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Der Weg zum günstigen Strom

Tipps für Verbraucher : Der Weg zum günstigen Strom

Die Verbraucherzentrale gibt Tipps, was Kunden in Zeiten von steigenden Strompreisen tun können.

Die Strompreise steigen immer weiter, auch die Stadtwerken haben Anfang des Jahres wieder erhöht. Um so sinnvoller kann es für die Düsseldorfer sein, den Tarif zu Hause auf den Prüfstand zu stellen. Mit Hilfe der Verbraucherzentrale schildern wir den Weg zum günstigen Strom und weisen auf wichtige Kriterien bei der Suche hin.

Suchportale Die Suche erleichtern Vergleichsportale im Internet. Die meistgenutzten sind Check24 und Verivox.

Filter Zuallererst kommt es auf die richtige Einstellung der Filter an, sagt Christina Wallraf von der Verbraucherzentrale. „Die Standardeinstellungen sind nicht verbraucherfreundlich.“ Die vorgeschlagenen Tarife könnten ohne Anpassung unnötig teuer sein oder unnötig lange Laufzeiten haben. „Man sollte flexibel sein und sich nicht unnötig lange binden.“ Das heißt: Nicht mehr als zwölf Monate Laufzeit einstellen, die sich um höchstens einen Monat verlängert, bei einem Monat Kündigungsfrist und einer Preisgarantie von zwölf Monaten.

Das Feld für Einberechnung des Bonus sollte ausgeklickt werden, da der den eigentlichen „Energiepreis verschleiert“, sagt Wallraf. Auch die direkte Wechselmöglichkeit bei Verivox sollte nicht berücksichtigt werden, da sonst nur Partner des Portals angezeigt würden.

Auswahl In einem Beispielfall von einem Zweipersonen-Haushalt mit einem Verbrauch von 2500 Kilowattstunden pro Jahr in Unterbilk landet „grünstrom pur 12“ mit 688 Euro auf Platz eins und einer Ersparnis von 90 Euro pro Jahr im Vergleich zum Tarif „Düsselstrom Klassik“ der Stadtwerke. Doch der günstigste Anbieter muss nicht immer der geeignetste für die Ansprüche eines Kunden sein. „Manche Kunden möchten beispielsweise keinen Online-Tarif“, sagt Wallraf. So lohne sich ein Blick in die Tarifdetails, um sich das beste Ergebnis des Vergleichs auszusuchen. „Für geübte Wechsler kann es sich eventuell auch lohnen, einen Bonus mitzunehmen.“ Hier müsse aber darauf geachtet werden, dass er wirklich gezahlt wird. Und wer ihn in die Gesamtkalkulation miteinbezieht, muss darauf achten, dass er im zweiten Jahr nicht den oft deutlich teureren Tarif zahlt und rechtzeitig kündigt.

Auch eine Entscheidung für den lokalen Versorger vor Ort könne für Verbrauchern sinnvoll sein. „So können die Stadtwerke vor Ort unterstützt werden, die Gewinne bleiben dann im Ort.“

Und Wallraf empfiehlt zuletzt, den möglichen neuen Anbieter zu googeln, um zu sehen, ob es etwa gehäuft Beschwerden über ihn gibt. Auch ein Blick auf die Internetseite kann sich lohnen, ob der Tarif dort direkt nicht günstiger gebucht werden kann.

Ökostrom Den Mehrwert von Ökostrom sieht Wallraf übrigens nicht automatisch gegeben. „Der Ausbau der erneuerbaren Energien wird in Deutschland vor allem über die EEG-Umlage finanziert, die Verbraucher sowieso bezahlen.“ Effektiver sei es vielmehr, Energie zu sparen.

 Ansonsten sollten Verbraucher, denen die Energiewende wichtig ist, genauer hinsehen, ob sich ein Unternehmen grundsätzlich auch dafür einsetzt. Hilfestellung geben dabei die Siegel „ok-power“ und „Grüner Strom Label“, die etwa auch für den Düsseldorfer Anbieter Naturstromhandel GmbH vergeben wurden.