplanung : Der Wohnungsbau in Kappeshamm stockt

Kaum Einigung zwischen Grundstücksbesitzern und Stadt. Doch für die Grundschule gibt es gute Nachrichten.

Seit Jahren möchten die Stadtplaner im dörflichen Stadtteil Hamm mehr Wohnbauland gewinnen. Dazu versucht die Verwaltung, einen geordneten Bebauungsplan für die Gebiete zu beiden Seiten der Straße „Hinter der Böck“ aufzustellen. Denn bislang muss jeder einzelne Bauantrag für Wohnraum von der Politik genehmigt werden. Es geht um insgesamt 22 Hektar in Kappeshamm, die vielfach noch von Gartenbaubetrieben genutzt werden. Es besteht zwar bei den Bürgern, bei der Politik und bei der Verwaltung Einigkeit darüber, dass der Stadtteil am Rhein seinen dörflichen Charakter behalten soll. Uneinig ist man aber über Art (Höhe) und Verdichtung der Bebauung. Und ein großer Konsens für eine Weiterentwicklung ist aktuell nicht in Sicht.

Dies konnte man dem Bericht von Evelyn Hoffmann (Stadtplanungsamt) jetzt entnehmen. Sie sprach in der Bezirksvertretung 3 (u.a. zuständig für Hamm, Volmerswerth) zum aktuellen Stand des Verfahrens, das bereits seit 2013 läuft. So gab es einen Dialog (drei öfffentliche Termine), eine Öffentlichkeitsbeteiligung, Befragungen der Gartenbaubetriebe, wie sie künftig ihre Grundstücke nutzen wollen. 2017 aber hatten die Bürger dann eine Verdichtung um rund 330 neuen Wohneinheiten abgelehnt, ebenso wie die Höhe der Häuser. Auch fordern die Hammer seit Jahren ein Verkehrskonzept.

Um weiterzukommen entschied sich die Verwaltung im vergangenen und in diesem Jahr zu weiteren Einzelgesprächen mit den Eigentümern. Hoffmann zog das Fazit: Im westlichen Bereich der Straße „Hinter der Böck“ besteht mehr Konsens bei den Grundstücksbesitzern. Dort könnten etwa 60 der bislang angepeilten 80 zusätzlichen Wohnungen gebaut werden. Keine Einigung gibt es für den östlichen, größeren Planungsbereich. Deshalb werde die Stadt nun das „westliche Plangebiet forcieren“.

Michael Windhövel, CDU-Bezirksvertreter, mahnte das Verkehrsgutachten an, ebenso müsse auch für die Planung eines nun kleineren Bereiches der Neubau einer Kita einbezogen werden. Evelyn Hoffmann erklärte, darauf werde das Jugendamt achten und, dass das Verkehrsgutachten intern vorliege. Nach erster Einschätzung könne Hamm (rund 4450 Einwohner) den Zuwachs des Verkehrs bei 305 neuen Wohnungen verkraften.

Ein Schritt zur Anpassung der Infrastruktur im wachsenden Stadtteil ist die Erweiterung der KGS Florensstraße an der Heinsenstraße 21. Die alte Dorfschule soll künftig drei- statt zweizügig geführt werden, bekommt einen zweistöckigen Erweiterungsbau mit einer Mensa und einer Sporthalle. Sie wird für Vereine offen sein. Fast 16 Millionen Euro will die Stadt investieren. Es wird ein Aufzug eingebaut, Alt- und Neubau werden dadurch künftig barrierefrei.

Der Baubeginn ist im ersten Quartal 2020 geplant. Die Erweiterung soll im Sommer 2022 fertig sein. Es werde, so Georg Stoffelns (Schulverwaltungsamt), vier Bauabschnitte geben, weshalb die Schüler nicht übergangsweise in Containern unterrichtet werden müssten.

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