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Düsseldorf: Der Schutz vor Einbrechern soll intelligenter werden

Düsseldorf : Der Schutz vor Einbrechern soll intelligenter werden

Der Polizeipräsident läutet eine Präventionswoche ein — und wünscht sich die Software für eine Vorhersage von Taten.

Düsseldorf. Die Polizei hat am Montag eine Präventionswoche gegen Einbrüche gestartet: Jeden Tag will sie in Brennpunkten präsent sein und die Düsseldorfer informieren, wie sie ihr Heim schützen können. Den Auftakt gab es nun in Flingern, wo allein in diesem Monat schon 15-mal eingebrochen wurde. In diesem Rahmen gab Polizeipräsident Norbert Wesseler aber auch einen Einblick, wie der Schutz vor Tätern in der nahen Zukunft aussehen könnte: Er wünscht sich für Düsseldorf die intelligente Computertechnik, die Einbrüche vorhersagen soll.

Das Stichwort heißt „Predictive Policing“ — vorausschauende Polizeiarbeit. Ein Computerprogramm verarbeitet Daten der Polizei, erkennt Muster und soll im besten Fall warnen, wo der nächste Einbruch stattfinden könnte. In Köln und Duisburg, so Wesseler, werde das Verfahren ab November getestet. Nach einer Pilotphase hofft er, es auch in der Landeshauptstadt einsetzen zu können. „Versuche in München waren sehr erfolgreich, in Zürich auch — die Niederländer arbeiten damit“, erklärt der Polizeipräsident.

Hexenwerk ist die technische Neuerung nicht — entsprechend warnt Carsten Neubert von der Münchener Polizei auch vor übertriebenen Erwartungen: „Wir haben keine Steigerung der Festnahmen“, erklärt er. Denn das Programm „Precobs“, das in Bayern seit einem Jahr im Einsatz ist, spricht lediglich eine Warnung für ein Gebiet aus, in dem die Polizei dann mehr Präsenz zeigt. „Wir haben aber in der Tat einen Rückgang der Einbruchszahlen“, sagt Neubert. Ob dieser allein an der neuen Software liegt, ist allerdings schwer zu sagen. „Es ist erst einmal ein Test. Das muss sich jetzt über die Jahre bestätigen.“ Dennoch glaubt Wesseler, dass der Fortschritt eine Chance ist, Einbrüche von vornherein zu verhindern: „Es geht darum, als Polizei schon vorher da zu sein, gezielt und aktiv zu bestreifen und die Täter abzuschrecken.“

Denn im Gegensatz zu München zeichnet sich in Düsseldorf alles andere als ein positiver Trend für 2015 ab: Im ersten Halbjahr legten die Einbruchszahlen um 47 Prozent zu; dieser rasante Anstieg konnte in der zweiten Jahreshälfte etwas abgebremst werden — aber gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit und dann rund um die Feiertage erwartet Wesseler erneut Fallzahlen „auf hohem Niveau“.

Einstweilen stellt sich die Düsseldorfer Polizei den Tätern daher mit konservativen Mitteln entgegen. Laut Rüdiger Korp, Leiter der Aktionswoche, bearbeiten Einbrechergruppen oftmals ein Gebiet mehrere Tage lang. Die Polizei wertet daher tagesaktuell Schwerpunkte in der Stadt aus (siehe Info-Kasten), warnt die Anwohner, zeigt verstärkt Präsenz und informieren gemeinsam mit der Verbraucherzentrale darüber, wie die Menschen sich schützen.