Der Tag danach: Warum der Brandschutz in Düsseldorf nicht schützte

Feuer : Der Tag danach: Warum der Brandschutz nicht schützte

Anlage war gerade erst erneuert worden. Krankenhauschef lobt seine Mitarbeiter für die umsichtige Evakuierung.

Es ist der Tag danach im Marienhospital. Wer das Krankenhaus betritt, ahnt nichts davon, dass sich hier in der Nacht zuvor dramatische Szenen abgespielt hatten. Ärzte, das Pflegepersonal und das Team der Notaufnahme hatten bei dem Brand fast alle Patienten aus dem verrauchten Gebäude retten können. Martin Meyer, Geschäftsführer des Krankenhauses,  war voll des Lobes für  seine umsichtigen Mitarbeiter: „Als ich nach wenigen Minuten ankam, war die Lage angespannt, aber sehr ruhig.“

Das bestätigen auch Augenzeugen. „Ich wurde nachts von einem Feuerwehrmann zügig rausgebeten. Wir saßen dann zwei bis drei Stunden draußen, haben ein bisschen gefroren“, schildert Ingo Dorn die Nacht. Eine weitere Patientin lobt das Verhalten von Einsatzkräften und Personal: „Sie haben das toll gemacht, sich sehr ruhig und besonnen verhalten.“

Der Rauch drang von außen
in geöffnete Fenster ein

Ausgebrochen war das Feuer in Zimmer 19 der Inneren Medizin, wo zu dem Zeitpunkt 28 Patienten untergebracht waren. Aber wie konnte sich der Rauch auf weitere Etagen ausbreiten, obwohl die Brandschutzanlage erst vor wenigen Tagen erneuert wurde? „Der Rauch drang teilweise von außen in andere Zimmer ein, weil dort auch die Fenster offen waren“, erklärte Meyer. Außerdem mussten die Brandschutztüren während der Räumung des Krankenhauses geöffnet werden. Auch dabei sei dann Rauch in die anderen Stockwerke gelangt. Das habe sich aber nicht vermeiden lassen.

In dem Krankenhaus gibt es eine flächendeckende Brandmeldeanlage, die auch ausgelöst wurde. Sprinkler gibt es nur im Untergeschoss und im Keller. Grund: Bei Fehlalarmen, die es öfter gibt, könnte das Wasser kostbare technische Geräte zerstören. Technisch sei der Brandschutz aus dem neusten Stand gewesen, nachdem Decken und Wände in den Fluren neu beschichtet wurden.

Der Betrieb im Marienhospital ging gestern schon fast normal weiter, obwohl die gesamte zweite Etage und weitere Zimmer nicht benutzt werden können. Etwa zehn bis 15 Patienten wurden nach dem Brand nach Hause geschickt. „Sie waren aber entlassungsreif“, betont der Krankenhauschef.

Wie das Feuer in dem Zimmer, das völlig zerstört wurde, entstanden ist, dazu wollte Meyer nichts sagen. Er bestätigte allerdings, dass manche Patienten verbotener Weise in ihren Zimmern rauchen. Das zu klären, sei allerdings Aufgabe des Brandsachverständigen. Auch zur Höhe des Schadens konnte Meyer noch nicht viel sagen. Der liege aber vermutlich im sechsstelligen Bereich.

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